Der SV Westrich geht mit purer Euphorie in die „Mammutaufgaben“ der Gruppe 4

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Die Landesligisten Hombrucher SV und Kirchhörder SC sind die Favoriten, doch B-Ligist Westrich schwimmt auf einer unglaublichen Erfolgswelle – und trainiert wie Profis.

Dortmund

, 10.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist das vielumschriebene Duell David gegen Goliath. Nur, dass es für den B-Ligisten SV Westrich nicht nur gegen einen fußballerischen Dortmunder Riesen geht, sondern gleich gegen zwei. In Gruppe vier trifft der Underdog auf die beiden Landesliga-Größen Hombrucher SV und Kirchhörder SC.

Doch ganz wie einst David zeigt sich der Underdog furchtlos und ist bereit, sich nach den Kerben für Oberligist Aplerbeck und Bezirksligist VfR Sölde die nächsten zwei in den Bettrahmen zu ritzen.

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„Wir treffen auf zwei Landesligisten, für uns ist es die nächste Mammutaufgabe. Wir haben schon so viel geschafft“, sagt Westrichs Coach Tobias Ahland, der allerdings einen herben Rückschlag verkraften muss.

Der SV Westrich muss in der Endrunde auf Niklas Ernst verzichten

Denn ausgerechnet Niklas Ernst, der Westrich mit seinem Tor in die Endrunde schoss, wird dem B-Ligisten fehlen. Statt den Bällen auf dem Kunstrasen in der Helmut-Körnig-Halle nachzujagen, befindet er sich im Urlaub, stürzt sich 800 Kilometer entfernt die Skipisten im italienischen Südtirol herunter, und zeigt somit auch aus der Distanz den Wagemut, der auch seine Mitspieler in den vergangenen Wochen auszeichnete.

„Sein Fehlen ist absolut bitter. Am zweiten Tag in der Zwischenrunde war er Mann des Tages mit seinen vier Toren“, so Ahland, der mit Slava Justus aber direkt einen Kicker in der Hinterhand hat, von dem er sich ebenfalls viel erhofft. „Slava ist jemand, der taktische Disziplin mit viel Erfahrung in der Halle kombiniert und auch schon einige Jahre Amateurfußball auf dem Buckel hat.“ Unter anderem spielte Justus schon beim TuS Rahm und Westfalia Huckarde.

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Der Euphorie in Westrich tut das Fehlen von Ernst keinen Abbruch. „Wir hatten am Donnerstag eine Art Abschlusstraining. Es waren 20 bis 30 Fans vor Ort. Das hatte schon etwas von Profis. Wir wollen bei der Endrunde einfach die Welle des Erfolgs genießen und einen tollen Tag haben“, so Ahland.

Hombrucher SV hat auf dem Trainingsplatz die Hallengröße abgesteckt

Ein schwerer Ausfall droht auch dem Hombrucher SV. Denn neben Raimund Büth, der Oberschenkelprobleme hat, plagte sich auch Kevin Mattes unter der Woche mit Problemen herum. „Es könnte eine Leistenzerrung sein“, sagt sein Spielertrainer Benjamin Bielmeier.

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Sollten beide Akteure doch noch fit sein, würde sich am Kader auch nichts ändern. Und wenn sie doch ausfallen? „Dann habe ich mehrere Kandidaten zum Nachrücken“, hält sich Bielmeier noch bedeckt.

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Klar ist, dass der HSV die Kontrahenten nicht auf die leichte Schulter nimmt. „Jeder, der in der Endrunde ist, hat ein gewisses Können gezeigt“, so Bielmeier. Im Training wurde deshalb extra noch einmal die Hallengröße abgesteckt, um letzte Spielzüge zu verfeinern. Nur wenn die höhere individuelle Qualität auf dem Platz auch in Tore umgemünzt wird, ist Bielmeiers Ziel – der „zweite Tag“ – für den Landesligisten auch ein realistisches.

Beim Kirchhörder SC sind „alle bereit, alle motiviert“

Denn neben den Westricher Himmelsstürmern ist da ja auch noch der Kirchhörder SC, der in der Landesliga in der Hinrunde bisher neun Punkte mehr als Hombruch gesammelt hat und der es sich laut Trainer Sascha Rammel ebenfalls „ganz klar“ zur Aufgabe gemacht hat, den Samstag zu erreichen. „Alle sind bereit, alle motiviert und alle freuen sich darauf, dass sie es geschafft haben, dabei zu sein“, so Rammel.

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Dass dies kein leichtes Unterfangen war, ist auch in Kirchhördes Coach bewusst. „Man sieht immer mehr, dass auch die Bezirksligisten und die Kreisligisten gute Truppen dabei haben“, so Rammel. „Von daher ist es auch als Landesligist keine Selbstverständlichkeit.“

In der Endrunde bestehe beim SV Westrich – bezogen auf das eigene Weiterkommen – die Gefahr, „dass sie mit einer nie da gewesenen Euphorie an die Sache gehen“ werden und auch der Hombrucher SV habe „eine gute Vor- und Zwischenrunde gespielt. Wir sind definitiv gewarnt.“

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