Durst stillt Medaillenhunger mit WM-Gold und -Silber in den Niederlanden

Radsport

Stolzer Weltmeister und hauchdünn geschlagener Vize-Weltmeister – Hans-Peter Durst beendete seine lange Leidenszeit bei der Paracycling-Weltmeisterschaft am Wochenende im niederländischen Emmen eindrucksvoll.

Dortmund

, 15.09.2019, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Durst stillt Medaillenhunger mit WM-Gold und -Silber in den Niederlanden

Starke Leistung nach holpriger Vorbereitung: Hans-Peter Durst. © Oliver Kremer

Der Goldmedaille im Zeitfahren vom Freitag ließ der 61-Jährige am Sonntag dann noch Silber im Straßenrennen folgen und sammelte gute Argumente für eine Nominierung für seine dritten Paralympics 2020 in Tokio. Durst, Doppelweltmeister von 2017 im Zeitfahren und Straßenrennen, konnte 2018 krankheitsbedingt seine Titel nicht verteidigen. In dieser Saison hatte der Dortmunder wieder gesundheitliche Probleme, musste sich zwei Operationen aufgrund eines Geschwürs hinter dem Auge unterziehen und konnte zu keinem Weltcuprennen antreten.

Vertrauen des Bundestrainers

Trotzdem bekam Durst das Vertrauen des Bundestrainers und zahlte dies im Zeitfahren nach 13,6 Kilometern mit der Bestzeit von 34:06,93 Minuten und dem WM-Titel zurück. „Dieser Vertrauensvorschuss des Bundestrainers Tobias Bachsteffel, unseres Sportdirektors Frank-Thomas Hartleb, ganz besonders auch unserer Verbandsärztin Anja Hirschmüller, war riesig. Sie haben beschlossen, dass ich zur Weltmeisterschaft kommen kann, obwohl ich keine Qualifikationsrennen fahren durfte“, strahlte Durst nach der Zieldurchfahrt, und ergänzte: „Ich hatte nach dieser Vorgeschichte mit einer Platzierung unter den besten Fünf gerechnet, jetzt bin ich Weltmeister, ich kann es selbst noch gar nicht fassen. Jetzt genieße ich es einfach, es sind tolle Menschen um mich herum, die alle ihren großen Anteil daran haben, vielen Dank“, sagte Durst und freute sich über sein neuntes Regenbogentrikot.

Hauchdünn geschlagen

Weltmeister-Trikot Nummer zehn war am Sonntag nach 29,6 Kilometern im Straßenrennen nur einen Wimpernschlag von fünf Hunderstel Sekunden entfernt. Im Zielsprint setzte sich Ryan Boyle, der alte Konkurrent aus den USA, hauchdünn vor Durst durch, der sich nach der Zieldurchfahrt bei seinen Unterstützern bedankte, denn: „Wenn ich nicht diese Geduld, dieses Vertrauen und diese Liebe dieser Menschen erfahren hätte, ich wäre hier in Emmen nur interessierter Zuschauer gewesen.“pen

Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Fußball-Westfalenligisten

Der ältere Mann und das Tor: Robin Dieckmann will seinen Rekord bei Westfalia Wickede brechen