Hinrundenbilanz: Es gibt eine neue Nummer eins bei den Männern im Dortmunder Handball

Handball

Die Hinrunden in den Handball-Ligen sind vorbei. Die Dortmunder Vereine haben dabei für Überraschungen gesorgt - allen voran der ATV Dorstfeld. Wir ziehen die Hinrunden-Bilanz.

Dortmund

, 22.01.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hinrundenbilanz: Es gibt eine neue Nummer eins bei den Männern im Dortmunder Handball

Moritz Fuß führte den ATV Dorstfeld in seinem ersten hauptverantwortlichen Trainerjahr unaufgeregt und zielgerichtet an Dortmunds Spitze. © Ludewig

Die Halbzeitbilanz des Dortmunder Verbandsligatrios hält eine faustdicke Überraschung parat. Die Aplerbecker Frauen sind schon wieder auf Aufstiegskurs - obwohl das gar nicht das Ziel war. Wir ziehen die Hinrunden-Bilanz der Verbandsligisten sowie der BVB- und ASC-Frauen.

Verbansliga Männer

ATV Dorstfeld (Platz 4, 374:323 Tore / 16:10 Punkte)

Die Platzierung des ATV kann getrost als kleine Sensation eingestuft werden. Völlig unaufgeregt führte Moritz Fuß das Team in seinem ersten hauptverantwortlichen Trainerjahr auf Rang vier. „Besser hätte es nicht laufen können. Wir haben uns nach durchwachsener Vorbereitung zügiger in der Liga akklimatisiert als erträumt.“

Durch den Derbysieg zum Start in Hombruch war für Fuß das Vertrauen seiner Schützlinge in die eigene Stärke schnell da. So wurden schließlich auch dem OSC im zweiten Derby die Grenzen aufgezeigt. Für die Rückrunde sind die Vorstellungen des Coaches ganz bescheiden angesiedelt: „Erst einmal gilt es, alle Zweifel am Klassenerhalt auszuräumen. Dann schauen wir mal und würden natürlich die Rolle als Nummer eins gerne verteidigen wollen.“

Auftaktprogramm ATV Dorstfeld: TuS Westfalia Hombruch (H), Ahlener SG 2 (A), TuS Bommern (H), HSG Gevelsberg/Silschede (A)

TuS Westfalia Hombruch (Platz 7, 355:353 Tore / 13:13 Punkte)

Der Start mit drei Pleiten ging völlig in die Buchse und kam für Hombruchs Verantwortliche definitiv unerwartet. Die Westfalia fing sich, fand allmählich zu ihren tatsächlichen Möglichkeiten und musste dann den zweiten Nackenschlag hinnehmen. Mitte der Hinrunde verlor sie in Alexander Müller ihren Denker und Lenker durch eine schwere Knieverletzung.

„Unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten sind wir mit dem ausgeglichenen Punktekonto zufrieden“, bilanziert Trainer Marc Lauritsch und gibt für die zweite Saisonhälfte als Ziel aus, besser abzuschneiden. Dabei ist es für ihn allerdings unerlässlich, nicht wieder in den Startblöcken sitzen zu bleiben.

Auftaktprogramm TuS Westfalia Hombruch: ATV Dorstfeld (A), SuS Oberaden (H), TuS Hattingen (A), RSVE Siegen (H)

OSC Dortmund (Platz 9, 336:343 Tore / 11:15 Punkte)

Der Traditionsklub stimmte sich mit dem Gewinn des Stadtmeistertitels wunschgemäß auf den Punktspielstart ein und erwischte einen vielversprechenden 6:2-Auftakt. Der eigenen steigenden Erwartungshaltung zeigte sich das neuformierte Team dann allerdings nicht gewachsen. Drei Niederlagen zum Ausklang der ersten Serie lassen ab sofort Vorsicht walten. Das Polster zur Abstiegszone beträgt nur noch drei Zähler. Der OSC sollte gewarnt sein.

Das ist Trainer Thorsten Stoschek natürlich durchaus bewusst: „Uns fehlen mindestens vier Punkte, die wir völlig überflüssig haben liegen lassen. Dann hätten wir diesbezüglich Ruhe.“

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OSC-Trainer Thorsten Stoschek hat vor der Saison viele junge Spieler dazubekommen. © Ludewig

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An das nicht ganz abwegige Szenario Abstiegskampf verschwendet er ob der vorhandenen Qualität und trotz des unangenehmen Auftaktprogramms mit drei Auswärtsspielen indes noch keinen Gedanken: „Wir wollen in der Rückrunde mehr Zähler als im ersten Abschnitt holen.“ Und da stimmt ihn grundsätzlich trotz der nicht immer passenden Resultate die Entwicklung seines Teams, vor allem die bei den jungen Nachwuchsleuten wie Tom Wegener und Kai Ferber bis zu dessen Speichenbruch im letzten Spiel vor Weihnachten, optimistisch.

