Lisa Schreer arbeitet monatelang für zwei Minuten Perfektion

Tanzen

Lisa Schreer ist nicht nur Dortmunds Sportlerin des Jahres 2018, sondern auch Deutsche Meisterin, Europa- und seit Kurzem zweifache Weltmeisterin. Für den Erfolg opfert die 22-Jährige einiges.

Dortmund

, 11.07.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lisa Schreer arbeitet monatelang für zwei Minuten Perfektion

Mit der Choreografie „Lets get loud“ überzeugt Lisa Schreer und gewann den WM-Titel. © privat

Für diese zwei Minuten hat Lisa Schreer lange und hart gearbeitet. Monatelang hat die 22-Jährige darauf hingewirkt. Auf zwei Minuten, in denen sie um die Titelverteidigung als Weltmeisterin im „Senior Solo Show Dance“ tanzt. Zwei intensive Minuten, mit denen die Kleyerin am Ende zufrieden sein kann – und es selbst auch ist: „Ich bin sehr zufrieden, es war ein echt guter Durchgang. Ich habe da eine ganz gute Leistung gezeigt“, sagt Schreer.

Schreer setzt sich gegen große Konkurrenz durch

Das sieht auch die Wettkampf-Jury so. Von allen Teilnehmerinnen hat Lisa Schreer mit ihrer Performance „Lets get loud“, die sie mit ihrer Trainerin Julie Martin choreografiert hat, die Bestleistung abgeliefert. Die Goldmedaille beim wichtigsten Wettbewerb der Tanzszene ist der Lohn. In einer Konkurrenz mit 20.000 Teilnehmern aus 62 Ländern hat sich Schreer beim „Dance World Cup“ in Braga (Portugal) auf der ganz großen Bühne durchgesetzt.

Damit krönt Schreer eine äußerst erfolgreiche Saison: Sieg bei den German Open im April in Herne, Titelgewinn bei den Europameisterschaften in Italien Ende Mai und jetzt die Titelverteidigung bei der Weltmeistschaft. Und ganz nebenbei wurde Lisa Schreer zu Dortmunds Sportlerin des Jahres 2018 Anfang Februar gewählt.

Gerechnet hat die gebürtige Herdeckerin mit dem Titel nicht unbedingt. Die Konkurrenz sei größer und auch stärker als bei der letzten WM, bei der sie ihre Premiere beim „Dance World Cup“ feierte, gewesen, berichtet die Lehramtsstudentin. Aber es war mehr als nur Hoffnung auf die Titelverteidigung da. „Ich bin Sportlerin. Wenn ich sagen würde, mit dem dritten Platz wäre ich zufrieden, würde ich lügen“, so die 22-Jährige. „Ich habe extra trainiert, um meine bestmögliche Leistung bringen zu können. Da freut es mich umso mehr, dass es geklappt hat.“

Für den Erfolg muss investiert werden

Für diesen Erfolg hat Lisa Schreer einiges investieren müssen. Zum einen finanziell, denn das Geld für die Wettkampfreisen muss sie zusammen bekommen. Zum anderen steckt hinter der Choreografie eine Menge Arbeit. Neben den üblichen Trainingseinheiten, die Lisa Schreer absolviert, legt die Trainerin beim Tanzsportclub Dortmund Extra-Schichten auf dem Parkett ein. Dafür stellt ihr die Ballettschule Hoskins Dortmund eigene Räumlichkeiten zur Verfügung, damit sie in der Heimatstadt mit ihrer Trainerin Julie Martin trainieren kann - keine Selbstverständlichkeit, denn bei Turnieren tanzt sie für das Tanzhaus Wuppertal und die Ballettschule International Solingen in einer Kooperation.

Lisa Schreer arbeitet monatelang für zwei Minuten Perfektion

Lisa Schreer mit ihrer Trainerin Julie Martin © privat

Dieser Fleiß wird am Ende belohnt. Auch wenn sie klar mit dem Ziel Platz eins in den Wettbewerb gegangen ist, merkt man ihr doch an, wie glücklich sie über den WM-Titel ist, auch weil sie weiß, was sie dafür geleistet hat. „In diesem ersten Platz steckt so viel harte Arbeit, die man in diesen zwei Minuten gar nicht sieht“, sagt Schreer. „Das ist der Lohn dafür, jeden Tag aufs Neue sein Bestes zu geben und ans Limit zu gehen.“

Die Bedeutung der Titelkämpfe weiß Lisa Schreer einzuordnen. Tanzen ist keine olympische Disziplin, von daher „ist es das Größte, was man als Tänzer erleben kann“. Ein wenig olympischer Flair umweht die WM aber doch irgendwie. Etwa 6000 Teilnehmer, allesamt Leistungsträger ihrer Herkunftsländer, sind bei der Endrunde dabei. „Alle Tanzarten sind vertreten. Es herrscht eine großartige Atmosphäre“, sagt Lisa Schreer.

Fernsehen ist das Ziel

Und welche Ziele hat eine Sportlerin, die Deutsche Meisterin, Europameisterin und zweifache Weltmeisterin war? „Erst einmal will ich Triple-Weltmeisterin werden“, erklärt Lisa Schreer schmunzelnd und fügt, etwas ernster, hinzu: „Ich würde gerne im Fernsehbereich etwas machen, vielleicht einmal bei ,Let‘s Dance‘ teilnehmen.“ Die große Bühne kennt sie ja bereits. Und über Lisa Schreers Fähigkeiten gibt es keine zwei Meinungen.

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