Drei Fanlager schließen sich zusammen - trotz eines direkten Duells um das Viertelfinale

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Türkspor Dortmund, Ay Yildiz Derne und die SG Gahmen haben sich am Freitag gegenseitig unterstützt. Zwei der Fanlager sollten im entscheidenden Spiel noch aufeinandertreffen.

Dortmund

, 11.01.2020, 11:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stimmungskern war in der Helmut-Körnig-Halle am Endrunden-Freitag nicht zu überhören. Während es im weiten Oval an vielen Stellen ruhig blieb, ging von der Tribüne zur Strobelallee hin eine ungemeine Lautstärke aus. Das lag nicht zuletzt am Zusammenschluss dreier Fanlager.

Als lautestes einzelnes Fanlager besangen am Freitagabend wohl die Fans von B-Ligist SV Westrich ihre Mannschaft. Doch auch der rappelvolle rot-grüne Block mit seinem organisierten Support wurde in der Endrunden-Gruppenphase noch übertönt.

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Gleich neben dem Blocks des B-Ligisten unterstützten sich nämlich gleich drei Vereine gegenseitig. Die Fans von Türkspor Dortmund, Ay Yildiz Derne und von der SG Gahmen nahmen nebeneinander Platz, unterstützen sich bei ihren Spielen gegenseitig. Gerade zwischen Türkspor und Ay Yildiz fiel es manchmal schwer, eine genaue räumliche Grenze zwischen den beiden Fanlagern zu ziehen. Auch Fans des in der Vorrunde ausgeschiedenen SC Osmanlispor hielten ihren Freunden die Treue.

„Das war abgesprochen. Dass wir zusammen sitzen, das war alles geplant“, sagte Dernes Trainer Yasin Yanik am Freitag. Seit Jahren pflege Ay Yildiz schon gute Beziehungen zu TSD, die gegenseitige Unterstützung lag da nahe. Von Beginn an besang Ay Yildiz Türkspor und umgekehrt.

Drei Fanlager schließen sich zusammen - trotz eines direkten Duells um das Viertelfinale

Mit zahlreichen Türkei-Flaggen und immer neuen Choreographien unterstützten sich die Vereine gegenseitig. © Stephan Schuetze

Im Verlaufe des Abends schaltete sich auch die SG Gahmen immer mehr in den Support ein. Was mit einem verhaltenen Klatschen bei Treffern von Türkspor oder Ay Yildiz begann, mündete schon bald in einem komplett stehenden Block, der Türkspor beklatschte. „Mit Gahmen spielen wir in der selben Liga, haben keine Probleme“, so Yanik.

Und doch überraschte es, dass Ay Yildiz und Gahmen plötzlich gemeinsame Sache machten. Denn die beiden A-Ligisten sollten am selben Tag noch aufeinandertreffen - im abschließenden Spiel der Gruppe 2 ging es direkt um den Einzug ins Viertelfinale, da Westfalia Wickede schon als Gruppensieger feststand.

Yasin Yanik: „Die Türkspor-Fans wussten nicht, was sie machen sollen“

„Das war komisch. Die Türkspor-Fans wussten nicht, was sie machen sollen“, sagte Yanik zur kuriosen Situation. Die TSD-Fans entschieden sich dazu, keine Partei zu ergreifen. Und die Spieler selbst? Die gingen gemeinsam Arm in Arm zu ihrem gemeinsamen Fanblock, holten sich den letzten Motivationsschub vor den entscheidenden 20 Minuten.

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Aus diesen ging letztlich Gahmen (7:4) als Sieger hervor. Doch wie kommt die dreifache Unterstützung beim letzten verbliebenen Lüner Team im Turnier an? „Das ist unglaublich. Das bringt uns so weiter und pusht jeden. Wir danken jedem einzelnen, auch von Ay Yildiz und Türkspor“, sagt SGG-Spieler Halil Elitok. „Wir sind eine türkische Mannschaft. Wenn wir gegeneinander spielen, spielen wir fair - wie Freunde“, so der 23-Jährige.

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