Enrico Maaßen: Das ist bei Borussia Dortmunds U23 neu für mich

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Enrico Maaßen ist neuer Trainer von Borussia Dortmunds U23. Im ersten Gespräch mit dieser Redaktion erklärt er, welchen Fußball er spielen lassen möchte - und was für ihn beim BVB neu ist.

Dortmund

, 13.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Um Enrico Maaßen rankten sich zuletzt verschiedene Gerüchte. Der 36-Jährige war begehrt. Erst recht, nachdem er sich im April für einen Abschied vom SV Rödinghausen entschieden hatte. Letztlich bekam die Borussia den Zuschlag, das wurde vom Verein nun auch öffentlich bekanntgegeben.

„Ich glaube“, sagt Maaßen im Gespräch mit dieser Redaktion, „der BVB ist eine tolle Möglichkeit, um mich weiterzuentwickeln. Ich kann mit vielen jungen, talentierten Spielern zusammenarbeiten.“ Darauf habe er große Lust.

Am intensivsten tauschte sich Maaßen anfänglich mit U23-Manager Ingo Preuß und Nachwuchskoordinator Lars Ricken aus, ehe er am Freitag bei Sportdirektor Michael Zorc vorstellig wurde – und anschließend einen Zweijahres-Vertrag als BVB-II-Coach unterschrieb.

Enrico Maaßen will auch beim BVB „flexibel“ sein

Wie sein favorisiertes Fußballspiel aussehe? „Ich glaube, dass ich jemand bin, der ganzheitlich denkt, der gegen den Ball sehr variabel spielen will, auch in unterschiedlichen Systematiken, und der mit dem Ball eine klare Idee hat“, sagt Maaßen.

Er will flexibel sein. Dabei gehe es ihm zum einen darum, „den Gegner zu überraschen“, meint der neue U23-Frontmann. Und andererseits müsse er stets schauen, „welche Verfassung denn meine eigene Mannschaft gerade hat. Wo liegen die Stärken der eigenen Mannschaft? Was bietet uns der Gegner an?“

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Seinen Matchplan, das wird deutlich, möchte Maaßen nicht eindimensional konzipieren, sondern „ganzheitlich“, wie er gerne sagt. Und es von einem modernen Trainer heutzutage gefordert wird.

In Rödinghausen variierte Maaßen zwischen defensiver Dreier- und Viererkette, implementierte seiner Belegschaft mehrere Systeme. Die U23 des BVB soll ähnlich geschult werden. Davon abgesehen allerdings wird sich die Arbeitsweise des neuen Trainers dann doch deutlicher von seinen vorherigen Aufgaben unterscheiden.

Enrico Maaßen: „Das ist für mich ein Stück weit neu“

Denn eine Zweitvertretung mit Entwicklungsauftrag hat Maaßen bislang eben noch nicht trainiert. „Gerade in Rödinghausen ging es nicht nur um die Entwicklung der Spieler, sondern auch um den maximalen Erfolg“, sagt der Übungsleiter.

Beim aktuellen Spitzenreiter der Regionalliga West scharrte Maaßen eine gleichfalls talentierte wie erfahrene Truppe um sich, fokussierte sich mit ihr aufs Punktesammeln. Das ist bei der Borussia zwar auch von Bedeutung, elementar bleibt allerdings, dass die vielen Jungspunde adäquat gefördert werden.

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„Das ist für mich ein Stück weit neu“, sagt Maaßen. In Rödinghausen und beim SV Drochtersen – seiner ersten Trainerstation – habe er zwar durchaus gezeigt, mit der Jugend umgehen zu können. „Aber da gab es andere Gegebenheiten, das muss man klar sagen. Gerade in Rödinghausen ging es nicht nur um die Entwicklung der Spieler, sondern auch um den maximalen Erfolg.“

Maaßen meint allerdings ebenfalls: „Das Eine schließt das Andere nicht aus. Am liebsten sind wir doch erfolgreich – und entwickeln uns alle zeitgleich weiter.“ Es ist der angepeilte Optimalfall.

Maaßen wartet noch auf das erste Treffen mit Lucien Favre

Vom aktuellen BVB-II-Kader, so gibt Maaßen zu Protokoll, habe er bereits gute Kenntnis. Die will er in den kommenden Tagen und Wochen kontinuierlich ausbauen – und auch die Gespräche mit den Dortmunder Verantwortungsträgern forcieren.

Mit Kaderplaner Preuß sei er bereits in einem „sehr engen Austausch.“ Dessen bisherige Personaljustierungen seien in seinem Sinne, damit könne er sich „absolut anfreunden.“ Zu Saisonbeginn, glaubt Maaßen, werde die Borussia „einen richtig starken Kader zur Verfügung haben.“

Stand heute wird er dann Lucien Favre zuarbeiten dürfen. Den aktuellen Cheftrainer der Profis hat Maaßen vor Jahren schon wegen seiner taktischen Intelligenz als einen vorbildhaften Fußballlehrer hervorgehoben. Die erste Unterhaltung mit dem Schweizer steht noch bevor, ebenso wie sein Umzug in die Nähe Dortmunds. Den will Maaßen nun vorantreiben. Er möchte kurze Wege haben - und den Verein gut kennenlernen.

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Wann die neue Regionalliga-Spielzeit angepfiffen werden kann, weiß er freilich nicht. Wenn die Corona-Lage dann aber einen Start zulässt, will Maaßen bestens präpariert sein. Die Vorbereitung darauf ist seit dem 12. Juni ganz offiziell gestartet.

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