Ein echtes Arbeitstier: Dortmunder Fußballtrainer arbeitet an gleich zwei Comebacks

dzFußball

Ein Dortmunder Fußballtrainer hat auch in der Corona-Spiel-und Trainingspause alle Hände voll zutun. Das Arbeitstier werkelt aktuell sogar an zwei Comebacks.

04.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Faulheit ist nicht des Trainers Tugend! An zwei Comebacks arbeitet ein von allen Seiten auch mit 47 Jahren noch als hervorragender Freizeitfußballer eingeschätzter Coach: an dem mit seinem Klub in den Kreis der Vereine mit einem vorbildlichen Ruf und dem eigenen nach einer schweren Verletzung.

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Der Vereinsfußball ruht, der Schweiß fließt aber in Strömen. Jeder, der Robert Podeschwas fast täglichen Instagram-Posts verfolgt, arbeitet gefühlt ein wenig mit. Eindrucksvoll lässt der Trainer des Hörder SC seine „Follower „auf Bildern und kurzen Clips an den Geräten bei Orthomed mittrainieren. Alles für das Comeback!

Selbst wenn es nur noch die Alten Herren von Arminia Marten und ein paar Freundschaftskicks sind – überall macht der ehemalige Oberliga-Kicker noch den Unterschied. Nicht nur er wünscht sich, sondern auch seine Kumpel ihm, dass er bald wieder die linke Seite beackern kann.

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Aber dieser Weg wird kein leichter sein. Er begann auf einem Weg, der ihm sonst viel Freude bereitet hätte. Podeschwa stürzte im Juni mit dem Fahrrad und riss sich das Kreuzband. Aber der Coach ist keiner, der den Kopf in den Sand steckt: „Ich wusste sofort, dass ich wieder ein stabiles Knie haben will. Ja, ich möchte wieder Fußball spielen und Ski fahren.“ Nur ein wenig durch den Wald laufen, das reicht dem Fußballer aus Leidenschaft nicht, selbst wenn er seinen Hund heiß und innig liebt.

Podeschwa lässt sich nicht operieren

Auf Anraten seines Arztes verzichtete Podeschwa auf eine Operation. Das Knie war relativ stabil, so dass er nach einer dreimonatigen Zwangspause an die Geräte ging. „Ich bin keiner, der mal eben so eine Stunde oder nur die 20 Minuten von der Krankenkasse abarbeitet. Wenn, dann mache ich es richtig.“

Also sind die Instagram-Posts keine Momentaufnahmen. Zweieinhalb bis drei Stunden ackert er an der Strobelallee, um das Knie dahinzubringen, wo er es haben möchte: auf den Platz und auf die Piste! „Muskelaufbau, was das Zeug hält“, steht auf dem Programm. „Und das mit meinen zarten 47 Jahren, aber so bin ich eben. Ich mag keine halben Sachen. Und Sport ist mir als Ausgleich viel zu wichtig. Daher arbeite ich so hart.“

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Wegen seiner Schichtarbeit legt sich der Verfahrensmechaniker die Einheiten so, wie sie in den Tagesplan passen. Die Einheiten auf dem Fußballplatz mit dem HSC fallen ja derzeit aus. Das macht vieles einfacher, aber Podeschwa hätte es in diesem Fall lieber komplizierter. Dann könnte er nämlich auch mit seiner Mannschaft arbeiten.

Im Gegensatz zu ihrem fokussierten Trainer spult sie keine Trainingspläne ab. „Ich möchte natürlich, dass die Spieler fit aus der Coronapause kommen. Aber jetzt organisierte Laufeinheiten zu fordern, ergibt keinen Sinn. Keiner weiß, wann wir starten. Ich bin mir sicher, der Verband ist so vernünftig und schiebt zwischen Öffnung der Sportplätze und Meisterschaftsstart einige Vorbereitungswochen ein.“ Und dann soll auch der HSC am Comeback arbeiten. „Ich möchte, dass jeder, der das Wappen trägt, sich entsprechend verhält. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die noch einiges lernen muss. Das darf auch so sein.“

Podeschwa: „Wir können es besser“

Podeschwa sagt, er erwarte nicht, dass seine Jungs in jeglicher Hinsicht auf und außerhalb des Platzes so auftreten wie seine Generation früher. „Aber was wir in der Vergangenheit gemacht haben, war nicht alles schlecht.“ Das heißt, der Coach möchte einerseits, dass seine Hörder an den zarten Aufwärtstrend der vergangenen Wochen, den sie sich mit einem deftigen 1:5 beim SuS Oespel-Kley kaputtmachten, sportlich wieder anknüpfen. „Diese Niederlage müssen wir uns als Mannschaft ankreiden. Wir können es besser. Das haben wir vorher auch gezeigt. Das Wissen meines Co-Trainers Hansi Lewarks und von mir darf gerne dabei helfen, dass sich die Jungs weiterentwickeln.“

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Und damit meint er, wie jemand aus Podeschwas Zeit eher nicht sagen würde, die Basics. Das Trainerteam möchte, dass die Spieler vorbereitet in die Spiele gehen. „Dazu zählt, dass sie wissen, welcher Gegner ein Links- oder Rechtsfuß ist. Wenn wir falsch draufgehen, bieten wir den anderen etwas an.“ Dazu zählt eben auch, dass seine Spieler nicht wild anrennen sollen. Auch darauf könne sich der Gegner einstellen. Später könnte das dann zur Routine werden.

Und so könnte der HSC mit seiner früher sehr geschätzten und noch immer lebendigen Juniorenabteilung wieder ein Verein werden, in dem sich gute Fußballer entwickeln und dann auch nicht in der Vergangenheit leben. Der HSC möchte in der Kreisliga A oben mitspielen. Ob privat oder als Trainer – Podeschwa mag ja keine halben Sachen.

Podeschwa: „Die Jungs sollen den Fußball leben“

Dazu zählt aber auch ein sportliches Benehmen. „Die Jungs sollen den Fußball leben. Das heißt nicht nur vor den Spielen, sondern auch während der Partien. Ich möchte keine Mannschaft, die sich leicht provozieren lässt.“ Zusammenfassen lässt sich Podeschwas Credo in „Aggressivität ja, aber keine Tumulte.“ Bilder wie in der Halle, als es im Derby gegen den VfL Hörde zu Scharmützeln kam, möchte der Trainer nicht mehr sehen. „Wir müssen uns dann raushalten.“

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Werte und Tugenden – der Privatier und Freizeitfußballer lebt sie vor. Er erwartet von keinem, dass er zweieinhalb Stunden an den Geräten pumpt, aber ehrliche Arbeit dürfen auch seine jungen Leute abliefern.

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