FLVW-Sitzung: Eine Option ist wohl raus - Die Aufstiegsanwärter freut es

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Fast täglich überschlagen sich die Nachrichten, wie es mit der aktuellen Fußballsaison weitergeht. Nun geht die Tendenz des Verbandes dahin, eine Option für ein Ende der Spielzeit auszuschließen.

Dortmund

, 22.04.2020, 14:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Dienstag gab der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) das Ergebnis seiner Umfrage bekannt. Der FLVW hatte seine Mitgliedsvereine dazu befragt, welches Saisonende sie bevorzugen. Das Resultat brachte vor allem zwei Erkenntnisse: Nur zwölf Prozent waren für eine mögliche Fortsetzung der Saison und insgesamt 54 Prozent waren für eine Wertung der Spielzeit - die Optionen der Wertung nach aktuellem Tabellenstand beziehungsweise nach der Hinrunde zusammengerechnet.

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Mit 34,2 Prozent stimmten die meisten Klubs dafür, die Saison abzubrechen und sie zu annullieren. Aber genau diese Möglichkeit scheint der Verband nun auszuschließen. „Eine deutliche Mehrheit der Vereine stimmte gegen die Annullierung. Daher spielt die Option erstmal keine Rolle mehr in unseren Überlegungen“, sagt Alfred Link, Staffelleiter der Westfalenliga 2, in der Westfalia Wickede, der BSV Schüren, der Lüner SV und der FC Brünninghausen spielen.

Manfred Schnieders: „Eines der beiden Szenarien mit Aufsteiger ist eine gute Möglichkeit“

Auch die Aussagen Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball des FLVW, gehen - allerdings weitaus defensiver - in die Richtung. Er betonte nämlich ganz klar, dass noch kein Beschluss gefasst sei. „Ein Großteil der Mannschaften hat für einen Abbruch mit der Möglichkeit eines Aufsteigers gestimmt. Die Tendenz der Vereine geht dorthin. Eines der beiden Szenarien mit Aufsteiger ist eine gute Möglichkeit. Es liegen aber bis nächste Woche noch einige Videokonferenzen vor uns, bevor wir konkret etwas sagen können.“

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Über solch eine mögliche Entscheidung dürften sich vor allem die Mannschaften freuen, die gerade an der Tabellenspitze stehen - wie beispielsweise Türkspor Dortmund in der Bezirksliga oder der DJK Blau-Weiß Huckarde in der Kreisliga A1. Die hätten dann nicht die ganze Saison umsonst gearbeitet, sondern könnten den Aufstieg in die nächsthöhere Liga wahrnehmen.

Kommt auch im Fußball die Quotientenregelung?

Außerdem gibt es beim FLVW auch die Überlegung, die Tabellen nach einer Quotientenregelung zu werten. Dieses Modell wurde beispielsweise bereits beim Handball angewendet. Hierbei werden die Punkte durch die Spiele geteilt und dieser Wert mal 100 multipliziert. Damit würde man Ungerechtigkeiten aus dem Weg gehen, die entstehen, wenn Teams eine unterschiedliche Anzahl an Spielen absolviert haben.

Hierzu meinte Schnieders: „Dieses Modell wurde von einem Verein vorgeschlagen. Noch ist aber nichts entschieden“. Link, der auch Beisitzer des Verbandsfußball-Ausschusses ist, meinte hierzu, dass dies „eine faire Lösung“ sei.

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Bei der Videokonferenz mit den Westfalenligisten am Dienstagabend wurde außerdem darüber diskutiert, wie ein möglicher Aufstieg von der Landesliga- in die Westfalenliga aussehen könnte.

Fest steht laut Alfred Link: Die vier Staffelsieger steigen auf alle Fälle auf. Aber dann? Wird es noch weitere Aufsteiger geben? „Ich persönlich halte es für ausgeschlossen, dass auch die Zweitplatzierten aufsteigen. Dadurch, dass es keine Absteiger geben wird, sind die Ligen sowieso schon voller“, meinte Westfalenliga-Staffelleiter Alfred Link.

„Wenn von der Politik die Freigabe kommt, kann wieder gespielt werden“

Wenn das so käme, dürfte es beim TuS Bövinghausen sicher keine Jubelschreie geben. Schließlich liegt die Mannschaft gerade auf Platz zwei der Landesliga Staffel 3 und müsste dann noch eine weitere Saison dort spielen - und das mit zahlreichen Neuzugängen mit Oberligaerfahrung.

Der FLVW kommunizierte zudem, dass es vor dem 1. September höchstwahrscheinlich keinen Amateurfußball geben wird. „Wir haben die Entscheidung, erst wieder ab September Fußball zu spielen, aus den politischen Äußerungen übernommen. Fußball ist ein Kontaktsport. Wenn von der Politik die Freigabe kommt, kann wieder gespielt werden“, sagt Manfred Schnieders.

Alfred Link geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn wir ab September wieder auf die Sportplätze dürfen, dann wird es wohl eine Weile dauern, bis wir mit dem Spielbetrieb beginnen. Vor Ende September oder Anfang Oktober wird es dann wohl keine Spiele geben. Die Mannschaften müssen ja erst wieder trainieren können.“

Fest steht, dass die Entscheidungen wegen eines Abbruchs und der Wertung der Saison vom Rechtsgutachten abhängig ist, dass der Verband angefordert hat. Hierbei gibt es noch keine Neuigkeiten. „Das Gutachten ist noch nicht da“, teilte Schnieders am Mittwochmittag mit.

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