Ex-BVB-Spielerin Stella Kramer kehrt aufs Handballfeld zurück - Neustart in Recklinghausen

Handball Oberliga Westfalen

Ein Jahr lang hat Stella Kramer keinen Handball mehr gespielt. Jetzt hat es bei der ehemaligen Rechtsaußen des BVB wieder gekribbelt. Ihr neuer Verein allerdings kommt durchaus überraschend.

Dortmund

, 04.07.2019, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ex-BVB-Spielerin Stella Kramer kehrt aufs Handballfeld zurück - Neustart in Recklinghausen

Nicht mehr im BVB-Trikot, dafür beim PSV Recklinghausen: Stella Kramer steht wieder im Fokus des Handballs. © Stephan Schuetze

Eine kleine Hintertür hatte sich Stelle Kramer vor einem Jahr dann doch noch offengelassen. Angesprochen auf ein mögliches Karriereende hatte die ehemalige Nationalspielerin nach ihrem Abschied von Borussia Dortmund erklärt, zunächst einmal „eine längere Pause“ einlegen zu wollen. Nicht mehr zurückzukehren, ob nun als Spielerin oder Trainerin, sei für sie kaum vorstellbar gewesen. „Dafür liebe ich den Handballsport zu sehr“, sagte Kramer damals.

Jetzt hat sich eine Tür geöffnet. Der PSV Recklinghausen hat der 30 Jahre alten Rechtsaußen das Angebot unterbreitet, künftig für den Verein in der Oberliga aufzulaufen. Kramer nahm es an und wird damit zur neuen Saison auf die Platte zurückkehren. Sie habe in den vergangenen Monaten viele Spiele von der Couch aus geschaut „Da hat es schon etwas gekribbelt“, sagt die 1,68 Meter große Linkshänderin. Und schnell war klar: „So ganz ohne Handball geht es nicht.“

Kramer schloss 1. und 2. Bundesliga aus

Dass eine wie sie, die 20 Länderspiele und neun Jahre Borussia Dortmund in ihrem Lebenslauf stehen hat, allerdings gleich mehrere Schritte zurückgeht, überrascht auf den ersten Blick dann doch ein wenig. Zumal gerade der Markt an guten Rechtsaußen in Deutschland ein überschaubares Angebot aufweist. Doch Kramer hatte bereits vor ihrer Rückkehr sowohl die 1. als auch die 2. Bundesliga kategorisch ausgeschlossen, „egal, welcher Verein sich gemeldet hätte“.

Der Grund dafür ist etwa viereinhalb Monate alt. Kramer ist Anfang dieses Jahres Mutter geworden. „Jeden Tag Training und am Wochenende weite Auswärtsfahrten, das möchte ich nicht mehr“, sagt die 30-Jährige, die viel lieber „ganz viel Zeit mit meiner Tochter verbringen“ will. Genau wie sich die Freiheit nehmen, Urlaub zu machen oder Einladungen anzunehmen, wann sie es will. Dazu kommt: Kramer wohnt in Herne, braucht nur wenige Minuten zur Trainingsstätte ihres neuen Klubs.

Aufstieg mit dem PSV Recklinghausen ist das Ziel

Wer es mit dem PSV Recklinghausen hält, braucht sich aber dennoch keine Sorgen zu machen, Kramer könne die sportliche Herausforderung in der Oberliga womöglich auf die leichte Schulter nehmen. Das Ziel, betont Kramer, sei bei allem Spaß, den sie haben wolle, der Aufstieg. „Dabei will ich helfen, neben und auf dem Feld.“ Etwas dagegen haben dürfte wohl der ASC 09 Dortmund. Die Aplerbecker scheiterten in der vergangenen Saison knapp und belegten in der Endabrechnung Platz zwei – nur zwei Zähler hinter Aufsteiger Königsborn.

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Beim PSV Recklinghausen, letztjähriger Tabellen-Fünfter der Oberliga Westfalen, sind sie bereits heute angetan von ihrem Transfercoup. „Stella ist für diese Mannschaft ein absoluter Gewinn“, sagte Dominik Schlechter, Trainer des PSV. der Recklinghäuser Zeitung. „Sie ist eine Teamplayerin, aber sie wird das Team auch führen können.“

Kramer sagt, ihre Wahl sei letztendlich auf Recklinghausen gefallen, weil „dort viele junge, ehrgeizige Spielerinnen spielen, die riesen Lust auf Handball haben“. Auch das Trainerteam, Physio und Management hätten sie überzeugt. Jetzt freue sie sich aber erst einmal darauf, „endlich wieder richtig zu rennen und zu springen“, erklärt die ehemalige Rechtsaußen von Borussia Dortmund.

Kramer verfolgt Entwicklung von Ex-Klub Borussia Dortmund

Apropos: Ihren alten Verein, der mit neuem Coach und gleich sieben Neuzugängen in die Saison 2019/20 geht, hat sie in den vergangenen Monaten nicht aus den Augen verloren und sogar das ein oder andere Heimspiel besucht. „Mich freut es, die jungen Spielerinnen dort spielen zu sehen“, sagt Kramer. Und sie sei gespannt darauf, wie sich die Top-Neuzugänge des BVB integrieren werden.

Und der neue Trainer? Mit André Fuhr, meint die 30-Jährige, habe der Verein „einen guten, sehr strukturierten und erfahrenen Trainer“ für sich gewonnen. Und so wird in Dortmund ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wie auch bei Kramer. Das eine in der Bundesliga, das andere eben ein paar Klassen tiefer.

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