Landesliga-Derby: Ein Spieler erlebt das Duell jetzt von der anderen Seite

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Es ist ein Treffen vieler bekannter Gesichter. Am Wochenende tritt der SV Brackel zum Landesliga-Derby beim Hombrucher SV an. Dann müssen die alten Freundschaften für 90 Minuten ruhen.

Dortmund

, 25.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade erst sprach er mit dieser Zeitung über den nach der schwachen Vorbereitung unerwarteten Höhenflug seines Hombrucher SV. Jetzt „wird wieder sein Typ verlangt“, wie es so schön heißt. Denn am Samstag um 19 Uhr steht ein für ihn ganz besonderes Derby an. Yassir Mhani (26) trifft auf den Verein, dem er bis zur Corona-Krise angehörte.

Der SV Brackel 06, das Team vom Brackeler Hallenbad, tritt in Sichtweite des Hombrucher Bades an der Deutsch-Luxemburger-Straße an. Nicht nur wegen seiner persönlichen Historie, sondern auch wegen des starken Saisonauftakts beider Teams, sagt er: „Ich habe Mega-Bock auf das Spiel, gleich gegen meinen alten Verein. Bei den anderen Jungs ist das aber definitiv auch so.“ Und dieses Derby könnte ziemlich eng werden.

Noch gute Kontakte nach Brackel

Beide Teams kommen ungeschlagen zum Platz. Gastgeber HSV hat zwei Siege und ein Unentschieden auf dem Konto, der SV Brackel gewann seine beiden Spiele. Beide sind Teams, die nicht zu den Topfavoriten der Liga zählen, überraschen daher positiv.

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Es könnte also ein Derby der Leichtigkeit werden. Zudem eins, in dem beide Mannschaften gerne Fußball spielen. Viele junge Spieler messen sich. Mhani gilt mit seinen 26 Jahren, in denen er schon beim TuS Eving-Lindenhorst, Westfalia Wickede, SC Husen-Kurl, Phönix Eving, Westfalia Wethmar und dem SV Brackel kickte, schon als Routinier. Er vergisst für 90 Minuten die Freundschaft zu den vielen jungen Kollegen, aber auch zu den gestandeneren Leuten.

„Ich habe noch gute Kontakte nach Brackel. Wir unterhalten uns oft über unsere Spiele.“ Heißt, auch nach dem Dortmunder Duell dürften die Handys glühen. Etwas ruhiger, aber trotzdem respektvoll sei das Verhältnis zu Trainer Giovanni Schiattarella, obwohl es Mhani nur ein Jahr in Brackel hielt: „Letztendlich war es eine Entscheidung für Hombruch, keine gegen Brackel. Ich hatte in den Gesprächen das Gefühl, dass der HSV mich unbedingt will. Wir sind doch aber sowieso alle erwachsen und gehen vernünftig miteinander um.“ Also wird es eine vermutlich eine nette Corona-Begrüßung geben.

Knappes Spiel erwartet

Aber wie gesagt: 90 Minuten lang ruhen die friedlichen Beziehungen. „Hombruch gegen Brackel, das waren immer besondere Spiele“, sagt Mhani. Zuletzt gewann er noch im Brackeler Trikot dreimal dieses Aufeinandertreffen. Sein erstes Brackel-Hombruch-Derby hat er in besonderer Erinnerung, weil er zum 4:2 am 26. April 2019 ein Tor beisteuerte.

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Am Samstag möchte der Angreifer, der bislang zweimal für den HSV traf, sein Tor-Konto ausbauen, nur eben für den anderen Spielteilnehmer. Auf einen guten Zusammenhalt kann er sich verlassen: „Die gute Stimmung im Verein spiegelt sich in unserer Spielweise wider.“

Mhani sieht das Duell nur positiv: „Das wird ein attraktives, auch ein am Ende wohl verdammt knappes Derby.“ Oder wie er kurz und knapp in seinem Jargon sagt, den die vielen jüngeren Mitspieler noch einfacher verstehen: „Es wird mega!“

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