Leichtathletik: Hartmann attackiert und jubelt

DORTMUND Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg wurden für Dortmunds Leichtathleten mit Gold, Silber und Bronze sowie mehreren Endkampf-Platzierungen zu einem tollen Erfolg.

von Von Horst Merz

, 06.07.2008, 19:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jana Hartmann (r., LG Olympia)  auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft im 800-m-Rennen.

Jana Hartmann (r., LG Olympia) auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft im 800-m-Rennen.

Die 800 m wurden zum „Sahnehäubchen“. „Von einer Bronzemedaille wäre ich enttäuscht“, hatte Jana Hartmann (LG Olympia) schon vor dem 800-m-Finale selbstbewusst erklärt. Sofort übernahm sie im strömenden Regen die Führung, passierte die 400 m nach 61 Sek. und wurde 300 m vor dem Ziel durch die Titelverteidigerin Monika Gratzki verdrängt, ließ sich aber nicht abhängen.

Auf der Zielgeraden attackierte sie und kämpfte sich an der Wattenscheiderin vorbei zum Meistertitel. „Als ich 50 m vor dem Ziel Monika neben mir sah, wusste ich, dass ich gewinnen würde“, strahlte die neue Meisterin über ihren bisher größten Erfolg.

Ohne Zeitmessung

Kurios: Jana wurde zwar als Meisterin ausgezeichnet, eine Zeit gab es jedoch nicht, da die Messanlage im Regen ihren Geist aufgab. „Am besten schätzen und 1:59 aufschreiben“, lachte Jana, der die Panne völlig gleich war.

Es war schon ein bewegender Moment, als der nie um einen flotten Spruch verlegene Karsten Kobs (ASC 09) nach dem Hammerwurf erklärte: „Ich habe noch nie mit etwas aufgehört. Deswegen fehlen mir jetzt die Worte.“ Er bestritt in Nürnberg seinen letzten großen Wettkampf und belegte auf einer indiskutablen Anlage nach zwischenzeitlicher Führung mit 72,73 m den dritten Platz.

Sein Rivale und Nachfolger Markus Esser brachte es auf den Punkt: „Wir verlieren einen großartigen Sportler und er wird der Hammerwurffamilie fehlen. Danke Karsten.“

Staffel holt Silber

„Für eine Medaille muss jede über sich hinaus wachsen“, hatte Marco Krönke seinen Schützlingen vor dem 4x400-m-Finale der weiblichen Jugend prophezeit, und das taten die LGO-Mädchen. Trotz Rückenproblemen hielt Janina Balke Kontakt zur Spitze und Luisa Schimmel drang auf den dritten Platz vor, den Sarah Schomberg zäh verteidigte.

Dann wuchsen Nora Bäcker auf der Zielgeraden Flügel. Wie im Rausch kämpfte sie sich noch an den Berlinerinnen vorbei auf den zweiten Platz in glänzenden 3:47,60 Min. Traurige Zuschauerin Laura Schnittker, aber dieses „Silber“ war auch ihr Erfolg.

Lesen Sie jetzt