Die Halle ruft und der Unerfüllte antwortet – Sölderholz überrascht mit Stürmer-Routinier

dzHallenfußball-Stadtmeisterschaft

Die Karriere ist beendet, aber die Hallen-Leidenschaft ist immer noch groß. Für die SF Sölderholz gibt es also das Comeback – günstig wird das nicht.

Dortmund

, 02.01.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Kiste Bier wird fällig, vielleicht auch mehr. Die Frau weiß schon Bescheid, reagierte gelassen. Sie kennt schließlich seine Leidenschaft – und er kann es halt einfach nicht lassen. Hallenfußball. Das ist sein Ding. Jetzt will es der Unerfüllte sich selbst und allen anderen noch mal beweisen. Sein größter Traum: Einmal den Titel holen.

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„Das sind meine Altverdächtigen“, sagt Philipp Leonhardt. Gut gelaunt klingt der 34-Jährige am Telefon. In der Endrunde der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft trifft Leonhardt auf ehemalige Weggefährten. Für die SF Sölderholz will er die Schuhe schnüren, wird gegen die DJK TuS Körne und Westfalia Wickede sein Comeback feiern. Ein eher spontaner Einfall, schließlich hatte Leonhardt seine aktive Karriere eigentlich schon längst beendet.

Philipp Leonhardt feiert Hallen-Comeback – weil er alten Freund im Stadion trifft

„Ich habe Maik Kortzak im Stadion getroffen, da kam uns die Idee“, erzählt er. Kortzak, Trainer des A-Ligisten SF Sölderholt, coachte Leonhardt, als dieser noch für den VfR Sölde in gegnerischen Strafräumen Angst und Schrecken verbreitete. Beim 5:0-Sieg des BVB gegen Fortuna Düsseldorf Anfang Dezember war das, knapp einen Monat Später ist aus der Tribünen-Plauderei bitterer Ernst geworden – ursprünglich wollte der Torschützenkönig von 2013 und 2016 aber schon eher ins Geschehen der Hallenmeisterschaft eingreifen.

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„Ich war nicht spielberechtigt in der Vorrunde, weil das halt eine Idee von jetzt auf gleich war“, sagt er. Auch ohne die Dienste des Stürmer-Routiniers hat sich A-Ligist SF Sölderholz qualifiziert. Einem Einsatz in der Zwinschenrunde steht jetzt nicht mehr entgegen. Wobei, nicht ganz. Die Hallenschuhe stehen zwar bereit, ob Leonhardt sie aber auch wirklich benutzen wird, ist noch fraglich. „Ich bin da etwas am kränkeln“, sagt er, ist aber guter Hoffnung. Wird schon.

Der Hallen-Leidenschaft frönen und Sölderholz helfen

Und der Reiz ist schließlich groß. Leonhardt ist ein klassischer Hallen-Kicker. Auf engem Raum tief hinter den gegnerischen Linien spielt er seine Stärken aus. Ballannahme, Drehung, Abschluss – Tor. „Ich will halt noch mal Spaß in der Halle haben, weil ich Halle liebe. Wenn dann noch ein, zwei Tore dabei herausspringen würden – umso besser“, sagt er.

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Dabei steht für Leonhardt nicht nur seine Hallen-Leidenschaft im Vordergrund, er will Sölderholz auch helfen. „Es wird schwierig. Die Gegner sind stark“, weiß er. Mit dem Titel wird es daher vermutmlich auch in diesem Jahr wieder nichts. So gut es geht, will er eben einfach nur den Sportfreunden vom Sölderholz behilflich sein und ein wenig seiner Hallen-Leidenschaft frönen.

Leonhardt feiert Comeback bei Sölderholz: Nur Halle und dann ist Schluss?

Aufgedrängt habe er sich dabei nicht. „Maik Kortzak hat mit seiner Truppe vorher gesprochen, ob das in Ordnung wäre. Halle ist ja bei vielen beliebt und ich wollte niemanden einen Platz wegnehmen“, zeigt sich Leonhardt demütig. Zweimal habe er schon mittrainiert, fühle sich wohl mit den Sportfreunden. Seine Teilnahme an der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft wird ihn allerdings auch etwas kosten. Darauf angesprochen, muss Leonhardt lachen. „Die klassische Einstandskiste wird auf jeden Fall fällig“, sagt er. Mindestens. Verhandlungsgeschick ist eben alles.

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Aber bleibt es bei der einen Kiste oder kommen nach der Winterpause noch weitere hinzu? „Richtig auf dem Feld werde ich nicht mehr spielen, das muss ich nicht mehr haben“, sagt Leonhardt, der seine Karriere nach der Saison 2017/18 eigentlich beendet hatte. Kein Einstand bei Sölderholz also abseits der Hallenmeisterschaft. „Das muss ich nicht mehr haben“, so der Offensivspieler. Halle ist eben Halle. maho

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