„Hatte keinen Bedarf“ - Das sagen Dortmunder Trainer zu den Regeländerungen für 2019/2020

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Der Westdeutsche Fußball-Verband hat für die kommende Saison zwei neue Regeln in seine Spielordnung übernommen. Eine davon halten die Dortmunder Fußball-Trainer für besonders sinnvoll.

Dortmund

, 10.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Der WDFV hat zwei neue Regeln beschlossen. Wieso, weshalb, warum: Das lesen Sie in folgendem Artikel:

Was sagen Dortmunder Fußballtrainer dazu? Wir haben nachgefragt!

„Hatte keinen Bedarf“ - Das sagen Dortmunder Trainer zu den Regeländerungen für 2019/2020

Sebastian Didion vom Hombrucher SV. © Laryea

Sebastian Didion (Landesliga, Hombrucher SV)

Vier Auswechslungen: „Wir fanden es erstmal komisch, weil wir zunächst dachten: Ist doch gut, da haben wir als Trainer eine Option mehr. Aber Alex Enke und ich sind eigentlich immer darauf bedacht, dass wir konditionell auf der Höhe sind, um zuzuschlagen, wenn andere Teams ab der 60. Minute abbauen. Wenn man jetzt viermal wechseln kann, dann ändert das natürlich etwas. Ich finde drei Wechsel besser, damit kamen wir bisher auch super klar.“

Punktabzug nach Spielabsage im Saisonendspurt: „Ich hatte das persönlich noch nicht, aber ich finde es gut, weil es ein Eingriff in den Meisterschafts- oder Abstiegskampf ist, wenn man am Ende nicht mehr antritt. Bei der neuen Bestrafung überlegst du dir das zweimal, ob du das machst. Die Regelung macht absolut Sinn.

„Hatte keinen Bedarf“ - Das sagen Dortmunder Trainer zu den Regeländerungen für 2019/2020

Tobias Vößing von Mengede 08/20. © Stephan Schuetze

Tobias Vößing (Bezirksliga, Mengede 08/20)

Vier Auswechslungen: „Da habe ich jetzt keinen Bedarf für mich gesehen, ich komme mit drei super klar und sehe auch nicht, dass es wegen der Belastung notwendig wäre. Und wir spielen überkreislich jetzt auch nicht auf einem Niveau, wo wir danach gehen, dass jeder spielen muss. Es erschließt sich mir also nicht so richtig. Ein negativer Aspekt: Ich brauche jetzt bei einem 0:1-Rückstand in einem engen Spiel keinen, der dann noch dreimal wechselt.“

Punktabzug nach Spielabsage im Saisonendspurt: „Das finde ich richtig gut, auch wenn man über die konkrete Umsetzung sicherlich streiten kann. Aber es ist super, dass da eingeschritten wird und ich hätte auch nichts dagegen, wenn das auch für den Zeitraum vor dem 1. Mai ausgeweitet wird. Es ist einfach unsportlich, wenn zum Beispiel Dorstfeld nicht gegen Bövinghausen antritt.“

„Hatte keinen Bedarf“ - Das sagen Dortmunder Trainer zu den Regeländerungen für 2019/2020

Florian Buchholt von Viktoria Kirchderne. © Laryea

Florian Buchholz (Bezirksliga, Viktoria Kirchderne)

Vier Auswechslungen: „Ich stehe dem Thema neutral gegenüber und weiß noch nicht, welche Auswirkungen das hat. Man schöpft die drei Auswechslungen ja oft noch nicht mal aus. Ich befürchte, dass es am Ende Zeitspiel geben könnte, dass einer in der 85., 86., 87. und 88. Minute wechselt und es dann nur zwei Minuten Nachspielzeit gibt.“

Punktabzug nach Spielabsage im Saisonendspurt: „Das finde ich auf jeden Fall richtig gut. Zurückziehen während der Saison ist absolute Wettbewerbsverzerrung. Wir hatten den Fall ja auch mit Overberge, die hätten ja noch weiterspielen können, die haben eine A-Jugend, eine 2. Mannschaft. Während der Saison zurückzuziehen ist unmöglich. Die neue Regelung ist dagegen super.“

„Hatte keinen Bedarf“ - Das sagen Dortmunder Trainer zu den Regeländerungen für 2019/2020

Sebastian Grundmann vom VfR Sölde. © Stephan Schuetze

Sebastian Grundmann (Bezirksliga, VfR Sölde)

Vier Auswechslungen: „Das finde ich erstmal nicht schlecht, es wird sich zeigen, was das bringt. Wir haben jetzt nochmal eine Option mehr, es ist die Möglichkeit, Spielern Spielpraxis zu geben. Ein Zeitspiel befürchte ich nicht, es gibt auch jetzt schon so viele Möglichkeiten, an der Uhr zu drehen...“

Punktabzug nach Spielabsage im Saisonendspurt: „Die Regelung ist sehr gut, ich würde sie sogar auf die komplette Saison ausweiten. Wir hatten das ja zuletzt, dass der Tabellenletzte nicht beim Tabellenführer angetreten ist, um sich sein Torverhältnis nicht komplett zu versauen. Das ist Wettbewerbsverzerrung. Deshalb ist die Regelung absolut zu befürworten.“

„Hatte keinen Bedarf“ - Das sagen Dortmunder Trainer zu den Regeländerungen für 2019/2020

Marc Risse vom TuS Eichlinghofen. © Laryea

Marc Risse (Bezirksliga, TuS Eichlinghofen)

Vier Auswechslungen: „Grundsätzlich hatte ich da keinen Änderungsbedarf gesehen. Es wird aber ja auch im Profibereich angewendet. Drei Auswechselspieler hatten sich über Jahre etabliert und mein Bedarf war damit bedient. Es ist auch taktisch anspruchsvoller, wenn du nur dreimal wechseln kannst. Bei vier kann ich ab der 70. Minute wechseln, wie ich lustig bin.“

Punktabzug nach Spielabsage im Saisonendspurt: „Das finde ich sehr gut, war ja auch bei uns so, als Teams von unten nicht gegen Bövinghausen antreten wollten. Ich finde es ein absolutes Unding, dass ein Seniorenspiel abgesagt wird, obwohl der Verein eine A-Jugend hat. Deshalb finde ich die Regelung extrem gut.“

„Hatte keinen Bedarf“ - Das sagen Dortmunder Trainer zu den Regeländerungen für 2019/2020

Michael Kalwa vom SF Brackel 61. © Schwerte

Michael Kalwa (Kreisliga A, SF Brackel 61)

Vier Auswechslungen: „Mir tun ehrlich gesagt die Schiedsrichter ein bisschen leid. Das wird unübersichtlich werden. Wir werden schon damit zurechtkommen, ich weiß noch nicht so wirklich, was das für einen Sinn haben soll. Grundsätzlich habe ich aber nichts dagegen und gerade für Teams im unteren Bereich ist es wohl sinnvoller.“

Punktabzug nach Spielabsage im Saisonendspurt: „Das ist sicher nicht verkehrt und auch nachvollziehbar. Aber vielleicht sollte man dann auch den zweiten Schritt machen und den Schiedsrichtern für die Passkontrolle mal einen Laptop zur Verfügung stellen. Es ist Wettbewerbsverzerrung, wenn Spieler auf dem Pass von einem anderen spielen, da gibt es mittlerweile Strukturen, das ist viel verbreiteter. Da sollte man mal ansetzen.“

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