Kirchhörder SC wäre fast aufgestiegen - und wusste das erst im Nachhinein

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Die Entscheidung des FLVW-Verbandstags hielt so einige Aufstiegs-Überraschungen bereit. Auch der Kirchhörder SC wäre fast eine dieser Überraschungen gewesen - ohne es vorher zu wissen.

Dortmund

, 14.06.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ajan Dzaferoski hatte in Bövinghausen wahrscheinlich gar keine Sektflaschen bereitstehen, als am Dienstagmittag die Nachricht hereintrudelte, dass der TuS in die Westfalenliga aufgestiegen ist.

Möglich hatte das der Rückzug des SV Spexard und des SC Roland aus der Westfalenliga-Staffel 1 gemacht, wodurch die Westfalenligen nur noch 31 Mannschaften hätte. „Somit wurde die Sollstärke von 32 Mannschaften unterschritten. Gemäß der Aufstiegsregelung 2019/2020 würden die Tabellenzweiten der Landesligen einen weiteren Aufsteiger in Entscheidungsspielen ermitteln“, heißt es in der Pressemitteilung des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW).

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Da diese Entscheidungsspiele nicht stattfinden können, ließ der FLVW alle Tabellenzweiten und einen zusätzlichen Verein in die Westfalenliga aufsteigen, heißt: SC Peckeloh (Staffel 1), SpVg Hagen 1911 (Staffel 2), TuS Bövinghausen (Staffel 3) und Rot-Weiß Deuten (Staffel 4). Spontanes Sektflaschen-Kaufen und -Köpfen also beim TuS Bövinghausen und Ajan Dzaferoski. Aber an wen ging der fünfte freie Platz?

Kirchhörde wäre mit der Quotientenregel vor dem SV Mesum

Den sprach der FLVW dem Drittplatzierten aus der Staffel 4 zu, womit der SV Mesum jubeln durfte. Aber warum eigentlich? Denn vergleicht man die Tabellendritten aller Landesliga-Staffeln - und hier kommt der Kirchhörder SC ins Spiel - ergibt sich folgendes Tabellenbild:

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1. RW Erlinghausen (Staffel 2): 17 Spiele, 35 Punkte, Quotient 2,06

2. Kirchhörder SC (Staffel 3): 20 Spiele, 39 Punkte, Quotient 1,95

3. SV Mesum (Staffel 4): 18 Spiele, 34 Punkte, Quotient 1,89

4. FC Bad Oeynhausen (Staffel 1): 20 Spiele, 36 Punkte, Quotient 1,80

Aber war dieses knappe Szenario dem Kirchhörder SC überhaupt bewusst? „Wir“, sagt KSC-Trainer Sascha Rammel, „haben im Nachhinein schon mitbekommen, dass wir mit der Quotientenregel nicht so schlecht dagestanden hätten.“

FLVW entschied sich gegen die Quotientenregel

Die Sektflaschen hätte Kirchhörde nach der Quotientenregel trotzdem an RW Erlinghausen weitergeben müssen, aber warum ist es letztendlich der SV Mesum geworden? Der FLVW hat sich in diesem Fall dagegen entschieden, die Abbruchtabelle mit der Quotientenregel zu werten, erklärt Reinhold Spohn.

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„Der SV Mesum“, so der Verbands-Fußball-Ausschuss-Vorsitzende, „stand zur abgeschlossenen Hinrunde punktgleich mit Tabellenführer Westfalia Kinderhaus auf Platz zwei.“ Beide Vereine holten 29 Punkte aus 14 Spielen, beide Vereine holten neun Siege, zwei Unentschieden und verloren dreimal.

Kirchhörder SC bleibt angesichts des Fast-Aufstiegs gelassen

„Und weil die Lage in dieser Liga so eindeutig war“, sagt Spohn, habe sich der FLVW für den SV Mesum entschieden. Womit RW Erlinghausen die Sektflaschen ebenfalls weiterreichen musste. Beim Kirchhörder SC ist man angesichts des knappen Ergebnisses übrigens völlig gelassen, wie Sascha Rammel erklärt. „Wir haben das alles ganz entspannt als Beobachter verfolgt, wir konnten es ja sowieso nicht beeinflussen“, so der KSC-Trainer, der auch im Hinblick auf die kommende Saison die Ruhe selbst bleibt und nach der knappen FLVW-Entscheidung nicht etwa vom Aufstieg redet.

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„Um Gottes Willen, nein“, sagt Rammel, „wir müssen erstmal abwarten, wie die Liga genau aussehen wird und wollen dann als Mannschaft den nächsten Schritt machen.“ Sektflaschen werden beim Kirchhörder SC also erstmal noch nicht eingekauft.

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