Christof Tielker kehrt zurück zu Mengede 08/20: „Das würde mir wirklich wehtun“

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Christof Tielker kehrt nach Mengede zurück, von seinem Bruder gab es daraufhin schon eine Drohung für die Zukunft. Von Westfalia Wickede konnte er sich bisher nur per Whatsapp verabschieden.

Dortmund

, 24.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bis 2016 hatte Christof Tielker in seinem Leben kein anderes Trikot getragen als das von Mengede 08/20. Danach folgten zwei Jahre Oberliga beim ASC und zwei Jahre bei Wickede in der Westfalenliga. Jetzt geht es für den 30-jährigen Defensivspezialisten zurück nach Mengede in die Bezirksliga. Ob er vorher nochmal für Westfalia Wickede auflaufen wird, weiß er nicht.

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Herr Tielker, Sie kehren nach vier Jahren im Sommer nach Mengede zurück. Wie viel hatte denn ihr Ex-Trainer Thomas Gerner damit zu tun?

(lacht) Natürlich hatte er was damit zu tun. Wir kennen uns ja schon etwas länger und der Kontakt ist nie abgebrochen. Ich hatte aber schon vorher Kontakte zu Mengede, der war aber noch nicht ausgeprägt. Konkret wurde es dann mit Thomas.

Mit Ihnen wechselt auch Robin Dieckmann von Westfalia Wickede, er ist ebenfalls ein Ex-Mengeder. Wer war denn zuerst dran mit den Gesprächen?

(lacht) Natürlich haben Robin und ich uns darüber unterhalten, wir sind gute Freunde. Vielleicht war Robin schon etwas eher ein bisschen weiter in der Entscheidung als ich. Er hat wohnt im Gegensatz zu mir auch immer noch ganz in der Nähe von Mengede.

Wie schwer ist es Ihnen gefallen, Ihre Entscheidung in Wickede zu verkünden?

Das ist mir natürlich schwer gefallen. Ich habe in Wickede viele Freunde gefunden, ich mag den Verein sehr. Die haben wirklich ein sehr gutes Umfeld und mega engagierte Leute. Ich habe mich in Wickede einfach sehr wohl gefühlt. Ich muss sagen, dass ich bei allen drei Vereinen, in denen ich bisher gespielt habe (Mengede 08/20, ASC 09, Westfalia Wickede, Anm. d. Red.), wirklich Glück hatte und mich immer sehr wohl gefühlt habe.

Ob Christof Tielker noch einmal im Trikot von Westfalia Wickede auflaufen wird, weiß der 30-Jährige nicht.

Ob Christof Tielker noch einmal im Trikot von Westfalia Wickede auflaufen wird, weiß der 30-Jährige nicht. © Nils Foltynowicz

Falls die Saison aufgrund des Coronavirus nicht mehr zu Ende gespielt wird, werden Sie wahrscheinlich kein Spiel mehr für Wickede machen...

Ja das stimmt. Als meine Entscheidung für Mengede gefallen ist, war die Situation so, wie sie heute ist, noch nicht absehbar. Es tut mir schon ein bisschen weh, dass ich es meinen Teamkameraden nicht persönlich sagen konnte. Das sind alles liebe Jungs. Ich habe das auch so in unsere Whatsapp-Gruppe geschrieben, dass ich das gerne anders gehabt hätte. Aber natürlich ist im Moment alles andere sehr viel wichtiger als Fußball.

Also muss Ihr Abschied in Wickede nachgeholt werden?

(lacht) Dass wir uns nochmal sehen, davon gehe ich aus. Aber es würde mir wirklich wehtun, wenn ich gar nicht mehr für Wickede auflaufen könnte.

Wenn die Liga doch fortgesetzt werden sollte, wären Sie denn fit für einen Einsatz? Sie laborieren seit vergangenem Jahr an einer Sprunggelenksverletzung.

