Hangover in der Rückrunde: Der FC Roj spielte erst wie ein Auf- und dann wie ein Absteiger

dzFußball-Rückblick

Der FC Roj startete mit dem neuen Trainer Manuel Lorenz in die Saison. Nach einer starken Hinrunde, folgte eine deutlich schwächere Rückrunde - und der Abschied vom Trainer.

Dortmund

, 07.06.2019, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

In unserem Fußball-Rückblick schauen wir eine Woche lang auf alle überkreislich spielenden Teams der abgelaufenen Saison. Teil 15: FC Roj (Bezirksliga, Platz 10, 34 Punkte, 10 Siege, 4 Unentschieden, 14 Niederlagen).

Das Spiel der Saison: Trotz der vielen starken Partien in der Hinrunde, in der Roj reihenweise Teams „von oben“ wie Viktoria Kirchderne (1:0), den BV Brambauer (2:1) oder den TuS Körne (2:0) schlug, lobte Trainer Manuel Lorenz besonders die Moral und den Zusammenhalt der Mannschaft in den letzten drei Spielen. Obwohl das Team personell auf dem Zahnfleisch lief und weder gegen Mengede, Holzwickede noch Körne ein Sieg eingefahren werden konnte, stimmte die Einstellung auf dem Platz. Die Spieler die vor Ort waren hängten sich rein und repräsentierten den FC Roj würdig, auch wenn es um nichts mehr ging.

Das Highlight der Saison: Nach einem mittelmäßig verlaufenden Saisonstart spielte sich der FC immer besser ein und erreichte nach einem grandiosen Sieg über den starken Aufsteiger aus Körne vorübergehend den dritten Tabellenplatz. Auch der 4. Platz in der Hinrunden-Tabelle machte die Verantwortlichen mächtig stolz. Bei den Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften wurde das vorgegebene Ziel „Einzug in die Endrunde“ zwar nicht erfüllt, trotzdem lieferte Roj in der Halle Nord ansehnliche Spiele und überzeugte.

Wendepunkt der Saison: Wenn man die Hinrunden- und die Rückrundentabelle vergleicht sieht man einen erstaunlichen Unterschied. Bis zum Winter gehörte die Mannschaft aus dem Dortmunder Norden mit wahnsinnigen neun Siegen noch zu den besten vier Teams der Liga. Im neuen Jahr dagegen konnte nur ein Sieg gefeiert werden, was in der Rückrundentabelle Platz 15 bedeutet. In der Winterpause gab es einige personelle Veränderungen, das Transferkarussel drehte sich und der FC Roj konnte nicht mehr auf die erfolgreiche Startelf zurückgreifen.

Kuriosum der Saison: Der 21- jährige Torhüter William Ghannam wurde in die syrische U21-Nationalmannschaft berufen. Trainer Manuel Lorenz war und ist mächtig stolz auf seinen Mann zwischen den Pfosten und steht dem jungen Talent auch weiterhin unterstützend zur Seite. Ghannam war in der laufenden Saison ein Garant für Sicherheit und immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde.

Das Lowlight der Saison: Wie schon bei den Highlights erwähnt, hatte der FC Roj zum Saisonende hin kaum mehr Auswahlmöglichkeiten auf der Ersatzbank. Trainer Manuel Lorenz konnte teilweise nicht mal die drei möglichen Wechsel vollziehen. Dies zerrte an den Kräften der übrigen Spieler. Zum Glück hatte der FC Roj in der ersten Hälfte der Saison schon seine Aufgaben erfüllt und musste sich keine Sorgen um den Abstiegskampf machen. Anfang April allerdings gab es dann die Trennung von Trainer Manuel Lorenz - nachdem sich der Klub eigentlich schon mit ihm auf ein weiteres Jahr geeinigt hatte.

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Die Maschine der Saison: Ist beim FC Roj schwer zu finden. Torhüter William Ghannam wechselte sich aufgrund der Doppelbelastung in der Nationalmannschaft mit Steffen Haake ab. Auch sonst setze Roj auf eine wechselnde Startelf mit verschiedenen Akteuren.

Der Spieler der Saison: Issaka Aruna, der sowohl als Innenverteidiger als auch als defensiver Mittelfeldspieler glänzte. Der 27-Jährige überzeugte sowohl durch enge Ballführung und präzise Pässe als auch durch enorme Zweikampfstärke. Manuel Lorenz setzte auf den 1,90 Meter großen Abwehrchef und seine konstant guten Leistungen. Mit acht Treffern konnte er sich zudem auch in die Torschützenliste eintragen und war gleichzeitig treffsicherster Spieler beim FC Roj.

Die Saison als Film oder Serie: Hangover. Der FC Roj feierte in der Hinrunde derart viele Siege und anschließende Partys, dass er in der Rückrunde Probleme hatte, sich daran zu erinnern und gar nichts mehr auf die Reihe bekam. Trotzdem war die Saison kein völliger Reinfall. Den FC konnte man sich oft gut angucken.

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