Dortmunder Tischtennisspieler durfte gegen einen absoluten Weltstar ran

Tischtennis

Kirill Fadeev, der eigentlich in der 2. Bundesliga für Borussia Dortmund an der Platte steht, ist in Düsseldorf auf einen der besten Tischtennisspieler der Welt getroffen.

Düsseldorf

von Marco Steinbrenner

, 04.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirill Fadeev (r.) verlor gegen den Weltstar Tim Boll in drei Sätzen.

Kirill Fadeev (r.) verlor gegen den Weltstar Tim Boll in drei Sätzen. © Marco Steinbrenner

Geisterkulisse im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf. Wo ansonsten Rekordmeister Borussia Düsseldorf vor ausverkauftem Haus die Zuschauer begeistert, waren die Tribünen am Pfingstmontag eingefahren. Nicht ein Fan durfte in Corona-Zeiten in die heiligen Hallen.

Auch nicht, als das erste Qualifikationsturnier im Rahmen des Düsseldorf Masters durchgeführt wurde. 16 Spieler, darunter die Weltstars Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov, nutzten die Veranstaltung der Borussia dazu, um nach der langen Wettkampfpause wieder Spielpraxis zu sammeln.

Im Teilnehmerfeld befand sich auch Kirill Fadeev vom Zweitligisten Borussia Dortmund. Für den Linkshänder sollte es gleich aus zweierlei Sicht kein alltägliches Spiel werden. Neben den fehlenden Zuschauern wurden die Akteure auch nicht von einem Coach unterstützt.

Kirill Fadeev: „Ich bin tierisch nervös gewesen“

Als einziger Schiedsrichter fungierte der mit Mundschutz und Handschuhen versorgte Düsseldorfer Manager Andreas Preuß. Nach jedem Satz gab es neue, gereinigte Bälle. Im Anschluss an das Einzel wurde die Tischoberfläche geputzt. Der obligatorische Handshake vor und nach der Begegnung entfiel ebenfalls. Der Ein- und Austritt in die Halle durfte nur durch bestimmte Türen erfolgen. „Es war alles sehr ungewohnt“, erzählt Fadeev. „Eigentlich putze ich meine feuchten Hände immer auf dem Tisch, kurz hinter dem Netz, ab. Das ist jetzt leider auch nicht mehr erlaubt.“

Jetzt lesen

Und dann war da noch der Gegner: Auf das BVB-Eigengewächs wartete gleich zum Auftakt der an Position eins gesetzte Timo Boll. Seit der Auslosung am vergangenen Donnerstag und der Bekanntgabe des Gegners sei Fadeev „tierisch nervös gewesen“. Der Youngster genoss den Moment, zum ersten Mal gegen den Weltranglistenzehnten antreten zu dürfen. „Es hat etwas Magisches, wie Timo spielt“, schwärmte der Dortmunder nach seiner 4:11, 5:11 und 7:11-Niederlage. „Oft habe ich nicht gut zum Ball gestanden. Die Aufregung war schon extrem groß, sodass es für mich eine schwere Partie war.“

Kirill Fadeev ist noch lange nicht in Bestform

Timo Boll selbst, der anschließend auch seinen Düsseldorfer Teamkollegen Anton Källbert mit 3:1 bezwang und damit im Halbfinale am Dienstag steht, freute sich, nach knapp dreimonatiger Wettkampfpause endlich wieder ein Match bestreiten zu können. „In dieser Halle ohne Zuschauer zu spielen ist schon komisch. Trotzdem ist der Stressfaktor so immer noch höher, als wenn es um ein Trainingsspiel geht.“

Der 39-Jährige ist nach eigenen Angaben noch lange nicht in Bestform. „Es fehlt an der Athletik und Körperspannung. Das war heute eher Tischtennis-Handwerk.“

Ob Kirill Fadeev auch beim zweiten Ausscheidungsturnier am 8. und 9. Juni an gleicher Stelle mit dabei sein wird, entscheidet sich kurzfristig. Das Teilnehmerfeld setzt sich stets aus den deutschen Nationalspielern, der TTBL-Mannschaft des Gastgebers und der Trainingsgruppe zusammen. Am Ende stimmen sich Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf und die Verantwortlichen der Borussia über die 16 Plätze ab. Innerhalb der nächsten drei Monate findet in jeder Woche ein Turnier statt. Wann das Finale mit den besten acht Spielern durchgeführt wird, ist offen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt