Kirchderne und der Halbzeit-Tiefschlaf: Kurz nach der Pause haben die Gegner leichtes Spiel

Fußball-Bezirksliga

Es ist wie verhext: Schon zum vierten Mal in dieser Saison kassiert Viktoria Kirchderne ein Gegentor kurz nach der Pause. Gegen Mühlhausen reicht es trotzdem - weil eine neue Taktik fruchtet.

Dortmund

, 21.10.2019, 08:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirchderne und der Halbzeit-Tiefschlaf: Kurz nach der Pause haben die Gegner leichtes Spiel

Wenn Viktoria Kirchderne aus der Kabine kommt, können sich die Gegner freuen. © Foltynowicz

Was sie in der Halbzeit bei Viktoria Kirchderne zu sich nehmen, wüsste man gerne. Schlafmittel? Betablocker? Beruhigungstee? „So richtig können wir uns das auch nicht erklären“, sagt Co-Trainer Tim Preuß, nachdem sein Team zum vierten Mal in dieser Saison kurz nach der Pause ein Gegentor kassiert hat.

Couragierte Defensiv-Leistung

Dass es ihm nach dem Duell mit Aufstiegsfavorit SSV Mühlhausen egal sein konnte, lag an der couragierten Defensivleistung seines Teams, das den in der ersten Halbzeit herausgespielten 2:0-Vorsprung trotz des Gegentors zu Beginn der zweiten in einen Sieg umwandeln konnte. „Das war die beste Halbzeit, die wir in dieser Saison gespielt haben“, sagt Preuß - über die erste Hälfte wohlgemerkt.

Denn mit dem Halbzeitpfiff bekommen sie es in Kirchderne regelmäßig mit der Angst zu tun: „Wir haben schon versucht, daran etwas zu verändern. Die Jungs gehen teilweise schon drei Minuten früher raus, um wach zu sein“, sagt Preuß. Es hilft nichts. Mühlhausen traf in der 48. Minute zum 2:1, zuvor hatte schon Türkspor (53.), Holzwickede (52.) und Germania (49.) das Vergnügen. „Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit sind wir oft noch fünf bis zehn Minuten im Tiefschlaf“, sagt Preuß.

Unglücklicher Saisonstart

Positiv daran: Mit Ausnahme des „sehr guten“ (Preuß) Spiels gegen Türkspor, das Kirchderne 1:2 verlor, gewann Kirchderne die drei Spiele gegen Mühlhausen, Holzwickede und Germania. Dass es aktuell trotzdem nur zu Platz acht reicht, liegt an dem unglücklichen Saisonstart mit drei Niederlagen aus vier Spielen: „Wir haben uns als Trainer da natürlich auch hinterfragt“, sagt Preuß.

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Doch weil sich die Viktoria trotz der etwas defensiveren Taktik auch in den vom Ergebnis her schwächeren Spielen zum Saisonstart ihre Chancen erspielte, kamen sie zu dem Schluss, dass es nicht am System liegt: „In den Topspielen gegen Körne (0:1), Kemminghausen (0:2) und Türkspor (1:2) fehlte uns auch das Quäntchen Glück“, sagt Preuß.

Drittbeste Abwehr der Liga

Und dass die defensivere Ausrichtung funktioniert, zeigt das Torverhältnis: Zehn Gegentore sind nach Spitzenreiter Körne (8) und dem Bollwerk aus Brambauer (8) die drittbeste Abwehr der Liga. Dazu gehört auch Kelvin Louis, ein Zweikämpfer erster Güte, trotz seiner Körpergröße von 1,60 Meter: „Der geht auf der Sechs keinem Duell aus dem Weg und insgesamt unfassbar voran“, sagt Preuß.

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Und offensiv knipsen sie ihre Chancen so langsam auch endlich weg. Gegen Mühlhausen machten Erkan Yigit (31.) und Benjamin Schulz (44.) aus drei Chancen zwei Tore: „Da waren wir endlich mal eiskalt vor dem Tor“, sagt Preuß. Bleibt es dabei, kann es für die Viktoria in dieser Saison noch ein bisschen höher gehen.

Heimstark, aber auswärts...

Zu Hause haben sie ohnehin keine Probleme, sind zusammen mit Körne die beste Heimmannschaft der Liga. Auswärts dagegen gelang den Kirchdernern erst ein Sieg: „Wir hoffen, dass das 2:0 bei Roj etwas gelöst hat“, sagt Preuß. In Massen nächste Woche soll der nächste Auswärtsdreier her und dann folgen drei Heimspiele in Serie gegen Hannibal, Brambauer und Mengede: „Das ist schon eine Standort-Bestimmung. Danach wird sich zeigen, wo wir wirklich stehen“, sagt Preuß.

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