„Mr. Mengede“ sieht die Chancen im Kreispokal gegen Bövinghausen bei zehn Prozent

dzFußball in Dortmund

Nicht mehr lange bis zum Kreispokalfinale zwischen dem TuS Bövinghausen und Mengede 08/20. Der Bezirksligist nimmt die Herausforderung beim TuS an - bleibt aber realistisch.

Dortmund

, 19.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Jahr der Rückkehrer in Mengede soll nach einigen Jahren der Abstiege und zuletzt der Stabilisierung neuen Schwung in den Volksgarten bringen. Trainer Thomas Gerner, Robin Dieckmann, Dennis Schultze-Adler, Christof Tielker und Robin Dieckmann feierten bereits vor dem offiziellen Saisoneröffnungstermin ein Wiedersehen mit vielen 08/20-Bekannten.

Einer davon scheint die wechselhaften Jahre mit stoischer Gelassenheit erlebt zu haben. Ruhig und entspannt ist der Ur-Mengeder Tim Gebauer (35) auch beim Fototermin. Ein Ereignis aber lockt Mr. Mengede dann doch aus der Reserve: das anstehende Kreispokalfinale gegen den TuS Bövinghausen. Darüber und über die Entwicklung sowie die aktuelle Situation seines Herzensvereins spricht Tim Gebauer im Interview mit den Ruhr Nachrichten

Herr Gebauer, Sie sind das sportliche Gesicht des Vereins, gingen mit ihm durch Dick und Dünn. 08/20 galt lange als Pokalmannschaft. Dennoch ist das Endspiel ein Novum für Sie. Es scheint kaum zu glauben. Wie kam es, dass beides erst jetzt zusammenfindet?

14 Jahre, einschließlich meiner Juniorenjahre, von 35 spiele ich für Mengede. Unser Vorsitzender Michael Schulz weiß zu berichten, dass wir fünfmal in den vergangenen 16 Jahren im Kreispokalendspiel standen und 2007 und 2009 gewannen. Immer wenn wir soweit kamen, war ich dann doch weg. Daher freue ich mich jetzt riesig, in meinem Alter das Vergnügen zu haben.

Glauben Sie, dass es beim hochgerüsteten Neu-Westfalenligisten wirklich ein Vergnügen wird?

Wir haben auf alle Fälle nichts zu verlieren. Wenn ich mir den Bövinghauser Kader ansehe, liegen unsere Chancen vielleicht bei zehn Prozent. Aber ich finde es schon super, dass wir mit einem effizienten 6:2 bei Brackel 61 ins Endspiel gekommen sind und sicher im Westfalenpokal mitmischen dürfen.

Was ist dann im Endspiel an der Provinzialstraße realistisch?

Dass wir mithalten und so Selbstvertrauen tanken. Aber klar, das ist schon eine Herausforderung. Ich bin aber ehrgeizig und nehme sie an.

Sie haben jahrelang für Westfalia Herne und die SSVg Velbert in höheren Ligen, sogar in der Regionalliga, gekickt. Seit 2014 aber sind sie ohne Pause in Mengede. Sie haben sich diesen Höhepunkt verdient. Sie wirken aber ohnehin immer rundum mit sich im Reinen. Wie kommt das?

Ja, ich bin auch bewusst mit dem Verein durch Dick und Dünn gegangen. Das lag daran, dass ich an den Abstiegen beteiligt war. Ich hatte immer den Willen, den Karren dann wieder aus dem Dreck zu ziehen. Insgesamt war es aber auch eine schöne Zeit. Ich fühle mich hier einfach wohl.

Tim Gebauer spielt insgesamt schon 14 Jahre für Mengede 08/20.

Tim Gebauer spielt insgesamt schon 14 Jahre für Mengede 08/20. © Stephan Schuetze

Was macht denn Mengede aus, dass Sie trotz der Turbulenzen so viel Positives mit diesem Verein verbinden?

Der Zusammenhalt und die Leute, die auch über die Jahre geblieben sind. Schön natürlich, dass jetzt viele zurückkehren.

Sie werden dafür gute Gründe haben, bestimmt auch sportliche. Schöpfen Sie Mut, dass Sie als Mitdreißiger noch einen Mengeder Höhenflug erleben dürfen?

Es sieht gut aus. Wir haben uns zuletzt stabilisiert. Wenn ich davon spreche, dass ich mich über Thomas Gerners Wiederkehr freue, möchte ich aber auch erwähnen, dass ich sehr gerne mit Tobias Vößing zusammengearbeitet habe. Er hat dafür gesorgt, dass es zuletzt aufwärts ging. Thomas Gerner ist ein positiver Typ, der uns guttun wird.

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Wie bewerten Sie die Stimmung, die ja unter den Corona-Bedingungen anders sein dürfte?

Sehr positiv. Die Neuen, aber auch die Gebliebenen arbeiten gut. Ich bin ein Wettkampftyp und freue mich schon auf die Saison. Ja, ich habe gute Laune. Und da Sie bestimmt nach den Zielen fragen möchten, darf ich schon antworten: oben mitspielen. Das dürfte mit diesem guten Kader klappen. Wir halten zusammen, haben gute Charaktere und auch Qualität.

Sie reden nicht so, als stünden Sie vor Ihrer letzten aktiven Saison?

Ach, ich sage schon seit drei Jahren, dass ich von Jahr zu Jahr denke. Und es tut auch montags nach den Spielen schon alles etwas weh. Ich bin seit fünf Jahren im Beruf, bin verheiratet. Nebenher habe ich noch das Hobby Tennis. Ich habe schon einige Inhalte. Ich habe gesagt, dass ich meine Karriere in Mengede beende. Ich lege mich da aber nicht fest. Wenn es Spaß macht, muss ich ja auch nicht aufhören.

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