Kevin Guthardt - vom Meckerkopf zum Spieler des Spieltages

Dortmunder Amateurfußball

Mengede 08/20 hat sich endlich in der Bezirksliga gefangen. Geholfen haben das gemeinsame Fifa-Zocken, Feiern-Gehen und Co-Kapitän Kevin Guthardt, der jetzt sogar Spieler des Spieltages ist.

Dortmund

, 20.04.2019 / Lesedauer: 4 min
Kevin Guthardt - vom Meckerkopf zum Spieler des Spieltages

Mengedes Innenverteidiger Kevin Guthardt ist Spieler des Spieltages. © Stephan Schuetze

Das gemeinsame Fifa-Zocken unter der Woche hat sich gelohnt - die Jungs von Bezirksligist Mengede 08/20 haben am vergangenen Spieltag TuS Westfalia Wethmar mit 4:0 vom heimischen Platz gefegt. Bester Mann: Innenverteidiger Kevin Guthardt, der hinten zusammen mit Jan Joppien so gut wie nichts zuließ. Der 26-Jährige, der am Sonntag für den gesperrten Florian Schulz die Kapitänsbinde trug, war sogar so gut, dass er prompt zum Spieler des Spieltages gewählt wurde.

„Einen Tacken ruhiger als sonst“

Sein Trainer Tobias Vößing glaubt, dass das auch was mit der Binde zu tun hatte, die Guthardt das erste Mal in dieser Saison getragen hat: „Ich glaube das hat ihm gut getan, er war einen Tacken ruhiger als sonst“, lacht der Mengede-Coach. Sonst sei Guthardt, vorsichtig ausgedrückt, „sehr präsent“ auf dem Platz.

Soll heißen: Kevin Guthardt macht gerne mal den Mund auf, wenn es im Spiel schlecht läuft. „Ich spreche halt auch mal Negatives an, deshalb sehen mich vielleicht manche als Meckerkopf“, gibt Mengedes Innenverteidiger zu. Aber er versuche nunmal, seine Mitspieler immer zu pushen. Das ist nicht nur seine Aufgabe, weil er Co-Kapitän ist, sondern auch, weil Guthardt mit seinen zarten 26 Jahren zu den Erfahrensten in der Mannschaft gehört.

Kevin Guthardt - vom Meckerkopf zum Spieler des Spieltages

Kevin Guthardt (hinten) hat mit seinem Partner in der Innenverteidigung Jan Joppien (vorne) in der Mengeder Abwehr das Sagen. © Laryea


„Mit 26 bin ich schon der fünft-älteste bei uns. Traurig, oder?“, sagt Guthardt mit einem Grinsen. Das der bei einer Krankenkasse arbeitende Dortmunder immer locker drauf ist - zumindest neben dem Platz - merkt man sofort. Doch bei einem Thema wird Guthardt, der das Fußballspielen in Neuasseln gelernt hat, sofort ernst - die Talfahrt seiner Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren.

„Eine große Chance für mich“

In der Saison 2016/2017 spielte Mengede noch in der Westfalenliga, stieg am Ende als Tabellenletzter mit mageren 19 Punkten in die Landesliga ab. Trainer Thomas Gerner verließ den Verein, dafür kam Tobias Vößing - und holte Kevin Guthardt von TSC Eintracht in den Dortmunder Nordwesten. „Man hat mich damals gefragt, ob ich mir den Wechsel in die Landesliga zutraue, das war natürlich eine große Chance für mich“, erklärt Guthardt.

Das ernüchternde Ergebnis der ersten Saison bei Mengede: Tobias Vößings Schützlinge wurden durchgereicht und fanden sich im Sommer 2018 in der Bezirksliga wieder. Und es wurde nicht besser: Am 12. Spieltag der aktuellen Saison standen Kevin Guthardt und seine Kollegen mit gerade einmal acht Zählern auf dem 13. Tabellenplatz - die Angst ging um in Mengede.

Kevin Guthardt fühlt sich wohl in Mengede

„Viele haben gesagt, dass wir in die Kreisliga durchgereicht werden und nach den ersten Spielen hatte ich auch ein schlechtes Gefühl“, gibt Guthardt zu. Er habe Bedenken gehabt, weil das Team so jung sei. „Aber uns haben vorne auch Leute gefehlt, mit Marcos Hill und Aaron Vasiliou haben wir da jetzt zwei Jungs, die einen klasse Job machen“, freut Guthardt sich. Dass die beiden Stürmer gute Arbeit leisten, haben sie auch beim 4:0 gegen Wethmar bewiesen: Hill steuerte ein Tor bei, Vasiliou glänzte mit einem Doppelpack.

Und mittlerweile läuft es auch wieder tabellentechnisch bei Mengede: Zu Buche stehen ordentlich 32 Punkte und der sechste Tabellenplatz. Grund dafür ist auch der Zusammenhalt in der Mannschaft: „Ich fühle mich richtig wohl hier, wir machen viel außerhalb des Platzes zusammen“, erklärt Kevin Guthardt. Meist würden sich die Mengeder zum Zocken treffen - natürlich Fifa, was sonst? Am Wochenende würden auch alle gerne zusammen raus gehen, „natürlich nur freitags“, stellt Guthardt klar und grinst wieder.

Guthardt: „Mengede ist ein richtig gut geführter Verein“

Auch sonntags nach den Spielen treffen sich die Mengeder noch im Vereinsheim und lassen den Tag beim Essen ausklingen. „Es ist einfach ein richtig gut geführter Verein, ich will hier erstmal lange bleiben“, so Guthardt, der auch schon weiß, wo er mit Mengede am Ende der Saison stehen will. „Platz fünf ist ja gar nicht so weit weg, das wäre schon klasse.“

Und falls es irgendwann mal wieder mit dem Aufstieg in die Landesliga klappen sollte, würde Guthardt auch nicht nein sagen. Und falls nicht: Championsleague können sie auch in Mengede, dafür tauschen Kevin Guthardt und seine Kollegen einfach die Fußballschuhe gegen den Controller.

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