Nach Hecker-Cup-Aus: Muss man sich finanzielle Sorgen um den ASC machen?

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Eine bittere Nachricht für den Dortmunder Amateurfußball: Der Hecker Cup des ASC 09 Dortmund findet 2020 nicht statt. Der ASC-Vorsitzende Michael Linke erklärt die Beweggründe und die Folgen.

Dortmund

, 22.07.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dortmunder Fußball verliert sein sportlich wertvollstes Fußballturnier. Wir haben mit dem ASC-Vorsitzenden Michael Linke über die Absage des Hecker Cups und die Folgen gesprochen.

Wie schwer ist es Ihnen gefallen, den Hecker-Cup abzusagen?

Natürlich sind wir traurig, nach 24 Jahren den Hecker Cup auszusetzen. Am Montagabend bei der Vorstandssitzung war es dann nicht mehr ganz so dramatisch, das Turnier abzusagen, weil wir vorher schon wussten, dass es keinen Sinn ergibt, das Turnier durchzuziehen.

Gab es keine Alternative?

Letztlich nein. Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Schon im April und Mai war uns klar, dass wir die Nummer mit zwölf Vereinen wahrscheinlich nicht durchziehen können. Wir haben uns dann überlegt, ein Turnier für acht Mannschaften auf unseren beiden Anlagen zu organisieren. Zuletzt hatten wir über ein Blitzturnier mit vier Teams nachgedacht.

Und warum letztlich die Absage?

Es gab keine Alternative. Rein zeitlich war es schon gar nicht mehr möglich. Wir wollten dem Brackeler Turnier nicht in die Quere kommen, zudem müssen wir im August noch den Kreispokal zu Ende spielen. Aber auch aus kaufmännischen Gründen hätte es sich nicht gelohnt.

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Obwohl 300 Zuschauer erlaubt sind?

Wir hätten ja höchstens 200 Eintrittskarten verkaufen können. 50 Tickets pro Verein. Zu den 300 Zuschauern zählen ja auch alle Helfer des Klubs, die Presse, die Organisatoren. Unsere Gourmetmeile hätten wir ja gar nicht wie in den Vorjahren anbieten können. Wir hätte ja die Hygienevorschriften von Gastronomiebetrieben einhalten müssen.

Die Einnahmen des Hecker Cups waren ja in der Vergangenheit ein wichtiges Standbein für den Etat. Muss man sich finanzielle Sorgen um den ASC machen?

Nein, der Etat steht für die anstehende Saison. Unter kaufmännischen Gesichtspunkten muss sich niemand Sorgen machen.

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Wie fangen Sie den Verlust auf?

Wir müssen den Gürtel enger schnallen. Aber der Etat für die kommende Saison liegt nicht weiter unter dem der vergangenen Spielzeit.

Wie schaffen Sie das?

Wir haben vorausschauend in manchen Bereichen schnell angefangen zu sparen. Wir haben sogar Sponsoren hinzugewinnen können.

Gucken wir mal auf den Oberliga-Kader. Hat Ihr Sportlicher Leiter Samir Habibovic ein gutes Team zusammengestellt?

Im Training sieht es bisher sehr gut aus. Die Truppe gefällt mir. Da sind auch ein, zwei Typen dabei, die dem Team guttun könnten.

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Wen meinen Sie?

Qlirim Gashi zum Beispiel, der ja aus Herne kam. Der führt intensive Zweikämpfe. Da liegen auch mal ein paar Gegenspieler auf dem Boden. Said Dahoud gefällt mir mit seiner Art Fußball zu spielen auch.

Am Mittwochabend gibt es ja die Videokonferenz mit den Vereinsvertretern der Oberliga und dem Staffelleiter. Was erhoffen Sie sich?

Ich möchte keine Saison mit 40 Spielen. Deshalb wünsche ich mir für die 21 Mannschaften keine normale Saison mit einer Hin- und Rückrunde.

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