Dortmund hat einen Bundesligisten mehr - Wanderers sind zurück und denken schon an die Zukunft

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Sie sind wieder zurück in der Bundesliga. Beim 3:2-Sieg gegen Wesseling machten die Dortmund Wanderers es aber spannend. Für die Entscheidung sorgte das Team von Roy Wesche im letzten Inning.

Dortmund

, 06.10.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Manchmal ist es nur ein Schlag, der im Baseball alles verändern kann. So ein Schlag, wie er Sascha Brockmeyer am Samstag um ziemlich genau 14.30 Uhr gelang. Wenn man sich die Ausgangsposition, die einen Schlag zu einem besonderen machen kann, ausdenken sollte, dann käme diese dem schon sehr nahe.

Mit 1:2 lagen die Wanderers gegen Wesseling zurück, neuntes Inning. Damit die letzte Möglichkeit für die Dortmunder, zu punkten und die Niederlage und ein Entscheidungsspiel noch abzuwenden. Brockmeyer war der dritte Schlagmann der Dortmunder in diesem Inning. Zuvor hatte sich Jovert Bolze mit einem Hit auf die erste Base vorgearbeitet, im Anschluss profitierten die Wanderers von einem Fehler in Wesselings Defensive.

Wesche überrascht die Wesseling-Abwehr

Mit einem Bunt, einem Ball der nur kurz vom Schläger abprallt und sofort wieder ins Feld zurückfällt, wollte Spielertrainer Roy Wesche, der zweite Schlagmann in diesem Abschnitt, die gegnerische Abwehr überraschen – und genau das tat er auch.

Wesselings Defensive kam in Unordnung, als der Ball aufgenommen wurde und an die Base zurückgeworfen werden sollte, erreichte er den dort posierten Spieler nicht. Das gab den Wanderers die notwendige Zeit, um sich eine gute Ausgangsposition zu erarbeiteten: Bolze rückte auf die dritte Base vor, Roy Wesche auf die zweite. Scoring Position. Es war angerichtet und nun an Sascha Brockmeyer, aus dieser guten Ausgangsposition etwas Zählbares zu machen.

Das machte er: Brockmeyer ging die Sache offensiv an. Er nahm gleich den ersten Wurf, den Wesselings starker Pitcher Sam Belisle-Springer ihm anbot. Der Dortmunder traf den Ball gut. So gut ins halbrechte Abwehrfeld, dass die Wanderers ihre Punkte einfahren konnte, während Wesseling den Ball an die Base zurückbrachte. Zunächst Jovert Bolze zum 2:2-Ausgleich, dann Roy Wesche zum 3:2 für die Wanderers. Spielende. Aufstieg.

Zwei starke Pitcher prägen die Begegnung

„Ich wusste, dass wir noch unsere Chance bekommen würden“, hatte sich Wesche vor diesem letzten Inning innerlich noch nicht mit einem Entscheidungsspiel abgefunden. Wenngleich die Partie bis dahin wahrlich kein Punktespektakel war. Im dritten Abschnitt gerieten die Dortmunder mit 0:1 in Rückstand, im vierten glichen sie aus (auch da leistete Sascha Brockmeyer die Vorarbeit), im sechsten Abschnitt ging Wesseling wieder mit 2:1 in Führung.

Über die gesamte Spielzeit war die Begegnung von zwei starken Pitchern geprägt: auf der einen Seite Wesselings kanadischer Spitzenmann Belisle-Springer, auf der anderen Dortmunds Dave Paradela. Genau 144 Würfe machte Paradela, der etwas schwer in die Partie kam, mit zunehmender Spielzeit aber immer sicherer wurde.

Zehn Wesselinger Spieler schickte der Wanderers-Pitcher per Strikeout vom Schlagmal direkt wieder auf die Bank. Gelang den Rheinländern ein Hit, sorgte die Dortmunder Defensive zumeist dafür, dass daraus keine Punkte entstanden. Womit auch Trainer Wesches Taktik aufgegangen war. Er hatte auf Paradelas Stärke gesetzt und ihn nicht für ein eventuelles zweites Spiel am Samstag geschont. Viel gewagt – und gewonnen.

Wanderers machen den letzten Schritt in einer langen Saison

Der Sieg gegen Wesseling war der letzte Schritt der Wanderers durch eine lange und anstrengende Saison. Nach 30 Spielen sind die Dortmunder nun wieder zurück in die Bundesliga, die sie vor zwei Jahren (übrigens auch in der Relegation) verlassen mussten. Auch wenn sie einen Umweg nehmen mussten, hat sie das nicht vom Weg abgebracht.

In ihrer Zweitliga-Gruppe holten sich die Wanderers mit einer 19:5-Bilanz den Gruppensieg, in der Play-off-Runde (2:2-Bilanz) mussten sie die Überlegenheit der Berlin Flamingos anerkennen, waren aber stark genug, um Elmshorn auf Abstand zu halten und sich somit für die Relegation zu qualifizieren.

Und in dieser Relegation gegen Wesseling, den Vorletzten der Bundesliga-Nordgruppe, haben die Dortmunder schon einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie es im kommenden Jahr in der ersten Liga zugehen wird. „Natürlich werden wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir das Team verstärken können“, schaut Roy Wesche bereits voraus.

Er wird frühzeitig beginnen mit den Planungen für das Oberhaus. Sicher. Am Wochenende durften die Wanderers aber erstmal feiern – und stolz sein auf das, was sie in der zurückliegenden Saison geleistet haben.

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