Kung-Fu-Tritt und Abbruch: Verein reagiert erneut drastisch - Opfer zum MRT

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Die gewalttätigen Vorfälle beim Kreisliga-C-Spiel zwischen TuRa Asseln II und der DJK RW Obereving haben schwerwiegende Folgen. Beim Verein und beim Opfer.

Dortmund

, 11.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Partie zwischen TuRa Asseln II und der DJK RW Obereving sorgt auch einige Tage nach dem Spiel noch für Zündstoff. Während der Oberevinger Spieler, der einen Asselner Akteur mit einem Kung-Fu-Tritt niederstreckte, bereits aus dem Klub geschmissen wurde, hat der Verein nach einem Gespräch am Mittwoch weitere Schritte eingeleitet.

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Es waren Szenen, die auf einem Fußballplatz nichts verloren haben: Beim Gastspiel der DJK RW Obereving in der Kreisliga C bei TuRa Asseln II brannten einigen Spielern am Sonntag (6. September) jegliche Sicherungen durch.

Entscheidung schnell klar

Nach einer strittigen Schiedsrichter-Entscheidung kam es beim Stand von 5:1 für Asseln in der 85. Minute zu Tumulten, in deren Folge ein Asselner Spieler erst von einem Oberevinger mit einem Kung-Fu-Tritt niedergestreckt und anschließend von einem weiteren Akteur mit der Faust ins Gesicht geschlagen wurde.

„Ich bin seit mittlerweile 35 Jahren im Fußball tätig und habe so etwas auch noch nicht erlebt. Wir haben uns direkt bei Asseln entschuldigt und umgehend gehandelt“, erklärt Wolfgang Bartel, Abteilungsleiter bei der DJK RW Obereving.

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Konkret heißt das: Nachdem zu Beginn der Woche bereits der Kung-Fu-Treter aus dem Verein geschmissen wurde, gehört nun auch der zweite gewalttätige Spieler nicht mehr zur Mannschaft. „Es war für uns klar, dass wir diese Spieler nicht mehr im Verein haben wollen. Jetzt müssen wir aber noch abwarten, wie das zuständige Sportgericht entscheidet“, so der 66-Jährige.

Unabhängig davon laufen gegen beide Akteure offizielle Strafverfahren. Doch Bartel befürchtet auch für seinen Verein weitere Konsequenzen: „Die Frage bleibt, inwieweit die beiden Spieler vom Sportgericht bestraft werden. Aber möglicherweise bekommen wir als Verein eben auch noch eine Strafe.“

Asselner Spieler wollte schlichten

Derweil befindet sich das Opfer der Auseinandersetzung laut Marvin Musielak, Trainer der Asselner, mittlerweile wieder auf dem Weg der Besserung. „Unser Spieler hat eine Gehirnerschütterung davongetragen und wird sich noch einer zusätzlichen MRT-Untersuchung unterziehen. Ihm geht es soweit aber wieder gut.“

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Dabei habe der Asselner die hitzige Situation nach der Schiedsrichter-Entscheidung ursprünglich nur schlichten wollen, so Musielak. „Da der Spieler zu dem Zeitpunkt nicht einsatzbereit war, war er eigentlich nur als Zuschauer am Platz. Er kennt aber einige der Oberevinger Spieler und wollte deshalb etwas beruhigen. Dass die Situation dann so eskaliert, ist natürlich unfassbar.“

Obwohl bei Obereving am Sonntag lediglich 13 Spieler im Kader standen, haben die beiden Rauswürfe laut Wolfgang Bartel vorerst keine Konsequenzen für den anstehenden Spielbetrieb. „Die Mannschaft verfügt auf jeden Fall über einen ausreichend großen Kader. Da wird es keine Probleme geben.“

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