FLVW gibt drastische Regeländerung bekannt - kein Mitspracherecht für Vereine

dzFußball

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat wenige Wochen vor dem Saisonstart zwei neue Regeln veröffentlicht. Eine dürfte den Vereinen besonders sauer aufstoßen.

Dortmund

, 08.08.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Warten hat bald ein Ende. Knapp vier Wochen noch, dann wird auf den Dortmunder Fußballplätzen endlich wieder um Punkte gespielt werden. Die Entwicklungen der Corona-Krise haben allerdings Spuren hinterlassen. Das führt dazu, dass der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) zwei neue Regeln formuliert hat, die erhebliche Auswirkungen auf den Spielbetrieb haben können.

Es sind eigentlich nur kleine Notizen in den Durchführungsbestimmungen des FLVW für die kommende Spielzeit. Die daraus folgenden Regularien könnten im Amateurfußball aber einiges durcheinanderwirbeln.

Zustimmung der Vereine wird nicht benötigt

Unter anderem heißt es im ersten Absatz des kürzlich auf der Homepage des FLVW veröffentlichten Schreibens wörtlich: „Aufgrund der Covid-19-Pandemie können die amtlichen Anstoßzeiten durch den jeweiligen Staffelleiter angepasst werden, wenn dies nach den örtlichen und behördlichen Vorgaben erforderlich ist, ohne dass die betroffenen Vereine zustimmen müssen oder die Veränderung ablehnen können.“

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Im Klartext: Sobald die Corona-Krise es erfordert, können die einzelnen Staffelleiter ohne Zustimmung der Vereine die Anstoßzeiten verändern. Ein Mitspracherecht für die Vereine? Fehlanzeige.

Grundsätzlich gibt der Verband offizielle Anstoßzeiten vor. Während in den Wintermonaten von November bis Januar jeweils an Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen um 14.30 Uhr angepfiffen werden soll, gilt für die Zeit von Februar bis Oktober 15 Uhr als Anstoßzeit. Diese könnte nun aber vom Staffelleiter im Alleingang umgelegt werden.

Doch es bleibt nicht nur bei den Anstoßzeiten. Sollte es beispielsweise zu Spielüberschneidungen auf einer Sportanlage kommen, kann der Staffelleiter nicht nur die Anstoßzeiten ändern, sondern Spiele auch ohne Rücksprache mit den Vereinen auf Samstag oder Sonntagvormittag verlegen. So ist es unter anderem bereits beim TuS Haltern II, der aus terminlichen Gründen nun sogar sechs Spiele an einem Samstag austragen muss.

Spiele in der Winterpause möglich

Und noch eine weitere Regeländerung ist auf die Corona-Krise zurückzuführen. Diese ermöglicht nun auch Spiele in der Winterpause. Damit allerdings in der Zeit vom 21. Dezember 2020 bis zum 30. Januar 2021 tatsächlich Spiele stattfinden können, müssen die beiden beteiligten Vereine zustimmen.

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Im offiziellen Schreiben des Verbandes heißt es dazu: „In der Winterpause dürfen mit Genehmigung des VFA Pflichtspiele nur angesetzt werden, wenn beide Vereine ihr schriftliches Einverständnis erklären oder wenn aus Gründen höherer Gewalt (auch Covid-Pandemie) die rechtzeitige Beendigung der Pflichtspielrunden nicht sichergestellt werden kann.“

Inwieweit diese Regeländerungen in der Praxis tatsächlich zur Anwendung kommen, ist derzeit noch nicht absehbar. Klar ist aber: Zumindest im Falle der veränderten Anstoßzeiten scheinen die Vereine außen vor gelassen zu werden.

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