TuS Bövinghausen und Türkspor Dortmund liefern sich umkämpftes Spiel - ein Coach ärgerte sich

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Die Vorbereitung der Dortmunder Klubs auf den bevorstehenden Wiederbeginn der Meisterschaft geht in die heiße Phase. Am Dienstagabend kam es dabei zum Duell der Duelle: Landesligist TuS Bövinghausen traf auf den Bezirksligisten Türkspor Dortmund.

Dortmund

, 11.02.2020, 22:21 Uhr / Lesedauer: 4 min

Das nahende Ende der Winterpause setzt die Klubs unter Zugzwang: Jetzt muss alles passen, damit der Start am kommenden Wochenende gelingt. Bezirksligist TuS Eichlinghofen bat den A-Ligisten Rot-Weiß Barop zum Test. Westfalenligist BSV Schüren empfing den Landesligisten Hombrucher SV.

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TuS Bövinghausen- Türkspor Dortmund 0:2 (0:0)

Peitschender Wind, eine Mischung aus Schneeregen und Hagel - zumindest kurz vor Anpfiff - verlangte den Akteuren eine Menge Wetterfestigkeit ab. Die Partie unter Flutlicht hätte bessere Rahmenbedingungen verdient gehabt. Während die rund 150 Zuschauer an der Seite bibberten, lieferten sich die 22 Spieler einen heißen Kampf um jeden Ball, wollten das Prestigeduell unbedingt gewinnen.

Bövinghausen hätte nach zwölf Minuten durch einen Kopfball von Sebastian Mützel in Führung gehen müssen. Komplett frei nach Flanke von rechts kam er zum Kopfball - von Türkspors Abwehr war weit und breit nichts zu sehen. Doch der Ball tippte erst im Strafraum auf und dann über das Tor, was zu Unzufriedenheit bei Coach Dimitrios Kalpakidis und dem Spieler selbst führte, der seinen Unmut mit den Worten: „Mann, das war schlecht“, Luft verschaffte.

Türkspors Spiel wurde schnell deutlich. Der Bezirksligist versuchte zu pressen und bei Ballgewinn schnell umzuschalten - anders als in den vorherigen Spielen gegen vermeintlich schwächere Gegner, gegen die sie sonst oft ruhig und mit viel Geduld aufbauen, den Ball laufen lassen.

Es war ein wenig wie der der Fußball von Borussia Dortmund in den Anfangsphasen unter Jürgen Klopp gegen den kontrollierten Stil von Louis van Gaal bei den Münchener Bayern. Trotzdem hielt der Bezirksligist gut mit, gewann immer wieder vielversprechend den Ball, schaffte es in Hälfte eins aber noch nicht, sich entscheidend durchzuspielen. Bövinghausens Spiel wirkte der Spielklasse entsprechend noch etwas reifer.

Ömer Akman serviert zum Sieg, Ex-Bövinghausener trifft für Türkspor

Zur Pause blieb es beim torlosen Unentschieden. Während sich Bövinghausens Spieler noch in der Kabine aufwärmten, wartete Türkspor bereits wieder auf dem Kunstrasenplatz - und wurde ungeduldig. Türkspors Torhüter Mo Acil sprach dann wohl das aus, was viele dachten, als er dem Schiedsrichtergespann zurief: „Schiri, pfeif mal an, uns ist kalt, wir wollen nach Hause.“

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Nach Wiederanpfiff drehte Türkspor dann auch erst so richtig auf. Nach einer Flanke von Ömer Akman von der linken Seite tauchte Ahmed Ersoy plötzlich völlig frei im Bövinghausener Strafraum auf und köpfte aus zentraler Position zur doch überraschenden Führung. Nun war Bövinghausen gefordert, die Spieler machten sichtbar, dass sie diese Partie auf keinen Fall verlieren wollten. Doch der Ehrgeiz und die Umstellungen zur Pause taten dem Spiel des Favoriten nicht gut. Ungenauigkeiten schlichen sich ein, Stockfehler traten auf - und Türkspor wurde immer mutiger.

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In der 56. Minute war es erneut Akman, der mit einem herrlichen Lupfer über die Abwehr Iago Augusto de Carvalho fand, der gemeinsam mit einem Teamkollegen auf den TuS-Keeper Pascal Königs zulief, ihn umkurvte und lässig zum 2:0 einschob.

Kalpakidis verliert, spricht aber trotzdem von einem „perfekten“ Ergebnis

Das Spiel war entschieden, beide Mannschaften schafften es danach nicht mehr, sich die ganz großen Möglichkeiten zu erspielen - auch wenn auf beiden Seiten noch einmal Elfmeter gefordert wurde und wenn Mo Acil einen Freistoß von Andre Witt herrlich herauskratzte. Viele Wechsel prägten das Bild, unter anderem kam auch der gerade erst aus Brasilien wiedergekehrte Mateus Ajala Cardoniz zum Einsatz.

