Franzen vor dem Derby Wickede gegen Schüren: Ich spüre meinen Körper nach 20 Jahren Fußball

dzFußball-Westfalenliga

Westfalia Wickedes Kevin Franzen trifft am Sonntag in der Fußball-Westfalenliga auf seinen Ex-Klub BSV Schüren, der aktuell besser dasteht. War es ein Fehler von Franzen, den Klub zu verlassen?

Dortmund

, 17.10.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Tabellensiebte gegen den Tabellenzwölften. Zumindest auf dem ersten Blick verströmt das Westfalenliga-Derby zwischen dem BSV Schüren und Westfalia Wickede keine Hochspannung. Wäre da nicht ein Trio, was noch vor wenigen Monaten in Schüren spielte und seit dieser Saison die Fußballschuhe für Wickede schnürt. Doch für 90 Minuten müssen am Sonntagnachmittag alte Freundschaften ruhen, droht die Westfalia doch im Falle einer Niederlage weiter in der Tabelle nach unten abzurutschen.

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So richtig rund läuft es nicht beim Westfalenligisten Westfalia Wickede, der im Sommer seine Mannschaft drastisch umbaute und zwölf Neuzugänge holte. Darunter ein leistungsstarkes Trio vom Liga-Konkurrenten BSV Schüren: Kevin Franzen, Christopher Herwig und Mohamed El Moudni.

Es hakt noch bei Westfalia Wickede

Doch wie bei der Westfalia insgesamt hakt es auch für diese drei Spieler in neuer Umgebung. Herwig laboriert an einem Bandscheibenvorfall, El Moudni plagte sich mit einer Adduktorenverletzung herum und Franzen zog sich gleich am ersten Spieltag eine Zerrung im Oberschenkel zu. El Moudni ist wieder auf dem Weg der Genesung, kam bislang auf fünf Spieleinsätze mit 292 Spielminuten. Franzen hatte einen Einsatz weniger und stand erst 271 Minuten auf dem Platz, davon zweimal in der Startelf über 90 Minuten. Herwig fällt weiterhin aus.

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Am Sonntag kommt’s zumindest für Kevin Franzen definitiv zum Wiedersehen mit seinen Ex-Kameraden. Der Einsatz von El Moudni ist noch nicht ganz sicher. Ein durchaus pikantes Wiedersehen, denn Wickede rangiert nach der enttäuschenden Vorstellung beim 1:4 gegen die Spvgg Erkenschwick mit neun Punkten nur noch auf Rang zwölf der Tabelle. Tendenz fallend. Schüren dagegen hat sich trotz der 0:2-Niederlage in Hordel in der ersten Hälfte etabliert. 15 Punkte und der aktuelle siebte Rang sprechen klar für die Schürener im Derby am Sonntag.

Der wechsel war absolut positiv

Die Frage, ob er seinen Wechsel im Sommer denn bereue, ist für Kevin Franzen natürlich etwas unangenehm, muss aber gestellt werden angesichts der aktuellen Konstellation. „Nein, ganz und gar nicht. Sicherlich ist die derzeitige Situation nicht besonders erfreulich, aber der Wechsel war absolut positiv. Ich bereue nichts“, beteuert der 28-Jährige: „Das war kein Fehler, ich wurde super aufgenommen von der Mannschaft und vom Verein. Wir unternehmen auch nach dem Training noch was zusammen. Das ist ein richtiges Vereinsleben in Wickede.“

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Und irgendwie war es auch eine Rückkehr in die alte Heimat, zumindest ein wenig. Franzen begann vor rund 20 Jahren beim TSC Eintracht mit dem Fußball. Doch seine zweite Station hieß schon Westfalia Wickede. Dort spielte er bei den B-Junioren. Später folgten die Stationen Kirchhörder SC und BSV Schüren, im Sommer dieses Jahres dann der Wechsel nach Wickede.

Kevin Franzen spürt seinen Körper

Bislang ging’s immer aufwärts in der Karriere des Dortmunders, der mit seinen 28 Jahren mittlerweile aber auch die Schattenseiten des Metiers kennengelernt hat. „Nach 20 Jahren auf dem Platz gibt’s schon mal die ein oder andere Verletzung, mal eine Muskelverletzung, mal ein Bänderriss. Ich spüre meinen Körper natürlich deutlicher als noch vor zehn Jahren“, erklärt Franzen. Unter dem Zeichen des Verletzungspechs stand auch sein Start in Wickede.

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Nach einer guten Vorbereitung über sechs Wochen zog er sich direkt im ersten Saisonspiel gegen Sinsen nach nur 40 Minuten eine Oberschenkel-Zerrung zu. Vier Wochen Zwangspause waren die Folge. „Ich musste mich mühsam zurückkämpfen in die Mannschaft, mich nach der langen Vorbereitung nochmals im Training aufdrängen. Das war natürlich nicht so einfach“, so Franzen, der als gelernte Außenverteidiger mittlerweile dort eingesetzt wird, „wo eine Lücke entsteht“.

Angespannte lage bei der Westfalia

Zurück zum bevorstehenden Derby. Die Mannschaft sei sich der angespannten Situation durchaus bewusst, das dürfe man nicht unterschätzen, erklärt Franzen, der zusammen mit seinen Mannschaftskameraden Sonderschichten im Training einlegt, „um das Ruder rumzureißen, um die einfachen Fehler, die zu Gegentoren führen, abzustellen.“

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Bereits am Sonntag in Schüren sollen diese Maßnahmen erste Früchte tragen. „In einem Derby ist der Tabellenstand egal. Da gewinnt die Mannschaft, die das Spiel besser annimmt, besser in den Kampf kommt“, so Franzen, der trotz seines Wechsels zur Konkurrenz eine tolle Erinnerung an Schüren habe: „Da sind echte Freundschaften entstanden, wir sind zusammen aufgestiegen, waren Pokalsieger. Allein beim Derby müssen diese Freundschaften ruhen. Wenn auch nur für 90 Minuten.“

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