Früh die Nerven verloren: Schnellste Rote Karte der Saison im Amateurfußball

dzFußball

Der Auftakt zur neuen Spielzeit ist gerade erst Geschichte, da gibt es womöglich schon die schnellste Rote Karte der Saison. Der Trainer war vom Auftritt seiner Mannschaft dennoch begeistert.

Dortmund

, 08.09.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da wartet man knapp sechs Monate darauf, dass die Pflichtspiel-Saison endlich wieder startet und dann muss man im ersten Spiel beinahe die kompletten 90 Minuten in Unterzahl agieren. Einen schlechteren Beginn der neuen Spielzeit kann man sich kaum ausmalen.

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Dass ein Trainer mit dem Start dennoch absolut zufrieden ist, erscheint durchaus merkwürdig. So ist es am vergangenen Wochenende allerdings einem Dortmunder Bezirksligisten ergangen.

Ohnehin große Personalsorgen

Die Skepsis vor dem Saisonstart war beim Bezirksligisten TuS Eichlinghofen immens. Zu groß waren in der Vorbereitung die personellen Probleme. Die Folge: Lediglich ein Testspiel konnte gewonnen werden. Auch unmittelbar vor dem ersten Spieltag beim hochgehandelten FC Nordkirchen 1926 gab es keine Entspannung.

„Wir haben im Moment einfach enorme Verletzungssorgen und deshalb mussten wir uns für das Spiel gegen Nordkirchen auch etwas Besonderes einfallen lassen“, so Eichlinghofen-Trainer Marc Risse.

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So sollte Tobias Lederer, der eigentlich eher als Defensivspezialist gilt, aufgrund seiner physischen Stärke im Sturmzentrum agieren. „Tobias ist vor der Saison neu zu uns gekommen und hat zwei Jahre eigentlich keinen Fußball gespielt. Er ist aber trotzdem eine absolute Maschine und sollte auf dieser Position Löcher für uns reißen“, erklärt Risse.

Berechtigter Platzverweis

Soweit der ursprüngliche Plan, der allerdings schon nach knapp drei Minuten ad acta gelegt werden musste, denn Lederer kassierte bereits kurz nach Anpfiff eine Rote Karte. „Ich habe eigentlich gedacht, dass ich schon alles erlebt habe“, betont Risse, „aber das war dann doch nochmal etwas Neues.“

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Laut dem Eichlinghofen-Coach sei der frühe Platzverweis aber vollkommen berechtigt gewesen. „Tobias ist an der Mittellinie übermotiviert in einen Zweikampf gegangen und hat seinen Gegenspieler dann schon grob gefoult. Deshalb geht die Rote Karte absolut in Ordnung.“

Dabei sei Lederer ansonsten ein absolut umgänglicher Charakter, der innerhalb der Mannschaft einen hohen Stellenwert genießt. „Der Junge weiß auch, dass er uns damit einen Bärendienst bewiesen hat und die Aktion ein Fehler war“, so Risse.

Eichlinghofens Tobias Lederer musste frühzeitig den Platz verlassen.

Eichlinghofens Tobias Lederer musste frühzeitig den Platz verlassen. © Jura Weitzel

Der 28-Jährige zeigte sich einen Tag nach dem rekordverdächtigen Platzverweis auf jeden Fall reumütig: „Vorher war eine Aktion, wo man durchaus auch Foul für uns pfeifen kann und dann wollte ich zu Beginn ein Zeichen setzen. Ich komme allerdings eindeutig zu spät, deshalb ist die Rote Karte sicherlich okay“, erklärt Lederer.

Vier Spiele Sperre

Trotz des miserablen Starts habe Eichlinghofen Risse zufolge in Unterzahl anschließend ein starkes Spiel abgeliefert. Dabei hatte der Trainer nach der Roten Karte schon schlimme Befürchtungen: „Nordkirchen ist eine sehr gute Truppe und ich habe dann ehrlicherweise schon ein Desaster erwartet. Aber es hat sich eine intensive und hochklassige Partie entwickelt, in der wir sogar auch noch zu Chancen gekommen sind.“

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Und so dauerte es bis zur 78. Spielminute ehe Nordkirchen die Überzahl in Zählbares ummünzte. Anschließend drängte Eichlinghofen auf den Ausgleich, wurde für eine engagierte Leistung allerdings nicht belohnt. „Nach einem solchen Verlauf bin ich mit dem Ausgang der Partie dennoch sehr zufrieden. Da können wir auf jeden Fall drauf aufbauen“, so Risse.

Für Lederer hat das Spiel allerdings noch weitreichende Konsequenzen. Vier Spiele muss der Neuzugang nun aussetzen. Der 28-Jährige sieht darin allerdings auch eine Chance: „Ich will diese Zeit jetzt nutzen, um in den kommenden Wochen noch etwas fitter zu werden und dann der Mannschaft hoffentlich wieder helfen zu können.“

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