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Emotional, fordernd, immer am Limit - So tickt der neue BVB-U23-Trainer Mike Tullberg

dzBVB II

Der BVB II hat ab Sommer einen neuen Trainer. Mike Tullberg beerbt Alen Terzic zur neuen Saison und hat schon einen Drei-Jahresvertrag unterschrieben. Im Ruhrgebiet ist er kein Unbekannter.

Dortmund

, 25.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Wer sich im dänischen Fußball nicht so gut auskennt, der könnte vermuten, dass sich Mike Tullberg gerade auf den Weg in den Urlaub macht. Doch weit gefehlt. Obwohl der dänische Erstligist Vendsyssel FF, bei dem Tullberg Co-Trainer ist, die Superligaen am vergangenen Wochenende als Tabellenletzter beendet hat, geht die Saison in Dänemark jetzt erst so richtig los.

Nicht mit Abstieg verabschieden

„Hier gibt es eine völlig verrückte Relegation“, sagt Tullberg im Gespräch mit dieser Redaktion, „man kann theoretisch alle Spiele verlieren, aber sich dann im entscheidenden ins Elfmeterschießen retten und doch noch drinbleiben.“ Tullberg versichert: „In den kommenden zwei Monaten werde ich alles dafür tun, dass wir nicht absteigen.“

Denn natürlich will sich der 33-Jährige nicht mit einem Abstieg aus seinem Heimatland verabschieden, ehe er im Sommer dann den Trainerposten bei der U23 vom BVB angeht: „Natürlich habe ich überlegt, ob ich das mache, von der 1. dänischen Liga in die Regionalliga in Deutschland. Aber ich hatte von Anfang an ein gutes Bauchgefühl, der BVB ist einer der größten Vereine in Europa und da war es dann keine schwere Entscheidung mehr. Da freue ich mich sehr drauf.“

Treffer im zweiten Anlauf

Dass er mit jungen Leuten arbeiten kann, hat er bereits in Oberhausen bewiesen. Im Frühjahr 2014 übernahm Tullberg die U19 von RWO, konnte den Abstieg zwar nicht mehr verhindern, führte das Team aber zwei Jahre später wieder zurück in die Eliteliga. Schon damals gab es lose erste Gespräche zwischen BVB-II-Teammanager Ingo Preuß und ihm: „Das ist ja das Ruhrgebiet, da trifft man sich halt“, lacht Tullberg.

Und als Daniel Farke den BVB 2017 in Richtung Norwich City verlässt, ist der Däne erstmals im engeren Kreis für Chefposten der Zweiten Mannschaft, übernimmt aber stattdessen die U19 des dänischen Traditionsklubs Aarhus GF, bei dem seine Spielerkarriere im Jahr 2006 begonnen hatte. Nun also der erneute Anlauf – und dieses Mal passte alles, Tullberg unterschrieb für drei Jahre in Dortmund: „Weil das auch zeigt, dass ich das unbedingt will“, sagt er. Seit acht Monaten ist er Vater eines Sohnes, der Umzug war ein Faktor, aber: „Ich bringe die Familie mit“, sagt Tullberg.

„Mein Traum wurde mir genommen“

Die Familie ist ein Antrieb für seine Arbeit, der andere ist seine eigene Geschichte: Als Spieler schaffte es Tullberg bis in die Serie A zu Reggina Calcio, doch immer wieder reißen seine Muskelfasern, mit 23 deutet sich an, dass es mit der Profikarriere doch nichts wird, 2012 beendet er mit 27 beim damaligen Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen seine Karriere.

„Mein Traum wurde mir genommen“, sagt Tullberg, „nun will ich den Jungs dabei helfen, das zu schaffen, was ich nicht hatte.“ Ehemalige Spieler bezeichnen ihn als sehr emotionalen Trainer: „Das stimmt schon“, sagt Tullberg, „auch wenn ich in letzter Zeit etwas ruhiger geworden bin. Aber wenn ich etwas mache, dann brenne ich dafür. Das fordere ich dann auch von meinen Spielern.“ 24 Stunden am Tag sollten diese sich wie Profis verhalten, „damit sie jeden Tag besser werden.“

Was wird aus Alen Terzic?

Gefragt nach der fußballerischen Idealvorstellung will sich Tullberg den Leitlinien des Klubs anpassen „und den Spielertypen der Mannschaft. Das habe ich immer so gemacht“, sagt er und fügt hinzu: „Klar ist natürlich, dass es nicht um mich geht, sondern um den BVB.“

Der hat nun im Sommer die Luxus-Situation, zwei Trainer für eine Stelle zur Verfügung zu haben. Wobei sich schon im Winter andeutete, dass Alen Terzic trotz durchaus vorhandener Eignung und Sympathie in der Chef-Etage, keine Lösung über den Sommer hinaus sein würde, weil er im Scouting-Bereich gebraucht werde. Trotzdem sagt Ingo Preuß: „Ich bin topzufrieden mit ihm und würde gerne weiter mit ihm zusammenarbeiten. Aber am Ende wird er dort arbeiten, wo er beim BVB am meisten gebraucht wird.“

Gut möglich also, dass Terzic zurück in die Scouting-Abteilung wechselt, eine Tendenz gab es bis Montagabend allerdings noch nicht: „Wir werden da jetzt Gespräche drüber führen“, sagt Ingo Preuß.

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