Lars Warschewski - Das nächste Talent setzt sich beim Fußball-Oberligisten ASC 09 durch

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Der ASC 09 Dortmund geht seit ein paar Jahren immer wieder das Risiko ein, fast nur auf Talente in der Fußball-Oberliga zu setzen. Und es lohnt sich...

Aplerbeck

, 24.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Er ist aus dem Team aktuell nicht wegzudenken. Und das mit 19 Jahren. Lars Warschewski hat seine Position im Team des Fußball-Oberligisten ASC 09 gefunden. Irgendwo vor dem Sechser Paul Stieber unter hinter dem Neuner Maximilian Podehl. Er ist aber kein Zehner und auch kein Achter. Irgendetwas dazwischen. „Die Position gefällt mir. Es gibt viele Räume, in denen ich mich aufhalten kann und keinen direkten Gegenspieler habe“, sagt Warschewski.

Der gelernte Sechser ist die nächste große Nummer in der langen Reihe der hoffnungsvollen Talente, die beim ASC eingeschlagen sind. Da gehören aus dem aktuellen Kader Maximilian Podehl, Maurice Buckesfeld, Jan Friedrich, Nico Wolters, Paul Stieber, Jan Stuhldreier, Mike Schäfer oder Phil Südfeld dazu. Am Montag beim 4:1-Erfolg im Topspiel gegen Westfalia Rhynern standen acht Spieler in der Startelf, die 22 Jahre oder jünger waren.

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„Das ist unser Konzept. Wir haben nicht den Etat unserer Konkurrenten. Wir müssen auf Talente setzen“, sagt der Vorsitzende Michael Linke. Das Risiko hat sich bisher gelohnt. In der vergangenen Spielzeit fiel das Team erst am letzten Spieltag von einem Aufstiegsplatz. Aktuell liegt die Mannschaft wieder auf Platz drei. „Ich bewerte die aktuell Saison sogar noch höher als die vergangene“, sagt Linke. In der vergangenen Spielzeit sei das Team die große Überraschung gewesen, habe von der Euphorie gelebt. „In dieser Saison bestätigen wir gerade die vergangene. Das macht mich stolz“, sagt Linke.

Für Torhüter Jan Held, der mit 25 Jahren zu den älteren Akteuren gehört, war der aktuelle positive Saisonverlauf nicht vorauszusehen. „Ich hatte schon die Sorge, dass wir nach dem verpassten Aufstieg einknicken. Die Enttäuschung war groß und die Luft war raus“, sagt Held. Es läuft aber anders. Was auch daran liegt, dass neue junge Spieler wie Stuhldreier, Stieber und Warschewski einschlugen und neuen Wind ins Team brachten. „Es macht echt Spaß, mit diesen Jungs zu spielen. Ich gucke manchmal von außen auf diese Spieler und freue mich über deren Entwicklung. Und die stehen alle erst am Anfang ihrer Seniorenkarriere“, sag Held.

Doch wie kommt der ASC immer wieder an diese talentierten Spieler? Das hat der Klub in erster Linie dem Sportlichen Leiter Samir Habibovic zu verdanken. Der 43-Jährige hat sich über all die Jahre ein engmaschiges Netzwerk aufgebaut. Er spricht viel mit Beratern oder Jugendtrainern. Holt sich viele Tipps. Sein Telefon steht selten still. Er stellt es deshalb im Urlaub komplett aus. „Dann gehört die Zeit nur der Familie“, sagt er.

Lars Warschewski hält den ASC für den perfekten Einstiegs-Klub im Seniorenbereich. „Ich hatte ein Probetraining beim ASC und beim FC Brünninghausen. Beim ASC habe ich sofort gespürt, dass da auf die Jugend gesetzt wird. Da fühlt man sich schnell als Teil einer Familie. Deshalb musste ich nicht zu lange überlegen, wo der Weg für mich hinführt“, sagt er.

Er habe das Vertrauen auch gespürt, als er nach einer starken Vorbereitung in ein Loch fiel und sich erstmal auf der Bank wiederfand. „Damals hatte ich den Kopf unten, war launisch. Das Team und der Coach haben mich aber wieder aufgebaut. Ich habe eine neue Chance bekommen und stehe wieder in der Startelf“, sagt er. Und jedes Talent, dass sich beim ASC durchsetzt ist Werbung für den Klub. „Das ist so. Wir haben einen guten Ruf bei jungen Spielern“, sagt Linke. Die nächsten haben schon zugesagt. Zwei kommen von Warschewskis Ex-Klub TSC Eintracht: Maciej Bokemüller und Dzanan Mujkic. Wieder zwei A-Jugendliche mit viel Phantasie. „Ich habe den Jungs erzählt, dass das hier für junge Spieler der richtige Verein ist“, sagt Warschewski.

Aber ist der Sprung in die Regionalliga mit den vielen jungen Spielern irgendwann möglich? „Planbar ist das mit unserer Philosophie nicht. Das ist uns schon klar“, sagt Linke, „es gibt aber keine Alternative. Wir gehören trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten jetzt zum zweiten Mal in Serie zu den Topteams der Liga. Es kann schon irgendwann passieren, dass wir mit unseren Jungs plötzlich am Ende der Saison auf Platz zwei liegen. Das ist nicht ausgeschlossen.“ In dieser Spielzeit ist das mit zwölf Zählern Rückstand auf den Tabellenzweiten TuS Haltern eher unwahrscheinlich. Aber die junge Mannschaft, bei der noch niemand gesagt hat, dass er den Klub verlässt, ist ein Versprechen für die Zukunft. „Das sind wir“, bestätigt Warschewski.

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