Mengede 08/20 braucht im Finale mehr als nur eine lange Leiter

dzKreispokal-Finale

Thomas Gerners quietschgrüner Anzug zur Feier der Hallenstadtmeisterschaft 2016 ist unvergessen - und sollte der Sieg im Kreispokal gelingen, denkt Mengedes Trainer über eine Überraschung nach.

Dortmund

, 22.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird aber ein ganz dickes Brett, das die Mannschaft von Thomas Gerner da am kommenden Sonntag bohren muss. Westfalenliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen erwartet den Bezirksligisten Mengede 08/20 zum Finale im Kreispokal.

„Selten war so viel Wahres an der alten Fußballerweisheit, dass die einen einen einen überragenden und die anderen einen ganz schwarzen Fußballtag erwischen müssen, wenn an diesem Sonntag die Überraschung wahr werden soll“, sagt Gerner. Die, die auf einen überragenden Tag hoffen, sind an diesem Sonntag die Mengeder.

Jetzt lesen

Seit acht Wochen wird das Team wieder von Thomas Gerner trainiert, hat eine respektable Vorbereitung hingelegt und zwischenzeitlich auch noch das Pokalhalbfinale gegen den starken A-Ligisten Dortmunder Löwen - Brackel 61 mit 6:2 gewonnen. „Das Ergebnis klingt zwar deutlicher als das Spiel tatsächlich war“, sagt Gerner. „Aber wir waren schon sehr effektiv.“

Verdienst von Tobias Vössing

„Allerdings“, sagt Gerner, „ist dieses Weiterkommen im Pokal in aller erster Linie Verdienst meines Vorgängers im Traineramt, Tobias Vössing. Er hat die Mannschaft bis ins Halbfinale gebracht. Und nur wegen der Verzögerungen durch die Coranakrise, durfte ich die Mannschaft im Halbfinale und darf ich sie jetzt im Finale coachen.“

Jetzt lesen

In diesem Finale wartet am Sonntag auf dem Sportplatz Bövinghausen an der Provinzialstraße 273 eines der aktuell größten Kaliber des Dortmunder Amateurfußballs. „Diesen Titel holen wir uns gegen den TuS Bövinghausen nicht mit einer Leiter und auch nicht mit einer Drehleiter. Da müssen wir schon noch etwas höher hinaus.“

Gerner sieht das Finale gegen Bövinghausen aber eher als ein „Bonusspiel“. „Denn unser erstes Ziel, auf das wir in den ersten drei Wochen der Vorbereitung hingearbeitet haben, haben wir mit dem Sieg im Halbfinale schon erreicht: Nämlich die Teilnahme am Westfalenpokal.“

Jetzt lesen

Trotzdem spüre er die Euphorie in Mengede vor dem Schlussakt im Kreispokal. „Ich gönne das der Mannschaft und dem Verein von ganzem Herzen. Und ich werde meinen Teil dazu tun, dass wir am Sonntag dem Favoriten die Stirn bieten können.“

Bärenstarke Truppe

Was der TuS so anstellt auf dem Feld, davon hat sich Gerner zuletzt öfter mal überzeugt. „Ich wohne ja nur eineinhalb Kilometer vom Platz entfernt und hab mir einfach mal zwei Spiele angesehen. Und was ich da gesehen habe, das ist schon bärenstark. Das heißt, für Sonntag hab ich da taktisch noch so einiges zu tüfteln.“

Jetzt lesen

Personell drücken Mengede 08/20 vor dem Finale allerdings einige Sorgen. „Wir kommen jetzt gerade in den Bereich, in dem die schwierige Vorbereitung bei einzelnen Spielern Spuren hinterlässt: Torwart Rene Kuck hat sich eine schwere Adduktorenverletzung zugezogen. Florian Knafla fällt mit Muskelfaserriss aus. Robin Dieckmann pausiert wahrscheinlich. Und Christof Tielker ist noch nicht wieder fit.“

Jetzt lesen

Dennoch hat der Trainer keine Zweifel, dass die Mengeder, die am Sonntag auflaufen werden, „heiß sind“. „Die Mannschaft hat sich dieses Finale nun wirklich verdient. Und ich hoffe, die Jungs haben einfach viel Spaß dabei, sich mit einem richtig starken Gegner zu messen.“

Was ist mit dem grünen Anzug?

Und was ist, wenn tatsächlich der Fall eintritt, dem Mengedes Tim Gebauer nur eine Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent einräumt, wenn Mengede den Pokal holt? Haut der Trainer dann nochmal einen raus, wie weiland 2016 als er nach dem Gewinn der Hallenstadtmeisterschaft im leuchtend grünen Anzug zur fälligen Party erschien? „Der grüne Anzug war einmalig“, lacht Gebauer. „Aber ich denk mal drüber nach, ob mir nicht noch was Verrücktes als Zusatzmotivation für die Jungs einfällt. Nur eins kann ich jetzt schon sagen: Ne Glatze schneiden lass ich mir nicht.“

Lesen Sie jetzt