Luca Kilian (BVB II): „Ich verstehe auch nicht, was hier gerade los ist“

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Der BVB II findet nicht in die Spur. Nach der Niederlage gegen Kaan, ging am Sonntag auch die Partie gegen den zweiten Aufsteiger SV Lippstadt verloren. Die Spieler redeten nichts schön.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 23.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Taylan Duman ist für gewöhnlich durchaus beredt. Der 21-Jährige stellt gern seine Sicht der Dinge dar. Wohlüberlegt artikuliert er sich dann in beide Richtungen. Wenn es angemessen ist, findet Duman lobende Worte. Und ist die Gesamtleistung von sich und seinen Kollegen eher mangelbehaftet, dann kritisiert er, sucht keine abstrusen mildernden Umstände. Was sich Duman allerdings nach dem 0:1 gegen den SV Lippstadt dachte, bleibt unklar. Diesmal nämlich wollte er nicht öffentlich sprechen, entschuldigte sich und schlurfte sichtbar angefasst in die Kabine.

Nach dem 1:2 gegen den Vorletzten 1. FC Kaan-Marienborn hatte Duman die „180-Grad-Wendung“ gefordert. Es war ein Weckruf, der verhallte. Denn die Reaktion auf dieses „sehr traurige Spiel“ (ebenfalls Duman) fiel nur dezent aus. Gegen Lippstadt präsentierte sich der BVB zwar verbessert, verlor allerdings verdient. Innenverteidiger Luca Kilian gestand ehrlich, „dass der Gegner insgesamt die deutlich klareren Chancen hatte. Sie hätten auch ein oder zwei Tore mehr machen können“.

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Vor allem Eric Oelschlägel, Dortmunds U23-Schlussmann, war es geschuldet, dass die in Gänze deutlich frischer wirkenden Lippstädter nur zu einem Erfolg kamen. In der ersten Halbzeit rettete er dreifach, nach Wiederanpfiff noch einmal. Beim Gegentor jedoch, in der 46. Minute von Kevin Holz erzielt, war auch Oelschlägel chancenlos. Zuvor hatte Lippstadt, so BVB-Trainer Alen Terzic, einen „Top-Spielzug“ gezeigt. Zügig wie präzise vorgetragen – und konsequent abgeschlossen. Attribute, die sie sich beim BVB gern mal wieder auf die Fahne schreiben würden. Allein, es wäre massivste Schönfärberei.

Denn zumeist ist das Angriffsspiel derzeit nicht fix, akkurat und effizient. Eher träge, schludrig und deshalb häufig wirkungslos. Terzic beschwor nach der zweiten Pleite in Folge „das Momentum“, das sich von den Seinen abgewendet habe – und bezog sich dabei unter anderem auf einen Kopfball von Gianluca Rizzo, der ans Aluminium dockte, anstatt zum Ausgleich ins Netz zu fliegen.

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Das Dortmunder Grundübel allerdings ist nicht ein Pechmoment wie jener, sondern die Tatsache, dass viel zu wenige Glücksmomente provoziert werden. Man muss ein Spiel auch mal gewinnen – und nicht nur darauf hoffen, dass der Gegner es verliert. Kilian kritisierte: „Offensiv war das zu wenig. Zum wiederholten Mal.“ Und Dominik Wanner, links vorne aufgeboten, merkte an: „Momentan ist der Wurm drin.“

Nach konkreten Ursachen befragt, ist Dortmunds Belegschaft regelmäßig die Ratlosigkeit anzumerken. „Ich verstehe auch nicht, was hier gerade los ist“, sagte Kilian. Dass „die Qualität auf dem Platz“ fehle, wie Manager Ingo Preuß in der vergangenen Woche befand, verneinte der Abwehrmann: „Wenn man sich die Einzelspieler anschaut, haben alle mindestens Drittliga-Niveau. Wir kriegen es nur nicht auf den Rasen.“

Nur auf dem Platz ist wenig in Ordnung

Die unspektakuläre Tabellensituation wollte Kilian ebenfalls nicht als Argument gelten lassen für die unterdurchschnittlichen Vorträge. Und innerhalb der Mannschaft sei auch alles in bester Ordnung. „Wir trainieren gut. Und wir verstehen uns super.“ Aktuell allerdings nur neben dem Platz.

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