Erst Elfmeter verwandelt, dann verschossen: Ex-Drittligaprofi wird zur tragischen Figur

dzFußball-Bezirksliga

Der erste Bezirksliga-Spieltag hatte einiges zu bieten. Bei einer Partie zeigte der Schiedsrichter sogar dreimal auf den Elfmeterpunkt, doch in der Nachspielzeit versagtem einem Ex-Profi die Nerven.

Dortmund

, 09.09.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise ist ein Schiedsrichter froh, wenn er bei einem Fußballspiel möglichst selten in Erscheinung treten muss. Am ersten Spieltag der Bezirksliga pfiff ein Offizieller am vergangenen Wochenende allerdings gleich drei Elfmeter. Ein ehemaliger Drittligaspieler trat dabei sogar zweimal vom Punkt an und wurde somit zur tragischen Figur.

Jetzt lesen

Mahmoud Najdi hat schon einiges erlebt. Der 31-jährige Spieler hat in seiner Karriere unter anderem einst in der U19-Bundesliga, der 3. Liga und der Regionalliga gespielt und ist mittlerweile in der Bezirksliga für den TuS Hannibal aktiv.

Schleppende erste Hälfte

Mit seiner Mannschaft gastierte Najdi am vergangenen Wochenende zum Auftakt der neuen Spielzeit beim ETuS/DJK Schwerte und erlebte ein aufreibendes Bezirksliga-Duell - mit sich in einer der Hauptrollen.

„Es war ein ziemlich hitziges Spiel, in dem sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit nahezu neutralisierten“, erklärt Hannibal-Trainer Hamza Berro. In der 30. Minute ging die Heimmannschaft laut Berro allerdings mit dem ersten gefährlichen Angriff in Führung. „Wir sind dann mit Schaum vor dem Mund aus der Pause gekommen, weil wir das Spiel natürlich gewinnen wollten“, so der Trainer.

Jetzt lesen

Und das Anrennen seiner Elf wurde belohnt. In der 62. Minute zeigte der Schiedsrichter das erste Mal auf den Elfmeterpunkt. Mit Najdi nahm sich der etatmäßige Schütze der Sache an und verwandelte sicher. „Ich gehöre zu den erfahreneren Spielern und habe, glaube ich zumindest, auch im vergangenen Jahr alle meine Elfmeter verwandelt“, so der 31-Jährige.

„Den macht er normalerweise blind“

Mit einer Vorlage war der Ex-Profi dann auch an der zwischenzeitlichen 2:1-Führung des TuS beteiligt (66.), ehe Schwerte ebenfalls per Elfmeter das 2:2 erzielte (70.) und anschließend sogar in Führung ging (76.).

In der Schlussviertelstunde drängten die Gäste dann aber noch auf den Ausgleich und erhielten in der ersten Minute der Nachspielzeit einen weiteren Strafstoß. „Für mich war klar, dass ich auch den zweiten Elfmeter schießen werden. Keine Frage. Allerdings war der Elfer nicht platziert und der Torwart konnte ihn parieren“, erklärt Najdi.

Jetzt lesen

Damit waren die Hoffnungen des TuS auf einen zumindest halbwegs erfolgreichen Start dahin. Vom Trainer gab es allerdings keinerlei Vorwürfe: „Normalerweise macht Mahmoud den blind rein. Einen Elfmeter zu verschießen ist immer ärgerlich, aber das kann einfach passieren. Wir sind selber Schuld, dass wir nicht schon vorher aktiver gespielt haben“, so Berro.

Aufstieg weiterhin als Ziel

Aus diesem Grund sei die Niederlage zwar unnötig, gleichzeitig aber auch nicht unverdient. „Wir haben es nicht geschafft“, betont der Trainer, „die Offensive der Schwerter in den Griff zu bekommen. Deshalb müssen wir schlussendlich mit der Niederlage leben.“

Für den tragischen Helden Najdi ist der unglückliche Spielverlauf jedoch kein Grund, um schon nach dem ersten Spieltag alle Pläne über den Haufen zu werfen, im Gegenteil: „Wir haben uns selber geschlagen und letztlich hätte uns auch ein Unentschieden nicht wirklich weitergeholfen, denn wir bleiben dabei: Wir wollen in dieser Saison um den Aufstieg mitspielen.“

Lesen Sie jetzt