Ein Harzverbot für die Dortmunder Vereine steht nicht im Raum - den schwarzen Schafen droht aber ein Trainingsverbot.

Dortmund

, 08.08.2018, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem guten Gefühl sind alle Parteien aus dem Treffen der Stadt Dortmund, dem Handballkreis Dortmund und den Verantwortlichen der heimischen Handball-Klubs gegangen. Ein positives Zeichen für alle Handballer der Stadt, denn es ging um das Harzen in Dortmunds Hallen. Das Wichtigste vorneweg: Es darf weiter im Training und während der Spiele geharzt werden.

„Es stand nie zur Debatte, dass das Harzen verboten werden soll. Es ging immer darum, dass einige wenige Vereine sich nicht an den Harzvertrag gehalten haben“, erklärt Wolfgang Sommer, der Kreisvorsitzende.In einer Mail (die uns vorliegt) hatte Sommer aber noch an die Vereine geschrieben, dass ein Eklat drohe, wenn der Vertrag mit der Stadt gekündigt werden würde. Sommer sieht seine Aussage als Zuspitzung. „Ich habe das so geschrieben, damit auch alle Vereine zu der Sitzung kommen.“

Hallen müssen von den Klubs gereinigt werden

Den Harzvertrag gibt es seit rund zwei Jahren. Die Stadt hatte diesen mit dem Handballkreis geschlossen. Der Kontrakt beinhaltet, dass die Hallen nach dem Training und den Spielen von den Klubs gereinigt werden müssen, denn das Harz hinterlässt klebrige Flecken.

Bei Vergehen der Klubs und möglichen Zahlungsaufforderungen der Stadt müsste der Kreis für die entstehenden Zusatzkosten aufkommen. Der Handballkreis wiederum hat Verträge mit den Klubs abgeschlossen, dass diese im Endeffekt finanziell haften würden.

Bislang keine Androhungen seitens der Stadt

Androhungen von finanziellen Strafen gab es vonseiten der Stadt bisher nicht, nur Aufforderungen, auf die Sauberkeit der Hallen besser zu achten. „Ich muss betonen, dass es sich hier um eine Minderheit handelt, die besser auf die Sauberkeit achten muss. 80 Prozent aller Hallen werden von den Handballern in einem guten Zustand hinterlassen“, sagt Sommer.

Auch Thomas Thurau, Sportlicher Leiter des Verbandsligisten OSC Dortmund, gibt zu: „Es gibt einige schwarze Schafe. Und die ärgern mich ungemein“, sagt er. Weil es die Ausreißer nach unten gibt, hatte Sommer erst ein Treffen mit allen Klubs einberufen, später eins mit den Vereinen, die ihre Aufgaben etwas aus den Augen verloren hatten.

Offene Diskussion

Am Montag gab es dann im Sportzentrum des TSC Eintracht mit vier Vertretern der Stadt, dem Kreis und den Klubs eine Informationsrunde. Es war eine offene Diskussion, in der alle Seiten ihre Probleme und Wünsche äußerten. „Es war kein Krisentreffen. In keiner Weise. Wir wollten nach langer Zeit einfach mal die gängige Praxis reflektieren“, sagt Andre Knoche vom Sportamt der Stadt Dortmund.

Die Stadt forderte die Handballer zum Beispiel auf, darauf zu achten, dass nicht nur der Boden sauber gehalten wird, sondern auch die Türklinken, die Wasserhähne und die Bänke vom Harz befreit werden. Die Klubs machten deutlich, dass sich die Hallen in keinem guten Zustand befänden. Sie wünschten sich, dass Reinigungsmaschinen zur Verfügung stünden, damit das Schmutzwasser entfernt werden könne.

Reinigungszustand der Sporthallen ist unbefriedigend

Knoche gibt zu, dass der Reinigungszustand in den Sporthallen unbefriedigend sei. „Deshalb wollen wir die Reinigungsintensität auch erhöhen und versuchen, dass die Reinigungsdienste nicht am Morgen kommen, sondern am Abend, nachdem die Vereine die Halle verlassen haben“, sagt er.

Er lobt auch die Klubs, die sehr kreativ seien. So gibt es zum Beispiel Vereine wie die TSG Schüren, die mit ihren Mitgliedern eine freiwillige Grundreinigung der Halle durchführen. Einige kleben die Bänke ab oder stülpen Einweghandschuhe über die Türklinken, damit kein Harz hängen bleibt.

Den schwarzen Schafen drohen Trainingsverbote

Bis zu den Herbstferien wird die Stadt zusammen mit den Vereinen Regelungen für jede einzelne Halle suchen, damit die Sauberkeit verbessert wird. Ein erster Schritt ist, dass alle Klubs jetzt einen Ansprechpartner bei der Stadt haben, um sich Austauschen zu können. Knoche sagt aber auch, dass den schwarzen Schafen Trainingsverbote drohen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.

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