Genau, ich habe oder hatte nach einem Außenbandriss im vergangenen Jahr eine Knochenstauchung. Ich habe danach schon wieder ein Spiel gemacht, das kam aber anscheinend zu früh, ich hatte danach weiter Probleme. Ich müsste jetzt aber eigentlich in Kürze wieder sportlich einsteigen können. Ich habe jetzt bald einen MRT-Termin - also wenn der trotz der aktuellen Lage stattfinden sollte. Ich bin zuletzt sechs Wochen auf Krücken gelaufen, hoffe aber, dass ich nach dem Arzttermin dann langsam wieder anfangen kann. Ich würde in Wickede (vorletzter Tabellenplatz, 13 Punkte, Anm. d. Red.) wirklich gerne mithelfen, den Abstieg zu verhindern, das wäre ein super Ausstand.

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Eines steht auf jeden Fall fest: In der kommenden Saison laufen Sie wieder für Mengede auf. Sind Sie denn trotz anderer Trikot-Farben im Herzen immer ein Mengeder geblieben?

Also die Identifikation war auf jeden Fall immer da. Ich habe vor allem in der aktuellen zweiten Mannschaft immer noch viele langjährige Freunde. Ich habe auch immer verfolgt, was sportlich los war, der Absturz hat mir richtig leid getan. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass sich die Mannschaft jetzt wieder stabilisiert hat. Und wenn ich mal Zeit hatte, mir Spiele anzugucken, dann war ich natürlich für Mengede und habe mitgefiebert. (lacht) Mengede ist eine Herzensangelegenheit.

Mengede hat mit unter anderem Trainer Thomas Gerner, Florian Knafla, Robin Dieckmann und Ihnen starke Neuzugänge. Sie haben in der kommenden Bezirksliga-Saison Einiges vor, oder?

Das sagen irgendwie alle. (lacht) Ich weiß tatsächlich noch gar nichts von Saisonzielen. Ich will erstmal die Mannschaft kennenlernen, einige Spieler kenne ich tatsächlich nur vom Sehen. Und dann müssen wir mal schauen, was möglich ist. Sollte Türkspor in der Liga bleiben, ist das natürlich schon ein Kaliber.

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Auch RW Germania ist als aktuell Tabellendritter nicht ohne, Ihr Bruder Yannick hat die Liga bis zur Unterbrechung mit 19 Toren kaputt geschossen...
(lacht) Ja, mein Brüderchen spielt auch bei keinem schlechten Verein. Wir sind bisher auf dem Platz noch nicht aufeinandergetroffen, haben nur kurz bei Mengede zusammengespielt und danach immer in unterschiedlichen Ligen.

Sie spielen eher defensiv, in der Innenverteidigung, außen oder auch mal auf der Sechs. Sie würden auf dem Platz also wahrscheinlich direkt aufeinandertreffen.

Ja, er hat schon gesagt, dass er gegen mich mindestens zwei, drei Tore schießen will. (lacht)

Christof Tielkers Bruder Yannick hat für RW Germania schon 19 Tore erzielt.

Christof Tielkers Bruder Yannick hat für RW Germania schon 19 Tore erzielt. © Schütze

Ist der Weg von der Westfalenliga in die Bezirksliga für Sie ein Rückschritt?

Das ist mit Blick auf die Liga so. Aber ich sehe es nicht als Rückschritt. Ich habe bei den Spielen von meinem Bruder gesehen, dass die Bezirksliga kein schlechtes Niveau hat. Aber ich bin jetzt auch beruflich mehr eingespannt, die Prioritäten verschieben sich ein bisschen.

Sie sind mit Ihren 30 Jahren im besten Fußball-Alter, sind jetzt zu ihrem Jugendklub zurückgewechselt. Wird Mengede Ihr letzter Verein sein?

Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Man weiß nie, was passiert, aber ich will so lange spielen, wie möglich. Trotzdem kann ich mir schon vorstellen, mal bei Mengede aufzuhören. Aber ob das jetzt in fünf Jahren ist oder in zehn bei den alten Herren, das weiß ich nicht.

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