Diese zehn Talente des Dortmunder Amateurfußballs sollte man sich merken - Teil 1

dzFußball in Dortmund

Sie stechen heraus, müssen sich aber trotzdem erst noch beweisen: Der Dortmunder Amateurfußball besitzt viele Talente. Wir stellen zehn von ihnen vor - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Dortmund

, 13.07.2019, 17:09 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Recherche für diese Liste war schwierig, denn natürlich möchte kein Trainer und kein Sportdirektor seine Spieler schon Wochen vor der Saison mit zuviel Druck aufladen. Aber das ist auch gar nicht der Sinn unserer Liste, die übrigens keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es gibt viele Talente, die hier nicht auftauchen, weil wir bewusst bei zehn aufhören wollten.

Teil 1 Samstag, Teil 2 Sonntag

Wir wollen die Vorfreude auf die kommende Saison im Dortmunder Amateurfußball schüren - und dazu gehört, dass man die Protagonisten kennt. Vor ein paar Tagen haben wir die Alte-Herren-Mannschaft (Ü32) des Dortmunders Amateurfußballs vorgestellt. Heute ist der erste Teil der U20 dran. Hier geht‘s zu Teil 2.

Malcolm Ferro (SV Brackel 06)

Der FC Brünninghausen hat in der vergangenen Spielzeit schon etlichen A-Jugendlichen die Chance in der Liga und den Pokalspielen geben. Malcom Ferro gehörte nicht dazu. Er wechselte nach seinem zweiten U19-Jahr beim FC Brünninghausen zum Fußball-Landesligisten SV Brackel 06. SVB-Trainer Giovanni Schiattarella sieht in Ferro einen Spieler, in dem sehr viel Fantasie steckt. Er ist eine Spekulation auf die Zukunft.

Schiattarella freut sich, die Aktie Ferro in seinem Portfolio zu halten, weil er an eine Wertsteigerung glaubt. „Der Junge ist schnell, robust und hat eine für sein Alter besondere Eigenschaft: Er sieht die sich bietenden Räume“, sagt Schiattarella. Der Coach sieht Ferros Zukunft auf der offensiven Außenbahn. Wie schnell es für Ferro nach oben geht, ist nicht vorauszusagen. Klar ist: Arbeitet der Spieler hart an sich, wird der 19-Jährige die Chancen haben, sich in den kommenden Jahren bei einem Oberligisten bewerben zu dürfen.

Lars Warschewski (ASC 09 Dortmund)

In seinem ersten Oberliga-Jahr beim ASC 09 Dortmund hat sich Lars Warschewski gleich in den Vordergrund gespielt und bewiesen, dass es für ihn weiter nach oben gehen kann. Seine Spielart ist unkonventionell. Häufig sieht es so aus, als würde er sich mit seinen Moves selbst überraschen. Für den Gegenspieler ist er deshalb unberechenbar. „Lars macht uns richtig Spaß, er ist ein echter Straßenzocker, der gut ausgebildet ist“, sagt der Sportliche Leiter Samir Habibovic.

Jetzt lesen

Er traut dem offensiven Mittelfeldspieler, der aus der Jugend des TSC Eintracht kam, auch mehr zu als die Oberliga. Der 18-Jährige muss aber körperlich weiter zulegen, ohne die Geschmeidigkeit in seinen Bewegungen zu verlieren. Für seine überragende Schusstechnik, schießt er aber noch zu selten Tore. Aber hey, er ist 18 und befindet sich noch mitten in der Entwicklung. Beim ASC sehen sie ihn als Versprechen auf die Zukunft.

Dillon Aquinas Nesaraj (Hombrucher SV)

Als U19-Spieler hat der 18-Jährige fast die komplette Rückrunde in der Landesliga für den Hombrucher SV gespielt. Mit seiner ruhigen Art war er ein fester Bestandteil der Viererkette. Der Innenverteidiger ist gut gebaut, robust und gehört zu dem Typ Spieler, der die Bälle nicht schnell loswerden will und sie deshalb lang und weit klärt. „Dillon hat auch seine Stärken im Aufbauspiel. Er spielt starke Stechpässe auf unsere Mittefeldspieler und Stürmer. In dem Jungen steckt eine Menge Potenzial“, sagt HSV-Trainer Alexander Enke.

Diese zehn Talente des Dortmunder Amateurfußballs sollte man sich merken - Teil 1

Dillon Nesaraj spielt beim Hombrucher SV in der Innenverteidigung. © Schaper

Dass sein Talent irgendwann in der Oberliga landet, ist für Enke keine spekulative Wette. Dillon Aquinas Nesaraj hätte schon vor dieser Spielzeit in die Oberliga wechseln können, sagte dem Holzwickeder SC aber ab und blieb beim Hombrucher SV. „Er will hier Spielpraxis sammeln und sich weiterentwickeln. Bei der großen Konkurrenz in Holzwickede wäre das für ihn schwerer gewesen“, erklärt Enke.

Andrej Mura (Kirchhörder SC)

Der Stern des Andrej Mura glühte am 21. April 2019 so richtig auf. Schon vorher hatte der 19-Jährige auf sich aufmerksam gemacht, hatte bereits eine Woche zuvor beim 1:4 gegen den Lüner SV 90 Minuten spielen dürfen, doch an diesem 21. April gegen den BSV Schüren zeigte Andrej Mura warum sie beim Kirchhörder SC über ihn sagen, er sei „ein Straßenfußballer.“ Im Derby dribbelte Mura von links nach innen, bekam den einen Meter zuviel Platz und schickte die Kugel mit rechts in Richtung Torwinkel. Es war sein erstes Saisontor im Seniorenbereich und auch, wenn es sein einziges blieb, sind sie in Kirchhörde besonders gespannt, wie er sich in der kommenden Saison in der Landesliga entwickeln wird.

Jetzt lesen

„Er ist fußballerisch und zweikampftechnisch am weitesten von allen“, sagt sein Trainer Sascha Rammel über ihn und die anderen A-Jugendlichen, die erstmals eine Senioren-Vorbereitung mitmachen: „Andrej bestätigt derzeit den Eindruck, den er in der Rückrunde erweckt hat“, sagt Rammel, „er spielt frei drauflos, hat noch keine Blockaden, ein Megatempo und eine gute Ballbehandlung.“ Schon Lothar Huber hatte über Mura gesagt: „Der ist ein richtiges Juwel.“ Die Landesliga kann sich auf ihn freuen.

Don Schreiber (Wickede)

Wucht, Dynamik und Engagement: Drei Worte, die eng mit dem erst 19-Jährigen Außenbahnspieler von Westfalia Wickede verbunden sind: „Er ist schon eine Kante“, sagt Wickedes Sportlicher Leiter Emre Konya über den jungen, aber robusten Neuzugang aus der A-Jugend vom TSC Eintracht, „und hat einen sehr sehr guten Flankenball.“ Da kommen Erinnerungen an Wickede-Legende Robin Dieckmann hoch, der vom Typ her ähnlich spielt.

Schreiber hätte wohl auch eine Liga höher nach Aplerbeck gehen können, entschied sich jedoch für Wickede, um sich dort optimal weiterentwickeln zu können: „Er kann sich sehr gut selbst einschätzen“, sagt Konya, „und das ist eine hervorragende Basis für seine Leistungsentwicklung.“ Konya ist dann auch zuversichtlich, dass Schreiber, „wenn er seinen Fleiß und sein Engagement mit seinem Verstand verbindet, mindestens Oberliga spielen kann.“

Lesen Sie jetzt