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Türkspor-Trainer Reza Hassani zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Ich glaube aufgrund der zweiten Hälfte ist der Sieg verdient, da hatten wir noch ein paar Chancen und haben es nicht immer gut ausgespielt. Aber die Jungs dürfen es nicht überbewerten, Sonntag zählt es. Wir wollten noch einmal einen absoluten Top Gegner, nachdem das Spiel gegen Wanne Eickel ausfiel. Die konnten heute nicht, Schüren und Hombruch spielten gegeneinander, Wickede haben wir im Pokal, da habe ich Dimi gefragt. Bövinghausen ist eine Top-Mannschaft in der Landesliga. Es war schon mehr als ein normaler Test.“

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Bövinghausens Trainer Dimitrios Kalpakidis war hingegen nicht glücklich mit dem Auftritt seines Teams: „Unzufrieden bin ich schon bei so einem letzten Test. Wir haben es 30 Minuten gut gemacht und hatten da zwei Chancen, die wir machen müssen. Dann kam Türkspor besser ins Spiel. Wir haben lange Bälle gespielt und hatten in der zweiten Hälfte keinen richtigen Zugriff, keine Gegnernähe und waren wenig präsent vorne.

Wir haben viele dazugeholt, das muss erst einmal funktionieren, das ist brutal - gar nicht nur wegen des Spiels heute. Für mich als Trainer war das Ergebnis perfekt. Denn ab Sonntag wirst du Woche für Woche gejagt.“

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TuS Eichlinghofen - Rot-Weiß Barop 3:2 (1:2)

Beide Teams sind aktuell im oberen Mittelfeld ihrer Liga fest verankert: Eichlinghofen ist 7. der Bezirksliga, Barop steht auf Platz 6 der Kreisliga A.

Eichlinghofen maß sich mit Rot-Weiß Barop mit einem starken Gegner aus der Kreisliga A. Eichlinghofens Trainer Marc Risse war durchaus angetan von der Leistung der Baroper. „Die haben eine ganz junge Mannschaft, spielen einen aggressiven Fußball und haben uns die Sache heute hier nicht leicht gemacht.“ Die Stärke des A-Ligisten spiegelte auch die 2:1-Pausenführung der Gäste wieder, die durch Tore von Junior Kingsley Ndubueze und Jan Knappmann in Front lagen.

„Wir haben kurz nach der Halbzeit dann nahezu komplett durchgewechselt. Darunter hat erst noch etwas der Spielfluss gelitten. Nach hinten raus sind wir dann aber besser geworden und haben die Partie noch durch die Tore von Mark Neul, Philipp Steinke und Mirnas Husic für uns entscheiden können. Aber es war ein hartes Stück Arbeit für uns.“

Für das Spiel gegen den Lüner SV am kommenden Sonntag sieht Risse den TuS aber bestens gerüstet. „Und heute war das nochmal der richtige fordernde Gegner.“

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BSV Schüren - Hombrucher SV 4:2 (1:1)

Der BSV Schüren spielt in der Westfalenliga derzeit eine solide Saison, startet als Tabellenzehnter nach der Winterpause. Der Hombrucher SV ist 8. der Landesliga.

Beide Teams zeigten ein richtig gutes Spiel, bewiesen, dass sie die Vorbereitung gut genutzt hatten. Für den Landesligisten war das Spiel die wichtige Standortbestimmung vor der Partie gegen den Aufstiegsaspiranten Wacker Obercastrop am kommenden Sonntag. „Da war Schüren für uns gerade der richtige Gegner“, sagte Hombruchs Trainer Alex Enke nach dem Spiel. So richtig zufrieden war Enke allerdings nur mit der ersten Halbzeit seiner Mannschaft. „Da haben wir gut gestanden, gut umgeschaltet. In der zweiten Halbzeit hat uns Schüren hingegen schon noch unsere Schwächen aufzeigt, vor allem dann, wenn wir etwas die Ordung verlieren.“ Für die gute erste Halbzeit spricht aus Sicht Enkes auch der 1:1-Zwischenstand zu diesem Zeitpunkt. Die Tore für Hombruch schossen Dominik Haake und Sören Kölsch.

Für den BSV Schüren machte einmal mehr Kamil Bednarski den Unterschied. Gleich dreimal (9., 51, und 57. Minute) traf er. Das vierte Tor für Schüren markierte Valentin Simeos dos Santos. Schürens Trainer Arthur Matlik war aber nicht nur mit Blick auf die vier Tore seiner Mannschaft mit dem Spiel einverstanden. „Wir haben noch einmal wichtige Erkenntnisse gewonnen. Außerdem ging es mir heute vor allem darum, überhaupt zu spielen nach dem Sturmausfall am Sonntag, um die Spannung in der Mannschaft zu halten. In der Vorbereitung haben wir jetzt alles getan, um uns am Sonntag auf Brünninghausen zu stürzen.“

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