Handball-Landesligist ATV Dortfeld kann am Samstag dort feiern, wo er schon getrauert hat

Handball-Landesliga

Der Handball-Landesligist ATV Dorstfeld kann am Samstag beim VfL Gladbeck aufsteigen – in der Halle, in der es auch den letzten tragischen „Liga-Exit“ gab.

Dorstfeld

, 03.05.2019, 10:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Handball-Landesligist ATV Dortfeld kann am Samstag dort feiern, wo er schon getrauert hat

Einfach nur zum Wegsehen: ATV Dorstfelds-Rückraumspieler Jonas Rodenberg wollte 2014 in Gladbeck am liebsten in seinem Trikot verschwinden. © Peter Ludewig

An der Schützenstraße 23 in Gladbeck befindet sich eine Sporthalle, wie sie eine von vielen für Handballer ist, die zum Auswärtsspiel beim VfL antreten. Der ATV Dorstfeld aber verbindet mit dieser fremden Spielstätte eine Geschichte, die jeder ATV-Akteur gerne anders geschrieben hätte: Hier wurde am 10. Mai 2014, vor fast exakt fünf Jahren, der Dorstfelder Abstieg am letzten Spieltag besiegelt. Letzter Halt Gladbeck, ab in die Bezirksliga. Nun könnte sich Geschichte wiederholen: Letzter Halt Gladbeck, und diesmal ab in die Verbandsliga!

Damals wie heute im ATV-Trikot: Jonas Rodenberg und Richard Utech. „Alle, die damals schon in Dorstfeld gespielt haben, haben da noch lebhafte Erinnerungen dran“, berichtet Rodenberg. Dazu zählten neben den beiden auch Trainer Moritz Fuß als damaliger Spieler, sowie Tim Grüne und Sebastian Mund. „Das Spiel haben wir mächtig in den Sand gesetzt“, ergänzt der Rückraumspieler.

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Mit 28:38 verloren die Gäste das Duell mit der Gladbecker Zweitvertretung, die noch nicht einmal sonderlich aus dem Oberliga-Team verstärkt wurde. „Wir sind mit ordentlich Euphorie dahin gereist, weil wir uns in der Rückserie der Saison in den Heimspielen wieder ans rettende Ufer herangekämpft hatten“, blickt Utech zurück. „Aber auf dem Feld konnten wir mit dem Druck nicht umgehen, alle wirkten gelähmt und so, als müssten sie mit jeder Aktion den Sieg erzwingen.“

An einer gefürchteten Gladbecker Heimkulisse lag es nicht, wie Rodenberg schildert: „Die Halle war schwarzgelb, wir sind mit drei Sonderbussen dorthin gefahren.“ Ein Bild, das sich die Gäste auch an diesem Samstag (17 Uhr) wünschen, wenngleich die Drucksituation nun eine gänzlich andere ist. „Der VfL kann zwar theoretisch noch absteigen, wird deshalb gewinnen wollen und sich verstärken“, so Rodenberg, „aber genau das sollte uns antreiben. Der Druck ist absolut positiv und die Gefühlswelt nun eine gänzlich andere.“

Es gibt kein Gladbeck-Trauma

Ein „Gladbecker Hallen-Trauma“ ist bei den Dorstfeldern nicht auszumachen. „Es hat damals zwar schon ein wenig gedauert, bis ich das Spiel verarbeitet habe“, gesteht Rodenberg. „Aber jetzt herrscht einfach große Lust bei Jedem, diesen möglichen letzten Schritt anzugehen.“ Und Utech ergänzt: „Wir freuen uns drauf, etwas aus der Vergangenheit dort gutmachen zu können, Angst herrscht bei uns nicht.“

Die Halle lässt keine Zweifel zu, das jüngste 24:24-Remis mit dem vergebenen Matchball beim RSV Altenbögge-Bönen auch nicht. „Unsere Aktien stehen weiterhin sehr gut“, gibt Utech selbstbewusst zu Protokoll. „Wir sind seit 15 Spielen ungeschlagen, auswärts konnte uns auch noch niemand besiegen“, ergänzt Rodenberg. „Und dass wir uns an einem schlechten Tag gegen Altenbögge noch zurückkämpfen und einen Punkt mitnehmen, ist nur positiv zu bewerten.“

Der ATV Dorstfeld tritt in Gladbeck fast komplett an

Man merkt den Jungs an, dass sie es kaum erwarten können. Trainer Carsten Hergert, der die Partie diesmal ohne den beruflich verreisten Moritz Fuß coachen muss, erwartet ein packendes Match: „Gladbeck wird sicher verstärkt antreten. Nun bin ich gespannt, wie unsere Spieler mit der nervlichen Belastung klarkommen.“ Das 24:24 zeigt schnell, woran es zuletzt hakte: „Vorne hat es nicht so gut gepasst, nun hoffe ich wieder auf unseren schlagkräftigen Rückraum“, ergänzt Hergert. Hinter Lukas Wollbrink steht das einzige Fragezeichen, der übrige Kader ist vollzählig – und gewillt, diesmal den richtigen Liga-Ausgang in Gladbeck zu nehmen.

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