Der Saisonabbruch verhindert den Absturz von der Bezirksliga in die B-Liga

dzFußball-Kreisliga A

Der anstehende Saisonabbruch hat einem Dortmunder Traditionsverein eine weitere Saison in der A-Liga gesichert. Nach einem Jahr des Umbruchs in ständiger Personal- und Abstiegsnot stehen jetzt die Zeichen auf Konstanz.

Dortmund

, 20.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Saison 2017/18 wird das Team aus dem Dortmunder Nord-Osten so schnell niemand vergessen. Im dritten Anlauf gelang damals die Rückkehr in die Bezirksliga. Der Jubel war groß, so groß wie die Hoffnung, sich in der Liga zu etablieren, wie es bereits Anfang der 10er-Jahre für drei Spielzeiten gelungen war. Doch das Abenteuer dauert diesmal nur ein Jahr, an dessen Ende der Rücksturz in die A-Liga stand.

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Mario Niedzialkowski übernahm als Trainer und bekam deutlich zu spüren, wie sehr ein Abstieg auch die Attraktivität einer Mannschaft für viele Spieler beeinträchtigt. „Es war ein personeller Aderlass, den wir damals zu verkraften hatten“, sagte Niedzialkowski heute. Und schnell war klar, dass diese neue Mannschaft, der nur noch vier Spieler aus dem Bezirksliga-Team des Vorjahres treu geblieben war, in der aktuellen Saison mit den oberen A-Liga-Regionen nichts würde zu tun haben.

Das Gegenteil war der Fall. Die Mannschaft geriet in akute Abstiegsnot und lag mit acht Punkten nach 19 absolvierten Spielen auf einem Abstiegsplatz. Der zweite Abstieg in zwei Jahren drohte. Doch dann kam der Saisonabbruch und mit ihm der Klassenerhalt. Herzlichen Glückwunsch? „Das klingt schon komisch“, sagt Mario Niedzialkowski.

Alemannias Trainer Mario Niedzialkowski fühlt sich angekommen.

Alemannias Trainer Mario Niedzialkowski fühlt sich angekommen. © Stephan Schuetze

„Aber es ist auch richtig, dass wir schon ein bisschen ein Gewinner des Abbruchs sind. Obwohl es natürlich nach 19 Spielen nicht ausgeschlossen gewesen wäre, den Klassenerhalt auch sportlich und aus eigener Kraft noch zu schaffen. Die Chancen standen vielleicht 50:50. Aber es stimmt auch, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und dürfen uns, sagen wir mal, gedämpft freuen.“

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Bei Niedzialkowski überwiegt vor allem die Freude über die zweite Chance, im nächsten Jahr vieles besser zu machen zu können. Ein personeller Umbruch in den Ausmaßen wie im letzten Jahr steht laut Trainer nicht ins Haus. „Das Gros der Spieler hat signalisiert, bleiben zu wollen.“ Die Aussicht sich gezielt verstärken zu können, statt in großer Eile personelle Lücken schließen zu müssen, gibt in Scharnhorst Anlass zu bescheidenem Optimismus. „Wir fangen wieder bei Null an. Und darüber sind wir froh. Aber das Ziel ist ganz klar, uns im nächsten Jahr in gesicherten Gefilden der Tabelle zu bewegen.“

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Niedzialkowski Ehrgeiz für den Neustart ist auf jeden Fall geweckt. „Und ich gebe zu, für mich war die letzte Saison ja auch ein Neuanfang. Nach zehn Jahren als Co-Trainer beim SV Brackel in der Westfalenliga und beim Holzwickeder SC in der Westfalen- und Oberliga war die Umstellung schon groß.“ Aber letztlich ist das auch für den Scharnhorst-Trainer alles Schnee von gestern. Das nächste Jahr in eine zweite Chance. Und die wollen sie im Stadion Am Holzgraben unbedingt nutzen.

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