Jetzt muss sich was ändern: Türkspor entwickelt sich zu einem FC Hollywood

dzKommentar

Bei Türkspor Dortmund regieren momentan das Chaos – und Präsident Doktor Akin Kara. Nach dem Trainer-Beben, dem Rauswurf von Tim Eibold und den Corona-Fällen muss der Klub nun schleunigst umdenken.

Dortmund

, 16.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was sind das für unruhige Zeiten beim Fußball-Landesligisten Türkspor Dortmund: Ende August beschäftigten mehrere Corona-Fälle den Klub, sodass Türkspor zwei Freundschaftsspiele absagen musste. Dann entließ TSD – kurz vor Saisonstart –seinen Sportdirektor Tim Eibold, weil seine Philosophie sich nicht mit jener des Vereins decke.

Der Saisonstart verlief mit einem Punkt aus zwei Spielen bislang ebenfalls ernüchternd - und jetzt muss der Landesliga-Aufsteiger auch noch den Abgang seines Trainerteams verkraften. Unter diesen Voraussetzungen wird der Klub kein Landesliga-Meister.

Türkspor Dortmund hat sich in den vergangenen Wochen mehr und mehr zu einem „FC Hollywood“ entwickelt. So wird der FC Bayern gerne mal getauft, wenn Negativschlagzeilen en masse auf den Rekordmeister herunterprasseln. Weit davon entfernt - was die Schlagzeilen angeht - ist Türkspor mit Sicherheit nicht mehr. Die vergangenen Wochen haben das Image von TSD gewiss nicht aufpoliert.

Türkspor spielt unter den eigenen Möglichkeiten

Unruhe und Unzufriedenheit machen sich im und um den Klub herum breit. Das wirkt sich - allem Anschein nach - mittlerweile auch auf die Mannschaft aus, die weit unter ihrem Niveau spielt und in den ersten beiden Saisonspielen enttäuscht hat.

Jetzt lesen

Unbestritten: Türkspor hat gerade einmal zwei Spiele absolviert und die Saison ist noch lang. Den ambitionierten Zielen - es soll in die Westfalenliga gehen - kann der Klub immer noch ohne Probleme gerecht werden. Dazu ist die Qualität im Kader mit den Neuzugängen wie Marcel Reichwein, Aldin Kljajic oder Kerim Acil hoch genug.

Was Türkspor dafür aber nun unbedingt benötigt, ist Ruhe - im Verein und im Umfeld. Der neue Sportliche Leiter und Interimstrainer Dimitrios Kalpakidis braucht Zeit und Raum, um seine Spielidee zu implementieren, eine Mannschaft zu formen und um das aufheizte Umfeld nachhaltig abzukühlen. Es wäre sinnvoll, wenn der Verein frühzeitig die offene Trainerfrage beantwortet.

Jetzt lesen

Wichtig ist künftig zudem, dass Kalpakidis und der Vorstand um seinen Vorsitzenden Doktor Akin Kara Hand in Hand arbeiten und offen und ehrlich miteinander umgehen. Alleingänge - egal von welcher Seite und egal in welcher Angelegenheit - verbieten sich gänzlich, will der Klub sein Ziel erreichen. Denn: Die Konkurrenz, gerade auch aus Dortmund, schläft nicht.

Türkspor muss den Fokus auf den Sport richten

Der Klub täte nun erst einmal gut daran, sich ausnahmslos auf das Sportliche zu konzentrieren und alle Nebenkriegsschauplätze ad acta zu legen. Dann nämlich findet TSD irgendwann zu seiner Stärke, wird Spiele gewinnen und auch Punkte sammeln. Passiert das nicht, dann wird Türkspor Dortmund wohl langfristig wirklich zu „Türkspor Hollywood“.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt