Familienbande: Mustafa Yüksel lockt ehemaligen Schalker Mehmet Sahin zum Kirchhörder SC

dzFußball-Landesliga

Julian Draxler verschlug es nach Paris, Mehmet Sahin nach Kirchhörde. Dank der Überredungskünste seine Cousins Mustafa Yüksel wird Draxlers ehemalige Mitspieler in der Landesliga spielen.

Dortmund

, 29.06.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Ende wurde Mustafa Yüksels Hartnäckigkeit doch noch belohnt. Zwei, drei Jahre, so ganz genau weiß Mehmet Sahin das selbst nicht mehr, habe sein Cousin ihn „ordentlich bearbeitet“, dann habe er schließlich zugesagt, wie er mit einem Lachen erzählt. Und so werden Yüksel und Sahin, der zuletzt beim Bezirksligisten Türkiyemspor Hagen unter Vertrag stand, in der kommenden Saison gemeinsam für den Westfalenliga-Absteiger Kirchhörder SC auflaufen.

„Wir wollten nach langer Zeit endlich wieder zusammen spielen“, erklärt Yüksel, der dem KSC seit 2014 angehört. Der letzte gemeinsame Einsatz liegt schon ein bisschen zurück. 2013 war das, damals spielten beide in der Oberliga Westfalen für den TuS Ennepetal. Wie er ihn überredet habe? „Der Fußballkreis in Dortmund ist einfach attraktiver als in Hagen“, sagt Yüksel. „Das kann ja auch sein kleiner Bruder Mert bestätigen, der ja beim FC Brünninghausen spielt.“

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Mert, so erzählt es Mehmet Sahin, habe vor anderthalb Jahren übrigens selbst kleinere Versuche unternommen, das Familienmitglied zum eigenen Verein zu lotsen. Damals allerdings verletzte sich der 26-Jährige, und „das Thema Brünninghausen war relativ schnell wieder vom Tisch“. Sahin blieb in Hagen und macht nun den Schritt zum KSC, wo man den Neuzugang mit Vorfreude erwartet.

Sahin sei „technisch gut ausgebildet, handlungsschnell und habe eine gute Geschwindigkeit“, sagte Kirchhördes Sportlicher Leiter, Kai Gräfenkemper. „Er ist ein schneller Flügelspieler, ein Straßenkicker, der aber auch taktisch sehr gut geschult ist“, beschreibt Mustafa Yüksel seinen Cousin. Ein Spieler, der im Mittelfeld flexibel einsetzbar ist, auch wenn Yüksel bereits klare Vorstellungen hat: „Wir beide spielen auf derselben Seite - er übernimmt den offensiven und ich den defensiven Part.“

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Sahin, der gerade sein Studium in Wirtschaftsingenieurwesen beendet hat und in Dortmund arbeitet, kann mit der Beschreibung „Straßenfußballer“ gut leben. „Das passt“, sagt er. „Ich gehe gerne ins Dribbling und spiele viel mit Auge. Aber ich denke, dass ich der Mannschaft auch defensiv helfen kann. Das ist gehört zum Fußball auch dazu.“

Gelernt hat er all dies in der Jugendabteilung des FC Schalke 04. Bis zur U19 war er Teil der berühmten Knappenschmiede, die fast jährlich neue Talente hervorbringt. Sahin gehörte zu einer Mannschaft mit Julian Draxler und Khan Ayan. „Das hat einen geprägt, man bekommt von klein auf Siegeswillen eingeimpft“. Bis vor zwei Jahren hatte man mit den berühmte Weggefährten von damals immer wieder mal losen Kontakt, so Sahin. „Aber irgendwann verliert man sich dann leider aus den Augen.“

Während Draxler, Weltmeister und heute beim französischen Serienmeister Paris St.-Germain unter Vertrag, auf der Zehner-Position das Spiel lenkte, agierte der schnelle Sahin vornehmlich auf der Außenposition. „Julian ist ein super Spieler und auch ein super Typ“, sagt der 26-Jährige. Seine Entwicklung sei damals schon absehbar gewesen.

Ob auch er damals von der ganz großen Karriere geträumt habe? Natürlich, sagt Sahin. „Alle, die in den Jugendmannschaften spielen, haben von einer Profikarriere geträumt. Da war die zweite Liga ja kaum gut genug.“ Aber nicht alle schaffen es eben am Ende. „Aber wir haben es jedem gegönnt, der es gepackt hat. Wir waren jeden Tag zusammen, so etwas verbindet einen.“

Kirchhörde statt Paris

Für Sahin heißt es nun Kirchhörde statt Paris. Groll hegt er deswegen keinen. „Ich hatte die Chance, den Bildungsweg einzuschlagen.“ Und nun mit seinem Cousin zusammenzuspielen, den er auch als seinen „besten Freund“ bezeichnet. Dass es statt Westfalen- jetzt Landesliga heißt, ist für ihn kein Problem. „Sicher hätte ich gerne Westfalenliga gespielt, aber Landesliga macht auch Spaß“, sagt Sahin.

Ohnehin ist er überzeugt davon, dass der KSC in der kommenden Saison eine gute Rolle einnehmen kann. „Gerade von unserem Trainer erwarte ich mir da sehr viel“, sagt er. Unter Sascha Rammel, der das Amt von Lothar Huber übernommen hat, hat er vor ein paar Monaten mal eine Einheit mitgemacht. „Das hat mit sehr gut gefallen und ich denke, er wird uns weiterbringen.“

Das große familientreffen

Und wer weiß, vielleicht steigt der KSC am Ende ja sogar auf. Dann würde es zum ganz großen Familientreffen kommen, wenn Kirchhörde mit Mustafa Yüksel und Mehmet Sahin auf den FC Brünninghausen und Mert Sahin treffen würde. Klappt das nicht, muss Yüksel eben auch noch Mert Sahin überreden, zum KSC zu wechseln.

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