Neue Nummer 1: BVB verstärkt sich mit einem talentierten Rechtshänder

Tischtennis

Die Hinrunde hui, die Rückrunde eher pfui – und dann kam Corona. Damit es in der kommenden Spielzeit wieder besser läuft, hat sich der BVB nun mit einer neuen Nummer 1 verstärkt.

Dortmund

, 07.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dennis Klein vom Bundesliga-Absteiger aus Jülich verstärkt den Zweitligisten BVB im oberen Paarkreuz. steinbrenner

Dennis Klein vom Bundesliga-Absteiger aus Jülich verstärkt den Zweitligisten BVB im oberen Paarkreuz. steinbrenner © Marco Steinbrenner

Die Zelluloid-Artisten von Borussia Dortmund lagen zum Zeitpunkt des Saison-Abbruchs auf dem ernüchternden sechsten Tabellenplatz mit Tendenz nach unten. 2:10 Punkte standen in der Rückserie zu Buche, „und wenn es ganz blöd gelaufen wäre, wäre es noch eng geworden mit dem Klassenerhalt“, vermutet Bernd Möllmann. So hieß es bei Schwarzgelb: das rettende Ufer erreicht, die Saison abhaken, nach vorne blicken.

Auf der Suche nach Gründen für den Abwärtstrend wurden die Borussen bei ihrer zu Saisonbeginn eingekauften Nummer 1 fündig: Der Russe Fedor Kuzmin konnte die Erwartungen nie vollends erfüllen, in der Rückserie plagte sich der Routinier mit einer Hüftverletzung herum und war so nicht die erhoffte Hilfe. Folgerichtig wird das obere Paarkeuz beim BVB neu besetzt: Vom Erstliga-Absteiger TTC Indeland Jülich kommt mit Dennis Klein ein 22-jähriger Rechtshänder mit viel Potenzial.

Nachfrage nach Tischtennis-Tischen seit Corona-Ausbruch gestiegen

Die Nummer 309 der Weltrangliste erreichte 2015 das Viertelfinale bei der Jugend-Weltmeisterschaft. In diesem Jahr bezwang Klein bei den Westdeutschen Meisterschaften seinen künftigen Teamkollegen und Partner im Spitzen-Paarkreuz, Erik Bottroff. „Dennis hat mir dort allein mit seiner Einstellung sehr imponiert. Ich glaube, er wird uns im oberen Paarkreuz sehr helfen“, sagt Möllmann, der ansonsten seinem Vorjahreskader vertraut.

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Der 19-jährige Kirill Fadeev kennt Dennis Klein übrigens aus seiner Düsseldorfer Trainingsgruppe im Leistungszentrum – beide traten jetzt auch bei den „German Open“ in der Landeshauptstadt gegen Timo Boll und Co. an. Von BVB-Eigengewächs Fadeev erhofft sich der Abteilungschef den nächsten Leistungsschritt. Der Ungar Krisztian Nagy bleibt den Borussen ebenfalls erhalten.

Corona hat die bisherige Saisonvorbereitung arg ausgebremst, sodass die Schwarzgelben an Tischtennis-Platten im öffentlichen oder privaten Raum trainieren. So nutzt Familie Fadeev – Kirills Eltern waren beide Profis – die Platte in der heimischen Garage dazu, das Ballgefühl nicht zu verlieren. Bundesweit sei übrigens die Nachfrage nach Tischtennis-Tischen für den Garten sprunghaft gestiegen, berichtet Möllmann schmunzelnd.

Die Anfrage der Borussia bei der Stadt Dortmund bezüglich der Nutzung der Spielstätte Brügmannhalle läuft. „Wir haben fertige Hygiene-Konzepte in der Schublade, aber es gibt doch noch einige offene Fragen, schließlich wird die Brügmannhalle auch vom Schulsport genutzt.“ Beim Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) laufen die Planungen für die kommende Saison indes „normal“. Saisonstart soll Ende August sein, die Wechselfrist ist seit Ende Mai beendet, die Meldefrist für die Teams läuft. Die Schwarzgelben, die seit 1994 ununterbrochen im Bundesliga-Unterhaus aufschlagen, sind auf alle Eventualitäten durch Corona-Einschränkungen vorbereitet.

„Durch die Platte haben die Spieler ohnehin 2,87 Meter Abstand, wir machen keine Begrüßung durch Handschlag, keine Seitenwechsel und spielen keine Doppel. Wir haben farbige Bälle angeschafft, die den Spielern zugeordnet werden. Denkbar ist auch, dass wir, wie in der 1. Liga TTBL, Ballkinder haben. Außerdem werden künftig nicht zwei Mannschaften parallel in einer Halle spielen“, sagt Bernd Möllmann und schiebt optimistisch nach: „Wir sind vorbereitet“.

Das ist im Übrigen auch die hochtalentierte „Zweite“ des BVB. Der Regionalligist, der als Aufsteiger die Klasse gehalten hat, wird durch Felix Kleeberg (21) aus Köln-Porz und den erst 15-jährigen Hagener Win Verdonschot verstärkt, „unser Entwicklungsbecken für die 2. Liga“, strahlt Möllmann voller Vorfreude.

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