Moussa Fall von Kirchderne nach Kemminghausen: Neuer Verein zwischen Moschee und Fahrschule

Fußball-Bezirksliga

Moussa Fall spielte bei Viktoria Kirchderne und fand dort Freunde. Doch irgendwie wollte er nochmal was Neues. Wie gut, dass der VfL Kemminghausen nur ein paar Kilometer weiter spielt...

Dortmund

, 17.08.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Moussa Fall von Kirchderne nach Kemminghausen: Neuer Verein zwischen Moschee und Fahrschule

Im ersten Spiel der noch jungen Saison stand Moussa Fall in der Startelf. Schuetze © Stephan Schuetze

Die Geschichte wie Moussa Fall und der VfL Kemminghausen ein Team wurden, ist nicht die Geschichte eines x-beliebigen Vereinswechsels.

Mengede, Türkspor, Kirchderne

Der 25jährige Senegalese ist kein Unbekannter im Dortmunder Amateurfußball, spielte bereits für Mengede 08/20 in der Westfalenliga, schaffte mit Türkspor den Aufstieg in die A-Liga und schloss sich in der vergangenen Saison dem Bezirksligisten Viktoria Kirchderne an. Nur eine dauerhafte fußballerische Heimat schien er bislang nie gefunden zu haben. „Es ging mir gut in Kirchderne. Ich hab da Freunde gefunden. Aber ich musste einfach nochmal was Neues ausprobieren“, sagt er.

Das Neue ist in diesem Fall nicht weit vom Alten entfernt. Denn zwischen den Plätzen von Kirchderne und Kemminghausen liegen nur die A2 und nicht einmal vier Kilometer Luftlinie. Kein Wunder also, dass Moussa Fall das Schicksal der Kemminghauser in der letzten Landesliga-Saison verfolgt hat. „Ich hab echt mitgefiebert, ob sie nicht doch noch den Abstieg verhindern können. Aber es hat ja leider nicht geklappt.“

Der Zufall setzt den Impuls

Trotzdem verlor Fall Kemminghausen nicht aus den Augen, kannte Trainer Reza Hassani zumindest bereits vom Sehen. Aber wie so oft im Leben setzte der Zufall den entscheidenden Impuls. Denn an der Mallinckrodtstraße in Dortmund hat nicht nur Hassani seine Fahrschule. Sondern gegenüber betet auch Moussa Fall in der Al-Fath-Moschee. „Ich wusste ja gar nicht, dass er da seine Fahrschule hat, bis ich ihn dort gesehen habe“, sagt Fall. Aber dann sei er später einfach mal reingekommen, erinnert sich Hassani.

Eine gute Entscheidung, wie Fall sich jetzt schon sicher ist. Im neuformierten Team des Landesliga-Absteigers fühlt er sich bestens aufgenommen. Im ersten Spiel, beim 1:1 gegen TuS Eichlinghofen stand der 1,75 Meter große offensive Mittelfeldmann bereits in der Startelf. Nur bei einer Sache will Fall für seine sportliche Zukunft beim VfL Kemminghausen kürzer treten. „Ich spiele schon lange, gerne und erfolgreich auch Futsal. Aber das wäre im Moment eine zu hohe Belastung.“

Nachbarschaftsduell

Dem Nachbarschaftsduell (15.15 Uhr, Gretelweg 1, 44339 Dortmund) mit seinem alten Verein am Sonntag sieht Moussa Fall indessen überhaupt nicht mit gemischten Gefühlen entgegen. „Ganz im Gegenteil ich freue mich auf das Spiel. Denn auch wenn ich nur ein Jahr bei Kirchderne war, hab ich mich da doch sehr wohl gefühlt. Und als ich gesagt habe, dass ich in der nächsten Saison in Kemminghausen mein Glück versuchen will, ist die Trennung total fair abgelaufen.“

Es geht also am Sonntag auch für Moussa Fall einzig und allein um die drei Punkte. Aber die sollen es schon sein. Denn schließlich wolle man als Landesliga-Absteiger auf jeden Fall oben mitspielen in der Bezirksliga. Dass mit Viktoria Kirchderne eines der im positiven Sinne stabilsten Bezirkligateams der letzten Jahre beim VfL antritt, schreckt Fall nicht. „Die Liga ist ohnehin noch stärker als sie schon im letzten Jahr war.“ Da müsse man eben gewinnen, wenn der Anspruch da sei, zu den besten Mannschaften zu gehören. Moussa Fall hat diesen Anspruch ganz und gar: „Ich sehe uns auf jeden Fall unter den Top 3.“

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