Kurioser Fall: Verhandlung steht an und keiner kommt - trotzdem gibt es eine lange Sperre

dzFußball

Die Kreisspruchkammer in Dortmund erlebt immer wieder kuriose Fälle. Wie diesen hier, bei dem niemand zur Verhandlung gekommen ist.

Dortmund

, 09.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Anklage war klar formuliert: Sportrechtsverfahren gegen einen Spieler des Fußball-B-Ligisten Viktoria Kirchderne II wegen seines rohen Spiels gegen einen Gegenspieler und obszöne Beleidigung im Meisterschafts-Spiel BV Viktoria Kirchderne II gegen TV Brechten am 27. September 2020. Die öffentliche Sitzung fand Ende Oktober statt.

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Die Kreisspruchkammer in Form von Frank-Bernd Meyer (VfL Schwerte, Vorsitzender), Günter Enning (FC Brünninghausen, Beisitzer) Hasan Kayabasi (VfL Kemminghausen, Beisitzer) und Jörg Olten (BVB 09 Dortmund, Beisitzer) war vollständig anwesend. Aber die vier Offiziellen warteten vergebens auf weitere Personen.

Keiner kommt

Sowohl der Schiedsrichter als auch die beiden Klubs noch die beiden Zeugen kamen trotz der ordnungsmäßigen Ladung zu der Sitzung. „Dass keiner kommt, ist schon kurios. Aber so konnte sich halt niemand verteidigen“, erklärt Frank-Bernd Meyer. So sprachen die vier Mitglieder der Kreisspruchkammer halt ohne die Zeugen Recht. Als Grundlage nahmen sie die schriftlichen Ausführungen des Schiedsrichter im Spielbericht.

Der Spieler des BV Viktoria Kirchderne erhielt letztlich wegen grob unsportlichen Verhaltens (obszöne Beleidigung) und rohem Spiel gegenüber einem Gegenspieler eine Sperre von 13 Spielen. Und die verfällt nicht in der Corona-Pause. Die neue Regel beinhaltet, dass Spieler in der Einheit Spiele und nicht mehr in Wochen gesperrt werden.

Strafe für die Fehlenden

Die Vereine, die Zeugen und die Schiedsrichter bekamen eine Strafe für ihr Fernbleiben. Der Referee bekam eine Geldstrafe von 75 Euro, die beiden Klubs eine von jeweils 200 Euro. Und die beiden Zeugen müssen jeweils 100 Euro hinblättern. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 45,48 Euro trägt auch der verurteilte Spieler.

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Damit kassierte der Kreis für dieses schnelle Verfahren kurz mal 720,48 Euro. Die Einspruchsfrist ließen alle Beteiligten auch noch verstreichen.

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