Gina Lückenkemper in Dortmund so schnell wie nie

Leichtathletik: Indoor Meeting

Beim ersten Indoor Meeting in Dortmund seit 14 Jahren beherrscht Lokalmatadorin Gina Lückenkemper die 60-Meter-Konkurrenz. Für die große Überraschung sorgt aber eine Hürdensprinterin aus Wattenscheid.

DORTMUND

, 21.01.2018, 22:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gina Lückenkemper in Dortmund so schnell wie nie

Jubelte am Sonntag in Dortmund über eine neue persönliche Bestzeit über die 60 Meter: Gina Lückenkemper. © Gantenberg

Die Frage nach ihrer Zufriedenheit beantwortete Gina Lückenkemper mit diesem ansteckenden Lachen, das sie im vergangenen Jahr zum Liebling der deutschen Leichtathletik-Szene gemacht hatte. 7,11 Sekunden standen nach dem Finale über die 60 Meter auf der Anzeigetafel. Persönliche Bestzeit für die 21 Jahre alte Sprinterin. Zudem Weltjahresbestleistung im zugegeben noch jungen 2018. „Eine solche Zeit direkt im ersten Rennen- was will ich mehr“, sagte Lückenkemper, umringt von zahlreichen jungen und älteren Fans in der Helmut-Körnig-Halle.

"Die Stimmung war richtig, richtig gut"

Die insgesamt 2150 Zuschauer hatten die 100-Meter-Halbfinalisten der Freiluft-WM am Sonntag beim ersten internationalen Meeting in Dortmund seit 2004 mit donnerndem Applaus empfangen. Unmut oder gar Pfiffe nach ihrem Wechsel von der der LG Olympia Dortmund zu Bayer Leverkusen vor wenigen Wochen waren Fehlanzeige. „Die Stimmung war richtig, richtig gut“, erklärte Lückenkemper, die der Konkurrenz in ihrer alten Heimat keine Chance ließ.

Vom Start weg dominierte die 21-Jährige das Rennen und verwies Lisa Mayer aus Wetzlar (7,17 Sekunden) auf Platz zwei. Beide Läuferinnen unterboten damit die Norm von 7,30 Sekunden für die Hallen-WM in Birmingham (1. bis 4. März). Auf den dritten Rang sprintete überraschend Pamela Dutkiewicz. Die 26 Jahre alte Hürdenspezialistin des TV Wattenscheid 01 hatte sich ihren großen Wunsch bereits im Vorlauf erfüllt, als sie mit 7,37 Sekunden ebenfalls persönliche Bestzeit gelaufen war. „Ich hatte mir das erhofft“, sagte Dutkiewicz, die diese Zeit im Endlauf dann noch einmal um zwei Hundertstel Sekunden nach oben schraubte. „Das war bombastisch. Die Arbeit hat sich gelohnt.“

Intensives Training

Auch Gina Lückenkemper begründete ihren Erfolg mit dem harten und intensiven Training, das in den vergangenen Wochen auf dem Programm stand. „Ich habe in letzter Zeit sehr viel an meinem Start gearbeitet. Das hat sich ausgezahlt“, sagte die 21-Jährige. Ihre volle Konzentration gilt nun der Titelverteidigung bei den Deutschen Hallenmeisterschaften, die am 17./18. Februar ebenfalls in der Dortmunder Körnig-Halle ausgetragen werden. Auch ein Start bei der WM in Birmingham sei möglich.

Hochklassig besetzt war auch die Weitsprung-Konkurrenz bei den Frauen – trotz der kurzfristigen Absage von Alexandra Wester. Die Mitfavoritin vom ASV Köln zog aus gesundheitlichen Gründen zurück. „Ich habe mich erkältet und sage meinen Start für Sonntag ab“, schrieb die 23-Jährige auf ihrer Facebook-Seite. Den Sieg sicherte sich die Kubanerin Yariadmis Arguelles mit einer Weite von 6,58 Metern.

"Leider war heute nicht mehr drin"

Nadja Käther vom Hamburger SV landete mit 6,55 Metern auf Platz zwei vor der hoch gehandelten Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), die 6,52 Meter erzielte. Enttäuscht zeigte sich derweil Sosthene Moguenara. Im ersten Wettkampf seit ihrer Rückkehr aus Saarbrücken nach Wattenscheid kam die 28-Jährige (Bestleistung 7,16 Meter) mit nur 6,44 Metern auf Platz vier. „Ich hatte mir schon etwas mehr erhofft“, sagte Moguenara. „Aber leider war heute nicht mehr drin.“

Im abschließenden 1500-Meter-Lauf der Männer verpasste ihr Mannschaftskollege Marius Probst den Sieg nur knapp. Der U23-Europameister kam dank eines tollen Schlussspurtes mit einer Zeit von 3:44,91 Minuten ins Ziel – Platz drei hinter den beiden Spaniern Jesus Gomez (3:44,33 Minuten) und Saul Ordonez (3:44,64 Minuten).

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