Schon jetzt sorgt Thorsten Legat bei der TuS Bövinghausen vor allem für eines: Aufmerksamkeit. Mehr wird Legat in der Landesliga aber nicht erreichen. Eine Klare Kante von Nina Bargel.

Dortmund

, 22.06.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Projekt Thorsten Legat wird scheitern. Schon jetzt polarisiert der Trash-TV-Star den Dortmunder Amateur-Fußball, bisher gab es vor allem negative Kritik - diese Kritiker werden am Ende eben auch Recht behalten - dafür gibt es massig Gründe.

Grund Nummer 1 ist der offensichtlichste: Die TuS Bövinghausen startet mit einer gemischten Tüte in die Landesliga. Wie im Kiosk haben Ajan und Safet Dzaferoski die Mannschaftstüte fleißig gefüllt - und dabei viel Altes rausgeworfen.

Ja, die einzelnen Spieler haben eine starke Qualität - aber in dieser Klasse reicht das einfach nicht mehr. Elf Freunde müsst ihr sein - zumindest gilt das ab der Landesliga. Hier reicht es nicht mehr, einfach nur gute Fußballer auf den Platz zu schicken, um Tore und Punkte einzusacken, hier müssen gute Einzelspieler wirklich zusammen spielen.

Dass ein zusammengewürfelter Team mit etlichen außwertigen Spielern nicht reichen wird, hat der FC Brünninghausen in der abgelaufenen Saison mehr oder weniger eindrucksvoll in der Oberliga bewiesen. Starke Einzelspieler. Kein Team. Abstieg am Ende der Saison. Und überraschender Weise hat die Hälfte der Spieler den Verein daraufhin sofort verlassen.

Zehn Spieler - nicht irgendwelche Bankwärmer, sondern solche, die den Verein zum Aufstieg geführt haben - haben die TuS Bövinghausen bereits verlassen. Nie ein gutes Zeichen. Das kann auch für Unmut unter den Dagebliebenen sorgen, die sich mit 9 (!) neuen Mitspielern arrangieren müssen. Und sechs Neue sollen noch hinzukommen.

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Grund Nummer 2: Die Verpflichtung von Thorsten Legat bei der TuS ist schon jetzt zu einem Zirkus geworden. Dabei hat die Saison noch nicht einmal angefangen. Die Pressekonferenz auf der Legat vorgestellt wurde - eine Farce. Außer der Information, dass Legat der neue Trainer ist - was schon lange vorher bekannt war - gab es nichts Neues.

Nur die Tatsache, dass Legat das Wort Familie wohl ziemlich oft auf seinem Spickzettel stehen hatte, hat vielleicht den ein der anderen Zuschauer überrascht. Dass der zusammengewürfelte Haufen in Bövinghausen eine Familie ist - natürlich lächerlich. Dass Legat überhaupt die Namen aller seiner Spieler kennt - unwahrscheinlich bis unmöglich.

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Grund Nummer 3: Die Zielvorgabe für die Saison kennt in Bövinghausen übrigens auch niemand: Thorsten Legat gibt Platz 1 bis 5 vor, die Verantwortlichen bei der TuS Rang 1 bis 7. Und Kapitän Aleksandar Gjorgjievski hatte da wohl etwas ganz falsch verstanden und direkt den Westfalenliga-Aufstieg als Ziel ausgerufen. Absprache - vor allem innerhalb einer Familie - sieht anders aus.

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Grund Nummer 4: Apropos Familie - den FC Remscheidt hat Legat übrigens auch „gelebt“, wie er 2015 bei seinem Amtsantritt sagte. Gemacht hat Legat das allerdings nur ein paar Monate, bis die Remscheider mitten im Landesliga-Abstiegskampf steckten und der Ex-Dschungelcamp-Bewohner überraschend hinwarf. Das kann in Bövinghausen auch schnell wieder passieren: gleiche Liga, gleiche Sprüche beim Amtsantritt.

Grund Nummer 5: Die TuS hat Spieler mit viel Erfahrung und Klasse geholt, muss alleine von den Namen her aufstiegen. Passiert das nicht, werden erfahrene Oberliga-Spieler ganz sicher nicht ein weiteres Jahr in der Landesliga auflaufen. Wird es zwischendurch also nicht gut für die TuS aussehen, wird die Familie ganz schnell zerbrechen.

Und geht Legat, werden auch die neu gewonnenen Sponsoren gehen und Bövinghausen steht vor einem Scherbenhaufen. Eines wird Legat neben verbrannter Erde aber hinterlassen: Viel mediale Aufmerksamkeit, nur ganz sicher nicht den Westfalenliga-Aufstieg.

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