Lokales Fußball-Urgestein macht den Dortmundern das Leben extrem schwer

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Ein Dortmunder Fußball-Urgestein hat der Stadt nach der vergangenen Saison den Rücken gekehrt. Mittlerweile macht er mit seinem neuen Klub den Dortmunder Vereinen das Leben schwer.

Dortmund

, 30.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spitzenreiter VfB Westhofen könnte zum wunden Punkt des Dortmunder Amateurfußballs werden, sollte er in der Kreisliga A weiter so dominieren wie bisher. Auf der Kommandobrücke des Schwerter Vorortvereins steht aber jemand, der wie fast kaum ein anderer mit dem Dortmunder Fußball in Verbindung steht.

Lothar Huber, einst Publikumsliebling beim BVB, war neben Manfred Kaltz der zweite für seine „Bananenflanken“ bekannte Flügelspieler seiner Zeit. Nach seiner Karriere blieb er („Ich bin fußballverrückt!“) seinem geliebten Sport treu. Im Amateurbereich vermittelte er immer anständig und sympathisch sein großes Fußballwissen. Huber konnte auch mal austeilen, das erlebten die damals in der Westfalenliga kickenden Spieler des Kirchhörder SC mit. Im Ton manchmal deutlich, aber immer sachlich. Letztendlich aber stand er immer zu seinen Jungs.

Wenn er jetzt über seinen VfB spricht, mit dem er bereits vier Dortmunder Vereine geärgert hat, blüht Huber, regelrecht auf: „Ja klar! Wenn die Mannschaft doch das umsetzt, was ich vorgebe, reagiere ich natürlich begeistert. Ich bin weiterhin fußballverrückt und habe richtig Spaß. Zum Beispiel die Brüder Domenico und Giuseppe Restieri sind tolle Fußballer. Sie zu sehen, bereitet mir immer Freude.“

„Ich will natürlich nur mit meinem aktuellen Verein Erfolg“

Und wenn dann die Ergebnisse noch stimmen wie bisher, hat der mittlerweile 68 Jahre alte, aber junggebliebene Trainer auch am Montag beste Laune. Die Dortmunder „Opfer“ des neuen Westhofener Höhenfluges hießen in dieser Reihenfolge TuS Holzen-Sommerberg (3:1), SuS Oespel-Kley (3:2), Hörder SC (8:2) und jetzt die Zweitvertretung von Hubers Ex-Klub Kirchhörde (5:0). „In Kirchhörde habe ich mir die 2. Mannschaft oft angesehen. Einen so engen Bezug hatte ich aber nicht zu ihr. Und ich will natürlich nur mit meinem aktuellen Verein Erfolg. Daher denke ich nicht so sehr an die Kirchhörder, wenn wir sie schlagen.“

Lothar Huber (r.) in den Farben seines neuen Vereins.

Lothar Huber (r.) in den Farben seines neuen Vereins. © Bernd Paulitschke

Wenn Huber doch über die Gegner spricht, dann um den Weg seiner Westhofener zu beschreiben: „Für mich war unsere Aufholjagd gegen Oespel-Kley ein Knackpunkt dieser noch jungen Saison.“ Es war die Stunde, in der Westhofens Charakter gefragt war – und zum Einsatz kam. Obwohl ordentlich gespielt, geriet der VfB gegen die Elf vom Dorney nach der Pause 0:2 in den Rückstand. „Als wir dachten, das Spiel wäre gelaufen, begannen wir in der 85. Minute die Partie zu drehen. Das hat uns noch mehr Selbstvertrauen gegeben.“

Lothar Huber zu Gast auf dem Dorstfelder Bummelberg

Dieses bekamen Hörder SC und KSC II zu spüren. Sie gerieten mächtig unter die Räder. „Das sind ja keine Gegner, die du normal einfach nur so mal eben besiegst. Das waren schon starke Leistungen von uns.“

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Kreisliga-Dortmund ist gewarnt. Jetzt geht es zum Dorstfelder Bummelberg. „Wir nehmen jeden Gegner ernst. Auch Dorstfeld hat Qualität.“ Für Huber könnte es noch lange so weitergehen. Aber er bremst dann doch etwas die Euphorie, die sich auch ein steigenden Zuschauerzahlen zeige: „Was das alles wert ist, sehen wir dann, wenn wir auf eine Niederlage reagieren müssen. Die richtig guten Gegner wie VfL Hörde, Arminia Marten, Eintracht Dorstfeld, Eintracht Dortmund und TuS Rahm, die allesamt noch nicht verloren haben, kommen ja erst noch auf uns zu. Niederlagen dürfen mal passieren. Wenn wir danach wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, sieht es wirklich gut aus.“

Gucken die Dortmunder also am Ende in die Röhre? Huber spricht nur für seinen VfB: „Ich sehe unter uns unter den ersten Vieren. Aber wenn es am Ende der erste Platz wird, sagen wir bestimmt auch nicht nein.“ Dann sieht auch der fast immer sachlich sprechende Huber keinen Grund mehr, die Emotionsbremse zu treten.

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