Licht und Schatten in zwei Testspielen: So läuft das Trainingslager der U23 des BVB

BVB II in Portugal

Am Mittwoch spielte Dortmunds U23 gleich zweifach unentschieden. Zwar konnte Trainer Tullberg auch positive Erkenntnisse sammeln, noch bleibt allerdings viel zu tun.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 15.01.2020, 21:38 Uhr / Lesedauer: 3 min
Licht und Schatten in zwei Testspielen: So läuft das Trainingslager der U23 des BVB

BVB-U23-Trainer Mike Tullberg sieht Licht und Schatten. © Bielelfeld

Das portugiesische Beja, rund zwei Stunden von Lissabon entfernt, könnte Dortmunds U23-Belegschaft am Donnerstag mal ohne jegliche Zeitzwänge erkunden. Trainer Mike Tullberg hat den Seinen frei gegeben.

Der spendierte Urlaubstag folgt auf intensive Übungseinheiten – und einen Doppelspieltag. Am Mittwoch nämlich testete der BVB zweifach. In beiden Spielen sah Dortmunds Fußballlehrer Licht und Schatten.

Am Mittag zunächst trennte sich seine Mannschaft von der U23 des portugiesischen Erstligisten Vitória Sétubal mit 3:3 (1:0). Chris Führich, der nach dem äußerst anspruchsvollen Profi-Trainingscamp in Marbella zwei Tage nicht am normalen BVB-II-Betrieb teilgenommen hatte, brachte die Borussia nach einer halben Stunde in Führung – und belohnte damit eine Leistung in Halbzeit eins, die Tullberg zufriedenstellte.

Sonderlob für Duman und Finnsson

Das seit Anfang Januar auf der To-Do-Liste stehende 3-5-2-System habe sein Mannschaft in dieser Phase äußerst gut umgesetzt, so der Coach. Taylan Duman, für gewöhnlich im zentralen Mittelfeld daheim, übernahm da die ihm fremde Position des rechten Flügelläufers; und Kolbeinn Finnsson betätigte sich auf links. Zur Freude des Chefs.

„Beide haben das richtig gut gemacht“, bekräftigte Tullberg, der darüber hinaus von seinem Posten beobachtete, „dass wir defensiv eigentlich ganz gut standen, in der zweiten Halbzeit sind uns aber drei dicke individuelle Fehler passiert“.

Gleich in der 48. Minute traf der Gegner, Magnus Kaastrup erbrachte dem BVB zwar die erneute Führung (65.), in der 70. und 75. Minute leistete sich die Borussia jedoch erneut persönliche Missgeschicke, die prompt bestraft wurden.

Ärger über die Gegentore

Marco Hober sorgte mit seinem Tor immerhin noch fürs Remis (77.). Das Gefühl danach sei dennoch eher ungut gewesen, sagte Tullberg. „Das habe ich meinen Jungs auch nachher gesagt: Drei solcher Fehler dürfen nicht passieren. Alle Tore waren vermeidbar.“ Wurden einfach hergeschenkt.

Ebenso wie der einzige Gegentreffer in der zweiten Partie des Tages. Da traf die Borussia auf União Serpense, spielte 1:1 (0:0) in einem am Ende „ganz, ganz hektischen Spiel“, so Tullberg. „Der Schiedsrichter hatte nicht alles im Griff, in der ersten Hälfte hätten wir beispielsweise zwei Elfmeter bekommen müssen.“ Die Pfiffe blieben jedoch aus.

Und so konnte der BVB in Person von Alaa Bakir, eigentlich U19-Mitglied und am Mittwoch 19 Jahre alt geworden, erst in der 49. Minute zum 1:0 treffen. Eine Führung, die nicht lange währte, „weil uns wieder ein Fehler passiert ist“ – nach 52. Minuten glich União Serpense deshalb zum Endstand aus.

Viele Erkrankungen

Gute wie schlechte Momente waren Tullberg also ersichtlich. Ingesamt indes klang sein Zwischenfazit eher positiv. Nachdem sich in den vergangenen Tagen immer mal wieder Spieler erkrankt abgemeldet hatten – mit Ersatztorwart Jan-Pascal Reckert blieb ein Kadermitglied komplett zuhause, der ebenfalls verschnupfte Verteidiger Marco Rente reiste immerhin hinterher –, ist die Übungsgruppe zuletzt wieder angewachsen. Steve Tunga mischt nach überstandenem Bänderriss wieder voll mit.

Wegen einer Erkältung fehlte nur Julian Schwermann beim Testspieldoppel; U19-Spieler Reda Khadra war nicht dabei, weil ihn laut Tullberg Schmerzen an der Leiste plagen. Noch hat er keine einzige Übung in Portugal absolvieren können – und deshalb bisher freilich keinerlei Eindruck gemacht.

Kollege Bakir ist da etwas weiter. Nach seinem Einsatz im ersten Test gegen den KFC Uerdingen (0:1) präsentierte er nun schon den zweiten guten Vortrag unter Gegnereinfluss.

Tullberg sieht Fortschritte

Die Ausübung des 3-5-2-Systems, so Tullberg, gelinge kollektiv zudem „immer besser“. Darüber sollte die Zahl der Gegentore nicht hinwegtäuschen. Denn letztlich sei es ja egal, „ob man mit Dreier-, Vierer- oder Fünferkette spielt, wenn man so große Fehler macht, wie wir es getan haben.“

In Gänze „sind Fortschritte zu erkennen“, sagt Tullberg. „Daran werden wir weiter arbeiten.“ Während kräftezehrender Einheiten. Wiederanpfiff zur Rückrunde ist schließlich in anderthalb Wochen. Bis Samstag noch weilt Dortmunds U23 in Portugal, ist erst am späten Abend zurück auf deutschem Boden.

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