Mathe-Promovent und Dauerläufer beim Kirchhörder SC: Ich arbeite gerne für andere

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Für den Kirchhörder SC läuft in dieser Saison vieles nach Plan: Das Team liegt auf Rang drei. Ein wichtiger Faktor ist ein Mittelfeldmotor, der nicht nur auf dem Platz alle ausrechnet.

Dortmund

, 15.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anfangsphase im Derby gegen den SV Brackel 06 lief für den Kirchhörder SC nicht gut. Zwei Chancen hatten die Gäste in den ersten fünf Minuten. Grund genug für einen Kicker des KSC seine Spieler ordentlich zusammenzustauchen. „Werdet mal wach, Jungs“, hallte es über den Platz.

Dabei sieht sich Michael Sievers selbst gar nicht als Lautsprecher. „Bei uns sind es eher andere Spieler, die vorangehen. Simon Rudnik an erster Stelle, aber auch Philipp Kremer oder auch Gilmar Mendes“, sagte der defensive Mittelfeldspieler.

Michael Sievers: „Sehe mich auf der Position gut aufgehoben“

Der 27-Jährige kickt mittlerweile in der zweiten Saison für den KSC und fühlt sich auf der Sechs sehr wohl. „Ich bin läuferisch gut unterwegs und arbeite gerne für andere. Außerdem bin ich körperlich präsent. Daher sehe ich mich auf der Position gut aufgehoben.“

Sievers gehört zu den Stammkräften des Teams und ist ein Faktor, warum Kichhörde über eine stabile Abwehr verfügt. Erst 21 Gegentore kassierte das Team in 20 Spielen und hat damit die zweitbeste Defensive in der Landesliga. Mit seiner körperlichen Präsenz hält er die Offensive des Gegners vom eigenen Tor fern.

Seine Schwächen sieht er dagegen eher im technischen Bereich. „Da habe ich schon das eine oder andere Defizit. Und Tore schießen sollten besser die anderen“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Michael Sievers kickt in seiner zweiten Saison für den Kirchhörder SC.

Michael Sievers kickt in seiner zweiten Saison für den Kirchhörder SC. © Nils Foltynowicz

Gebürtig stammt der 27-Jährige aus dem Emsland – genau genommen aus Surwold, einer Gemeinde mit knapp über 4000 Einwohnern. Beim dortigen SV Surwold lernte er das Kicken. Das Mathematik-Studium an der TU Dortmund zog ihn dann nach Westfalen.

Bevor er beim Kirchhörder SC aufdribbelte, durchlief er mehrere Stationen im Dortmunder Amateurfußball. Alles begann in der Saison 2014/2015 beim Hombrucher SV. „Ich habe im Süden gewohnt und dann dort angefragt. Es passte gleich alles“, erinnert sich Sievers.

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Beim HSV blieb er zwei Jahre, ehe er zum SV Arminia Marten wechselte. Da sich das Team vom Spielbetrieb abmeldete, wechselte er noch während der Spielzeit 2017/2018 zum Holzwickeder SC. Anschließend ging es dann zum KSC. „Die vielen Wechsel sind größtenteils der persönlichen Situation und der beruflichen Lage geschuldet“, geklärt Sievers.

Michael Sievers: „Wir wollen noch oben angreifen“

Mit dem Verlauf der aktuellen Saison ist der Mittelfeldspieler zufrieden. Aktuell liegt der KSC auf Rang drei – wobei Spitzenreiter Wacker Obercastrop und der Zweitplatzierte TuS Bövinghausen vier bzw. elf Zähler entfernt sind. „Wir wollen noch oben angreifen. Ich denke, wir haben noch Luft nach oben und sind noch nicht in Topform, wobei wir ganz gut in die Rückrunde gestartet sind.“

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Für die kommende Saison hat der Rechtsfuß noch keinen genauen Plan. Erstmal liegt die Priorität auf seiner Promotion. Momentan arbeitet Sievers an seiner Doktorarbeit in Numerischer Analysis. Ziel ist es, im Laufe dieses Jahres das Werk zu beenden.

„Für die Oberliga reicht es nicht“

Je nachdem, an welchen Standort es nach der Promotion hingeht, spielt er auch weiter. Am liebsten würde er für den KSC weiterkicken, „allerdings ist es bei uns Mathematikern ungewöhnlich, nach der Doktorarbeit am selben Standort zu bleiben.“

Sportlich könnte sich der kopfballstarke Mittelfeldspieler durchaus die Westfalenliga zutrauen, mehr sei jedoch nicht drin. „Ich glaube, für die Oberliga reicht es einfach nicht. In der Westfalen- oder Landesliga fühle ich mich sehr wohl.“

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