Auftaktprogramm: HSG Gevelsberg/Silschede (H), TG RE Schwelm (A), SGSH Dragons (A), SV Teutonia Riemke (A)

3. Liga West Frauen

BVB 2 (357:325 Tore / 16:8 Punkte)

Borussia Dortmunds junge Drittliga-Formation hakte die erste Serie bereits mit dem 28:28 bei SFN Vechta im letzten Spiel des vergangenen Jahres auf dem zweiten Rang ab. Zum Rückrundenstart wurde die herausragende Position, nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter TV Aldekerk, durch ein 25:20 bei TVE Netphen bestätigt. Zudem führt Rückraumspielerin Mariel Wulf die Torjägerinnenliste der Liga mit 93 Treffern an.

Das Team von Trainer Tobias Fenske, parallel als A-Jugend auch noch aussichtsreich im DM-Rennen unterwegs, bewegt sich voll im Soll.

Die Ziele für den weiteren Saisonverlauf sind von Fenske anspruchsvoll und klar formuliert: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Reduziert werden muss die Fehlerquote in den Umschaltaktionen und optimiert das Gefühl für das Tempospiel. Die Defensivarbeit sollte noch mehr Stabilität erhalten.“

Auftaktprogramm: SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim (H), TSV Bayer 04 Leverkusen (A), HSG Blomberg-Lippe II (H), Königsborner SV (A)

Oberliga Frauen

ASC 09 Dortmund (368:295 Tore / 20:4 Punkte)

Die Handballerinnen des ASC mischen in der Oberliga zum dritten Jahr in Folge um den Aufstieg in die 3. Liga mit: Die Schützlinge von Trainer Tobias Genau stehen am Ende der Hinrunde mit 20:4 Punkten und 368:295 Toren auf Tabellenplatz zwei. Die Aplerbecker haben allerdings auch ein Spiel weniger auf dem Konto – und den direkten Vergleich mit Spitzenreiter Recklinghausen (22:4 Punkte) gewonnen. Tobias Genau bewertet die Hinrunde seiner Mannschaft deshalb als „durchweg positiv“.

Die beiden einzigen Saisonniederlagen gegen Salzuflen und Everswinkel seien „gebrauchte Tage“ gewesen – außerdem waren am vergangenen Wochenende gegen Everswinkel auch einige unglückliche Pfiffe dabei. Trotzdem ist Genau absolut zufrieden mit der Hinrunde. „Es ist schön, dass wir da oben stehen, damit haben wir nicht gerechnet.“ Der Grund: Die ASC-Frauen haben in dieser Saison einen extrem dünn besetzten Kader, Genau sei froh, wenn er sieben Feldspielerinnen beim Training zusammenbekommt. „Deshalb ist es umso schöner, dass wir wieder oben mitspielen“, so der ASC-Trainer, dem seit Saisonbeginn schon Leistungsträgerin Annika Kriwat fehlt. Dazu kämpft Kristin Gesing aktuell mit Knieproblemen.

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ASC-Trainer Tobias Genau (l.) will vor seinem Abschied noch den Aufstieg eintüten. © Ludewig

Schon 2018 und 2019 standen die Schützlinge von Trainer Tobias Genau kurz vor der 3. Liga, beide Male zogen die Aplerbecker im Aufstiegskampf ganz knapp den Kürzeren. In diesem Jahr ist aber etwas anders: „Wir machen uns keinen Druck, haben den Aufstieg in dieser Saison nicht als Ziel ausgegeben“, erklärt Genau, der die Aplerbecker am Saisonende in Richtung Villigst/Ergste verlässt. Der nicht eingeplante Aufstieg wäre da schon ein „super schöner Abschluss“ für Genau.

Auftaktprogramm: Ruhrtal Witten (H), PSV Recklinghausen (A), Bad Salzuflen (H), HSV Minden-Nord (H)

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Im mit Spannung erwarteten Verbandsliga-Duell setzte sich am Freitagabend der Aufsteiger ATV Dorstfeld in Hacheney beim OSC Dortmund am Ende verdient mit 28:26 (13:10) durch. Von Klaus-Peter Ludewig

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