Die halbe Liga steckt im Abstiegskampf, aber keine Panik beim TV Brechten

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Der TV Brechten steckt mittendrin im Abstiegskampf der Handball-Landesliga. Doch mehrere Faktoren lassen Trainer Björn Sude und seine Mannschaft für die kommenden sechs Partien hoffen.

Dortmund

, 19.03.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schmerzhaft wurde es für den TV Brechten erst am vergangenen Sonntag – rund 16 Stunden nach der eigenen Niederlage in der Handball-Landesliga gegen den Tabellenzweiten Westfalia Herne (17:22). Denn durch die Höchstener Niederlage bei der ETG Recklinghausen schloss der Vorletzte nach Punkten zu den Brechtenern auf. Die halbe Liga steckt – getrennt von zwei mageren Pünktchen – mitten im Abstiegskampf. Und das Team von Trainer Björn Sude ist mittendrin.

Sude will keine Prognose abgeben

„Die Situation ist unfassbar spannend. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose abgeben, wen es am Ende erwischt“, erklärt der TVB-Coach. Der Abstieg des Schlusslichts HTV Recklinghausen (8:32 Punkte) scheint besiegelt. Auf den bedrohten Rängen folgen die ETG und Brechten (beide 14:26), darüber steht der SV Westerholt (15:25), sowie die punktgleichen VfL Brambauer, ASV Hamm 3, Eintracht Dolberg und VfL Gladbeck 2 (16:24). Ein Spieltag kann alles durcheinanderwirbeln – und noch sind es sechs. „Bei zwei, drei Siegen hat man gute Karten. Entschieden ist aber auch dann nichts“, weiß Sude.

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Doch die Brechtener bringen einen Vorteil mit: Sie wissen, wo sie herkommen. Und die Situation kommt auch nicht überraschend. Seit Jahren ist die Sude-Sieben auf das Hauptziel Klassenerhalt fokussiert. „Das hat sich auch in dieser Saison früh abgezeichnet, da uns die nötige Durchschlagskraft im Angriff oft gefehlt hat“, sagt Sude. „In Panik verfällt niemand“, ergänzt der Sportliche Leiter Thomas Körber.

„Absteigen wollen wir nicht“

„Das Team ist jung und hat Potenzial, absteigen wollen wir nicht. Wir sind nicht zufrieden, müssen aber einfach weiter jede Woche hart arbeiten.“

Der TVB hat ein junges Team, dem die Routine im Abstiegskampf schlichtweg fehlt. „Seniorenhandball ist eine andere Gangart“, weiß auch Sude. Die Stimmung im Team beeinflusst die aktuelle Lage aber keineswegs negativ. „Die Moral ist absolut intakt. Alle wussten von Anfang an, dass es kein Spaziergang wird“, verrät Kapitän und Torhüter Marc Hügle.

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Das Kuriose an der Brechtener Lage: Mit Hügles und allgemein der gesamten Defensivleistung können die Blau-Weißen absolut zufrieden sein. Die Abwehr ist das Prunkstück, nur drei Teams haben weniger Gegentore kassiert. Selbst beim Spitzenreiter ATV Dorstfeld lag der Ball häufiger im Netz. „Auf diese Stärke müssen wir uns weiter berufen“, sagt Sude. „Aber wir brauchen natürlich auch das eine oder andere leichte Tor“, erklärt Hügle.

Recklinghausen überrascht

Dass die ETG mit zuletzt zwei Siegen wieder aufgeschlossen hat ist ebenso überraschend, wie die bislang schwache Punktausbeute des ASV Hamm 3. An jedem Spieltag gibt es nun direkte Duelle – und Sude sieht die ETG mit dem Restprogramm leicht im Vorteil.

„Aber auch wir haben großen Einfluss auf unsere eigene Lage“, ergänzt er umgehend. Aus dem Feld der Bedrohten empfängt der TVB noch Westerholt, die ETG und Gladbeck 2 in der heimischen Halle, reist zudem am vorletzten Spieltag nach Brambauer. Hinzu kommen die Derbys in Oespel und bei Borussia Höchsten. „Wir haben das Potenzial, in den direkten Duellen zu bestehen“, formuliert Hügle, der mit einer guten Leistung zwischen den Pfosten seinen Teil dazu beitragen will.

Team bleibt zusammen - egal in welcher Liga

Ungeachtet dessen sind die Brechtener in den Planungen der neuen Spielzeit schon weit. „Stand jetzt bleibt das Team zusammen – egal in welcher Liga“, berichtet Körber. Die Verbundenheit der eigenen, nun erwachsenen Nachwuchskräfte kann ein starkes Teamgefühl freisetzen – und auch das wäre ein großes Plus im spannenden Abstiegskampf.

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