Ex-Spieler des OSC Dortmund macht Karriere bei Deutschlands erfolgreichstem Handballklub

Handball

Die letzten Erfolge des OSC sind schon lange her: In den 1980er Jahren holte die A-Jugend vier deutsche Meisterschaften. Nun ist ein Ex-Jugendspieler dabei, den großen Sprung zu schaffen.

Dortmund

, 27.02.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein ehemaliger Spieler des OSC macht momentan in der Handball-Bundesliga auf sich aufmerksam.

Ein ehemaliger Spieler des OSC macht momentan in der Handball-Bundesliga auf sich aufmerksam. © Folty

Ein Dortmunder Handball-Junge macht Karriere. Nicht irgendwo, sondern beim Deutschen Rekordmeister und Champions League-Gewinner THW Kiel. Dem Team, das bisher 20 nationale Meisterschaften gewann, dreimal in der Champions League triumphierte und zuletzt 2019 den nationalen Pokal holte.

Seit Sommer Trainer bei der U23 des THW Kiel

Die Rede ist von Jan-Niklas Richter, der als B-Jugendlicher beim OSC Dortmund spielte und danach Stück für Stück an seiner Trainer-Karriere arbeitete. Eine Erfolgsgeschichte, die noch längst nicht zu Ende ist.

Der letzte Eintrag im Internet mit einem Bezug zum Dortmunder Sport datiert aus dem Jahre 2009. Damals gastierte Jan-Niklas Richter mit Eintracht Hagen unter Ex-BVB-Trainer Michael Wolf in der Halle Wellinghofen. Doch ruhig war es vorher und auch später nicht um den heute 30-jährigen Richter, der seit Sommer 2019 zusammen mit Bevan Calvert die U23 des THW Kiel trainiert. Das Duo trat damit die Nachfolge vom bisherigen Coach Christian Sprenger an, der zum Co-Trainer neben Filip Jicha bei den THW-Profis aufrückte.

Jan-Niklas Richter (l.) und Bevan Calvert trainieren zusammen die U23 des THW Kiel.

Jan-Niklas Richter (l.) und Bevan Calvert trainieren zusammen die U23 des THW Kiel. © THW Kiel

Der Weg von den Anfängen in Dortmund („Ich habe bei den Minis beim OSC angefangen“) bis zum bisherigen Karrierehöhepunkt in Kiel ist nicht alltäglich. Als B-Jugendlicher spielte Richter als Linksaußen unter Trainer Klaus-Peter Ludewig beim OSC Dortmund, wurde ein Jahr später mit dem ASC 09 Westfalenmeister.

Anschließend wechselte er zum VfL Eintracht Hagen, wurde dort Torschützenkönig der Regionalliga West und zweimal Westfalenmeister, verletzte sich in einem Spiel gegen den VfL Gummersbach allerdings schwer am Knie. „Danach habe ich noch zwei Jahre im Seniorenbereich bei Eintracht Hagen gespielt.“

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„Aber mit 20 Jahren war meine aktive Laufbahn im professionellen Handball schon beendet“, erinnert sich Richter, der aus einer handballverrückten Familie stammt. Mutter Petra Richter spielte beim Wambeler SV in der 2. Liga, Großvater Willi Hecker war für den damaligen Bundesligisten OSC Thier am Ball.

Mit 21 Jahren wurde Jan-Niklas Richter Sportinvalide

Es folgten ein Kreuzbandriss und anschließend zwei Knieoperation (ausgeführt durch Ex-Handballer Carsten Lueg), ehe Richter mit 21 Jahren Sportinvalide wurde. Ein letztes Angebot vom Zweitligisten Essen lehnte er ab und konzentrierte sich auf seine Ausbildung als Sport- und Fitness-Kaufmann in Norddeutschland. „Natürlich ist mir das schwer gefallen, mit 21 Jahren mit dem Leistungssport aufzuhören“, gesteht Richter: „Aber ich musste mich entscheiden.“

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Was nicht zu seinen Ungunsten war. Richter spielte bei der SG Dithmarschen Süd und bei der HSG Marne/Brunsbüttel in der 5. Liga, betreute gleichzeitig Mädchenmannschaften, wurde Verbandstrainer und Trainer des Männer-Oberligisten HSG Weddingstedt. Und war so erfolgreich, dass der THW auf ihn aufmerksam wurde.

Jan-Niklas Richter: „Man kommt langsam höher“

Für den Übungsleiter, der mit Ehefrau und zwei kleinen Kindern in Kiel lebt, kam das Angebot genau richtig. „Beim THW passt alles, ich hätte es besser nicht treffen können“, so Richter, der zuletzt bei den Männern des SC Magdeburg hospitierte. „Man kommt langsam höher“, schmunzelte Richter, der im Sommer ein Wiedersehen mit seiner Dortmunder Heimat feiert. Mit dem THW Kiel hat er eine Einladung zum Kronen Cup in Hombruch erhalten.

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