Der ATV Dorstfeld bringt seine Fans sogar mit Namen aufs Trikot

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In Zeiten der Tristesse nach dem Abbruch der Handball-Saison richtet das Verbandsliga-Team des ATV Dorstfeld mit einer verrückten Idee den Blick schon wieder nach vorn.

Dortmund

, 28.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bastian Edeling hat sich was bei den ganz Großen des deutschen Handballs abgeguckt: In diesem Fall beim SC Magdeburg. Denn das Team um Nationalspieler Matthias Musche trat in der Pokalsaison 18/19 in Trikots an, die es auch dem Kapitän des ATV Dorstfeld angetan hatten.

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Die Magdeburger Trikots waren über und über mit den Namen von Fans und Förderern des Klubs bedeckt. Und für diese Idee möchte der Kapitän der ersten Mannschaft des ATV jetzt auch die Anhänger seines Teams begeistern. Die Gleichung ist einfach: Für eine Spende von 25 Euro wird der Name des Spenders auf dem Saison-Trikot 20/21 der ersten Mannschaft neben allen anderen Gönnern verewigt. Wer sogar 75 Euro locker machen kann, wird mit seinem eigenen Trikot belohnt.

Wie die Trikots letztlich aussehen werden, das ist jetzt noch nicht klar. „Sicher ist aber, dass wir sie selbst designen werden. Und wie dieses Design dann final sein wird, hängt ja auch davon ab, wie viele Spender wir gewinnen können“, sagt Bastian Edeling. „Auf jeden Fall wird aber Platz genug sein auf den Shirts, weil die Namen auf der ganzen Fläche in den Stoff eingearbeitet sein werden.“

Doch mit Blick auf die Resonanz in den ersten drei Tagen der Aktion könnte es vielleicht doch irgendwann eng werden. Immerhin 26 Spender hatten sich bis Dienstagabend bereits ihren Platz auf dem Trikot gesichert. Und die Aktion, die noch bis zum 31. Mai läuft, hat ja gerade erst begonnen. Alle Infos dazu gibt es auf des Facebook-Seite des ATV Dorstfeld, spenden können Fans und Unterstützer direkt auf der eigens dafür eingerichteten PayPal-Seite.

Für Edeling ist das Ganze aber nicht nur eine tolle Gelegenheit für Mannschaft und Fans noch ein bisschen enger zusammen zu rücken, sondern auch die Chance, die finanziellen Löcher, die durch die abgebrochene Saison entstanden sind, möglichst nachhaltig zu stopfen. „Es ist für uns gerade sehr schwer, Sponsoren zu kriegen. Wir wissen ja selbst, woran das liegt. Es ist auch für viele Unternehmen eine sehr schwierige Zeit. Darum wollen wir jetzt aus eigenen Kräften etwas Entlastung schaffen. Und jeweils 25 Euro von einer Reihe von Menschen, da sind wir schnell bei einer Summe, mit der wir hier schon richtig was bewirken können.“

Erstes Ziel ist es, aus den Spenden zu einem Großteil den Trikotsatz für die nächste Saison zu finanzieren - ein Posten, der schnell mit 1500 Euro zu Buche schlägt. „Die Erfahrung zeigt, dass wir pro Saison zwei Trikots pro Spieler brauchen. Eins reicht nicht. Handball ist ja ein eher ruppiger Sport. Da reißt auch schonmal was. Auf neue Auswärts- oder Ausweichtrikots verzichten wir allerdings in dieser Saison. Die gabs erst im letzten Jahr.“

Zudem möchte Edeling aber auch finanzielle Mittel für die sozialen Aktionen der Mannschaft bereitstellen. „Die Idee ist, dass wir in der nächsten Saison vor jedem Heimspiel auf unseren Warm-Mach-Shirts für eine soziale Organisation wie zum Beispiel den Kinderschutzbund, die Lebenshilfe oder Exit werben. Jeder dieser Organisationen soll ein eigener Heimspieltag gewidmet werden. Die Kosten tragen wir.“

Und was ist mit Verzicht auf Geld, um den Klub zu stützen? Ist das ein Thema für die Spieler des ATV? Edeling muss lachen: „Wir müssen auf nichts verzichten, weil wir nichts kosten. So einfach ist das. Bei uns verdient kein Spieler auch nur einen Cent. Aber wenn es was zu verzichten gäbe, wir würden es tun.“

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