Dortmunder Landesligist kassiert späten Ausgleich

Mengede startet mit Remis

Ein wütender Trainer Tobias Vößing und gegen die Bande tretende Spieler von Mengede 08/20 – mit Frust über das späte 2:2 gegen die Konkurrenz im Abstiegskampf endete die erste Landesliga-Partie des Jahres. Auch zwei andere Dortmunder Klubs mussten sich mit einem Unentschieden begnügen.

DORTMUND

, 11.02.2018, 20:06 Uhr / Lesedauer: 3 min
Dortmunder Landesligist kassiert späten Ausgleich

Einschwören für den Klassenerhalt: Mengede 08/20. © Stephan Schuetze

Das 2:2 (0:1) gegen die in der Fußball-Landesliga punktgleiche Spielvereinigung Horsthausen tat den Mengedern besonders weh, weil sie sich nach einer für die frierenden Zuschauer nur schwer zu ertragenden ersten Hälfte deutlich gesteigert hatten. Zwar gelang Paul Neese mit einem cleveren verdeckten Schuss aus 16 Metern das 1:0 (14.). Ansonsten passierte auf beiden Seiten herzlich wenig. Die 45 Minuten waren geprägt von Ballverlusten auf beiden Seiten. Immerhin die emotionale Einstimmung stimmte, es war eine hitzige Partie mit vielen Fouls.

Nach der Pause mehr Niveau

Nach der Pause aber stieg das Niveau deutlich, was nur den Mengedern zu verdanken war. „Unsere Taktik, aus einer guten Verteidigung anzugreifen, ging auf“, sagte Vößing, als er wieder etwas runtergekommen war.

Matthias Schmidt hatte sogar das 2:0 auf dem Fuß. Hätte er nach einer schönen Kombination, dieses Mal über Florian Schulz und Kleine-Rumberg (60.), völlig freistehend aus zehn Metern genauer Maß genommen, hätte es den späten Ärger wohl nie gegeben. Das sah auch Mengedes Vorsitzender Michael Schulz so: „Das wäre die Vorentscheidung gewesen. Horsthausen wäre nie zurückgekommen.“

Die Gäste kamen es dann aber eben doch. Aus dem Nichts heraus gelang Dennis Kruckow per Flachschuss das 1:1 (68.).

Folgenschwerer Fehler

Mengede aber zeigte Moral. Trainer Tobias Vößing brachte die nur unter Schmerzen spielenden Florian Knafla und Amadeus Piontek. Das sollte sich zunächst auszahlen. Knafla kam, nahm zwei Minuten später Maß und traf. Sein 2:1 (70.) war absolut verdient. Mengede hielt hinten dicht, der Gegner machte keine großen Anstalten, auf den Ausgleich zu drängen. Und so warteten alle auf das Ende der Nachspielzeit.

Hätte der zuvor in der 65. Minute noch stark klärende Robin Siebert nicht die Idee gehabt, bei einer harmlosen Flanke unnötigerweise weit herauslaufen zu müssen, hätte 08/20 sich etwas Luft im Keller verschafft. Aber Sieberts Ausflug und das folgende 2:2 (90.+2) durch Marvin Rathmann, der den weggefausteten Ball erhalten hatte, beendete die Mengeder Zuversicht.

Vößing: "Natürlich bitter"

„Solche Situationen haben uns schon mehrere Punkte gekostet. Natürlich ist das bitter, weil wir eigentlich gut gespielt hatten“, schloss Vößing. In der Endabrechnung könnte dieses 2:2 sehr wehtun.

Mengede: Siebert – Joppien, Guthardt, Tsalakopoulos – Neese, Gebauer, Rocha Martinez – Schulz, Kleine-Rumberg (67. Piontek) – Schmidt (65. Knafla), Chatsiioannidis (80. Klein)

Tore: 1:0 Neese (14.), 1:1 Kruckow (68.), 2:1 Knafla (70.), 2:2 Rathmann (90.+2)



Firtinaspor Herne - Hombrucher SV 1:1 (0:1) – Der Abstand zu den vom Abstieg bedrohten Hernern bleibt gleich – das war für HSV-Trainer Sebastian Didion die wichtigste Erkenntnis nach dem Auswärtsremis. „Aber für uns war sicher mehr drin als nur ein Punkt“, schob der Trainer kurz darauf nach.

Denn die erste Hälfte nach der Winterpause ging klar an die Gäste. Hombruch bestimmte das Geschehen und machte schnell deutlich, wichtige Punkte für den Klassenerhalt sammeln zu wollen. Zunächst vergab die Didion-Elf noch einige gute Möglichkeiten, ehe schließlich Alexander Voss nach einem Pass in die Tiefe in den Strafraum vordrang und zur Führung traf (33.).

Doch nach der Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Firtinaspor investierte mehr, das Duell wurde hitziger. Durch einen weit geschlagenen Freistoß kamen die Hausherren in der Schlussphase schließlich doch noch zum 1:1-Ausgleich (76.). „Wir können mit dem wichtigen Punkt leben, sind am Ende aber trotzdem ein wenig enttäuscht“, sagte Trainer Didion.

HSV: Preuß - Bienewald, Drögeler, Butt, Bienewald - Orlowski, Dücker - Schrade, Haake (78. Najdi), Lienig - Voss

Tore: 0:1 Voss (33.), 1:1 Avci (76.)



SC Obersprockhövel - VfL Kemminghausen 0:0 – Die ersten 90 Pflichtspielminuten des Jahres sind für den VfL Kemminghausen gespielt, auf das erste Tor wartet die Elf von Trainer Thomas Faust aber weiterhin. Doch die gute Nachricht ist: Auch der SC Obersprockhövel traf am Samstag nicht ins Schwarze. „Es war ein von Taktik geprägtes Spiel mit nur wenigen Chancen“, erklärte Faust anschließend.

Doch im ersten Durchgang verbuchte der Coach leichte Vorteile für seine Mannschaft, bei der die Neuzugänge Daniel Jänicke und Emre Erdur gleich in der Startelf standen. „Wir waren sehr präsent und haben keinen Torschuss des Gegners zugelassen“, sagte Faust. „Aber auch bei uns fehlte der letzte entscheidende Pass.“

Nach der Pause ging beim VfL ein wenig die Ordnung verloren, weil der SCO den Druck erhöhte. „Da haben wir zu viel reagiert und uns den Schneid abkaufen lassen“, befand Faust. Am Ende aber stand ein letztlich gerechtes Unentschieden, mit dem die Gäste aus Kemminghausen zum Jahresauftakt gut leben können.

VfL: Schulz - Jänicke (90. Stärk), Hammoud, Fälker, Kaufmann - Ruocco, El-Gaouzi - Emokpaire (70. Geiger), Ljakic, Erdur (60. Hill) - Mhani

Lesen Sie jetzt